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Der Orient · 1845-08-27 · 35 (27.8.1845) · p. Spalte 547-548

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
35 (27.8.1845)
Date
1845-08-27
Page
Spalte 547-548 (sequence 2)
Language
German
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54t 548 Studien. Ursprung der Laggin. und - Lorbeeren zu ernten ist z es ist dies ein Gebiet, wo sogar viel geringere- Kräfte und schwächere Befähigungen schon etwas leisten können, was in der meisterhaften Durchgebildetheit der christlichen Kirchenmusik und in den Opern-Kompositionen nicht der Fall ist. Wenn aber dennoch nur selten einige musikalisch-gebildete Männer dem Synagogmgesang stch widmen, so liegt wohl die Schuld theils in dem Kampfe unserer Synagoge, wo sich die Reform in dem Synagogengesang noch nicht in aller Klarheit herausgestellt hat, ja in manchen Gemeinden noch nicht einmal zum aufdämmernden Bewußtsein gelangt, theils in der Art und Weise, wie sich diese Männer unter den Juden musikalisch ausgebildet, indem ihre Bildungszeit in einer Periode der Aufklärerei vor sich gegangen, in der man einen Stolz darein setzte, vom Judenthum so wenig als möglich zu wissen. Aber eben dieses trostlosen Zustandes wegen in der Synagogenmusik und in dem Synagogengesang ist es gegenwärtigum so mehr Pflicht der jüdischen Organe, auf Leistungen der Art, so gering sie auch, vom Standpunkte der Tonkunst aus betrachtet, sein mögen, die Aufmerksamkeit der Gemeinde-Vorstände zu lenken, und sie theils zur Einführung der Leistungen zur Verherrlichung des Gotteshauses anzuregen, theils sie zu ermuntern", guter Konkünstler in ihren Kreisen, so fern sie mit Judenthum und der hebräischen Sprache vertraut sind, mit Aufträgen zu neuen Kompositionen anzugehn. Was die Goldberg'sche Leistung speciell anlangt, so sind die Gesänge theils von der trefflich organisirten Synngoge in Seesen entlehnt, theils Umarbeitungen der vielstimmigen Gesänge Sulz er's in dessen umfangreichen und großen Werk für den Synagogengesang unter dem Namen Schir Zion, theils endlich eigene Kompositionen von dem herzoglichen Musidirektor zu Braunschwcig Julius Freud enthal oder vom Herrn Contor Goldberg selbst. Manche Gesangstücke sind auch vom Hrn. G. Ftosenstein in Seesen umgearbeitet und komponirt. Literarische Analekten. Ursprung -er Taggi»*) (p.in) oder Sijjunin QW). 1* Ein noch lange nicht gelöstes Räthsel der Paläographie, das noch immer vergeblich eines Alexanders harrt, ist die hebräische Schrift mit all ihren Punktation-, Accent- und Vokal-Zeichen. Wir mögen gar nicht der wirren Berichte, in den beiden Talmuden über die Verwechselung der Schrift durch Esra erwähnen; es sind und bleiben noch immer der Zweifel und Fragen, die dem Forscher überall in den Weg *) Musafia tm Äruch s, v, hält es für lateinischen Ursprungs?? treten, unzählig. Wer möchte hier noch einmal rdie bunten und divergirenden Meinungen über die Entstehung der Accente und Vokalpunkte wiederholen, die Gesenius in seiner trefflichen Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift ausführlich behandelt und kritisch beleuchtet hat. Dies wäre mit Recht eine Ilias post Honierunu Allein ein bisher sehr wenig besprochenes Thema in der Geschichte der hebräischen Schrift bilden die Tagg in, jvin, die wir in jeder geschriebenen, zum öffentlichen Vorlesen in der Synagoge gebrauchten Tora finden, und eben darum ein sehr hohes Alter bekunden. Daß an keine bloße Verzierung oder dergleichen Wittkürlichkeiten der Abschreiber zu denken sei, geht daraus hervor, daß man sie nach der Meinung des Raba, bei der Schrift beibehalten muß (f. Menachot 29 b) nma mmv 'l tOI 1DN p'j jn pjr>r. R. Jakob im Tur (Jore Dea 274) ist gar der Meinung, daß eine solche Bibel, worin jene Zeichen fehlen, zum Vorlesen nicht gebraucht werden dürfe, und selbst der Talmud scheint dieser-Meinung gewesen zu sein (s. Sabbat fl 104. pb 'di nm m# mro1? poru WT 'JD NH S. Raschi,). Allein richtiger ist wohl die Meinung Maimuni's, der sie zwar als conditi.o sine qua non auch betrachtet, aber dennoch eine solche Bibel im Nothfalle zum öffentlichen Gebrauche erlaubt (s. Schilte Ha-Giborkm zur angeführten Stelle in Sabbat, welcher das pro und contra dieser Ansichten recht kritisch beleuchtet. — Gewiß ist aber, daß sie älter sind als die Vokalpunkte und Accente, weil diese im Talmud nie erwähnt werden, und dies scheint auch der Hauptgrund zu sein, daß man einer punkrirten Bibel zum Vorlesen sich nicht bedienen darf — s. Josef Karo 1. c. 274. HD ^DDb Dyb pO poS1? 'WfQl ’J'DD DITO. Es ist schwer, genau zu ermitteln, was zu dieser Erfindung Veranlassung gegeben haben mag, und es ist bisher, meines Wissens, noch kein derartiger Versuch gemacht worden, so sehr es zu wünschen wäre. Es sei uns nun gegönnt, eine Hypothese über den Ursprung der Taggin aufzustellen, ohne uns über die Zeitepoche, wann die Erfindung eingeführt wurde, ins Detail einzulassen; denn daß sie älter sind als Raba, erhellet daraus, daß sie in mehren Sagen undHagaden von R. Akiba eine bedeutende Nolle spielen, und darauf als auf eine bekannte Sache hingcwiesen wird. (s. Menachot 1. c.) — Es ist nicht unwahrscheinlich, daß man ihrer sich darum bediente, um jeder möglichen Verfälschung des heiligen Textes vorzubeugen und dabei mochten sie, gegen jede Verwechselung der ähnlichen Buchstaben sehr gute Dienste geleistet haben. — Der Talmud macht besonders darauf aufmerksam, die ähnlichen und selbst gleichlautenden Buchstaben ja nicht zu verrauschen (s. Sabbat fl 103 1>: prvn pnn pst pn.i, pno, pjp p&N 21m' Pty “jQVD pi, P'S |TW3 , i'JU pT , pv p,). So wurde z. B. wegen der leicht zu -verwechselnden Aehnlichkeit der Buchstaben n und j-j dem Chet eine ganz eigentümliche Form gegeben (s. Menach. i. e. nDD^ in!? ttHn 'DlTPfTi pöm}. Dasselbe Bedürfniß scheint nun bei

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