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Der Orient · 1845-08-27 · 35 (27.8.1845) · p. Spalte 545-546

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
35 (27.8.1845)
Date
1845-08-27
Page
Spalte 545-546 (sequence 1)
Language
German
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1 1 I 1 | j | Literaturblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Meratur. JSß 35* Leipzig, den 27. August 1845« Anhalt. Literatur-Berichte. Leipzig. — Studien. Literarische Analekten. Ursprung der Taggin. Maimuni über Semicha. Gemischte Ehen. Von D. Oppenheimer in Leipnick. 'Noch ein Wort über den jüd. Kalender. Von I. Bentuga. — Kritiken. Kurze Anzeigen. Predigt von Schiller. Einleitung in den Talmud. . Von H. Chajes. Recensirt von Dr. Jost. (Schluß.) Krämers Vo^ksbilder. Beurtheilt von Dr. Jo ft. — Vorläufiger Bericht über mein Studium der Münchner hebr. Handschriften. Von M. H. Landauer. — Kurze Notizen und Miscellen, Von Ink. — Ankündigungen. Literatur - Berichts. Leipzig, 17. August. In einer stürmischen Bewegung der Zeit tauchen auch manche wunderliche Gebilde auf; auch im Judenthum ist eine solche Bewegung, und wir dürfen uns nicht wundern, wenn phantastische und schauerliche Gestalten, wenn frazzenhafte Gebilde von Zeit zu Zeit uns anstarren. Eine solche Erscheinung ist mir so eben zur Hand gekommen, bei deren Anblick schon ich unwillkürlich eine Unheimlichkeit empfandz ich meine das so eben erschienene Schriftchen: Der kabbalistisch-bibel'sche Oooident. Zeitschrift in z w a n g l o se n H e f t e n. E r st e s H e s t. Die kosmische Uridee und die historische Erscheinung. Hamburg, 1845. 8. B. S. Berendsohn. In wunderlicherem Aufzuge ist mir noch keine Schrift vorgekommen. Der Umschlag in schwarzer Hülle wie die Nachtgedanken des Jenseits, und die Aufschrift in feuerrother Schrift, wie die Feuerzungen der Hölle, und die Sprache in jener wirren Mystik, bei deren Ton der für den Aberglauben nicht gefeiete zusammenfährt und nur die Nüchternheit des Berufes allein konnte weinen innern Widerwillen besiegen. Ich will daher meine Meinung angeben. Als Motto steht ein langer, eine ganze Seite bildender Satz, vorgeblich aus dm Papieren eines Pharasäers (soll heißen „Pharisäers"), der ein solches Kauderwelsch ist, daß ich noch immer nicht weiß, in welcher Sprache er geschrieben. Aber eben so ist das Vorwort, die Einleitung, das Werkchen selbst. Ohne alle Grammatik, ohne Orthographie, ohne Logik, ohne menschlichen Sinn, Formeln wie der Tohu Bohu, wie der Tehom, so daß ich mich gar nicht schäme, offen zu bekennen, daß ich Nichts in demselben verstand, als den Wahnsinn, die Wirrniß. Darum verschone ich meine Leser mir Auszügen aus demselben. — Von dieser unheimlichen Erscheinung will ich nun zu etwas Erfreulicherem übergehen. In einigen Wochen erscheint in Frankfurt a. M. das Schreiben Rapaports an die R.-V„ was gedrukt gewiß ein besseres Schicksal haben wird, da man Arbeiten Rapaport's, dieses kritischen Forschers, mit Begierde liest. Beigefügt werden noch einige Briefe desselben Verfassers über den Frankfurter R.-V. — Von Dukes wird in Franks, a. M. als Beilage zu seiner Geschichte der hebräischen Sprache das *npan von Jbn-Balam, ferner miDftil DltMp und “W, vorgeblich von Rabbenu Tam, gedruckt. Es sind dies, wie immer die Leistungen Dukes', werthvolle Gaben. — Von Dr. Scheyer in Franks, a. M., dem bekannten Uebersetzer eines Theiles des More, erscheint eine Abhandlung über die Psychologie des Maimmunk. — In einer zweiten vermehrten Auflage ist so eben das trefliche Buch erschienen: Das Buch der Sagen und Legenden jüdischer Vorzeit, von AbraHamM.Tendlau. Stuttgart, 1845. 8. Cast. Dieses treffliche Buch kann auch als Lesebuch in höheren Klaffen jüdischer Schulen gebraucht werden. — Von christlichen Gelehrten ist erschienen, was als Beitrag zu jüdischen Schriftthume zu betrachten ist: 1) Röhr, Palästina u. e. Plan von Jerusalem. 1845. 8. 10. u. 244. S. 2) Peter Schezz (Docent der Th. in Freising), die Psalmen, übers, u. erläutert für Verftändnkß und Betrachtung. Bd. 1. München, 1845. 8. Bentner. — So eben ist neu erschienen: Gesänge für Synagoge. Eingeführt in der Synagoge zu Braunschweig, zusammengestellt von H. Goldberg, Cantor und Lehrer der isr. Gemeinde daselbst. Zweite Auflage, vermehrt mit einem Anhänge für Cantoren. Mit einem Vorworte vom Musikdirektor Freuhenthal. Braunschweig, 1845.8. F. Vieweg und Sohn. Der Synagogengesang ist noch ein unübersehbares Feld, auf welchem für jüdische Komponisten, wenn sie ein Gefühl für Kompositionen der Synagogenlieder einen Sinn haben, Ruhm 35

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