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Der Orient · 1845-08-20 · Heft 34 (20.8.1845) · p. Seite 268

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 34 (20.8.1845)
Date
1845-08-20
Page
Seite 268 (sequence 7)
Language
German
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breiten suchen. Wir sind nicht nur Inden durch, den Glauben an . einen einzigen Gott! — Will, daß alles Politische entfernt, das Persönliche aber beibehalten werde, weil viele noch daran glauben und die Jetztzeit eine historische sei. Stellen, wie ü'üyh p ^DOTwill er aber gestrichen wissen. Gosen eitirt den Antrag von einigen Engländern, alle Juden nach Palästina zu fuhren. Der persönliche Messias habe zwar für uns keine Bedeutung, aber desto mehr für unsere Glaubensbrüder in Palästina, für diese sollten wir um einen pers. Messias bitten, so wie der Hohepriester ün Tempel auf die Thaltewohner betete Dnnnp Dnm rprp Er sage dieselbe für die Versammlung .irop iT>nv tobw prp.T, daß sic solche nicht selbst vernichten. Stimmt für eine politische Erlösung. Stein. Politisch und Rational sind zweideutig, man müßte auch Dy streichen. Die erhabene Idee vom Messias liegt in der Natur der Sache; er soll aus der Mitte Israels, entstehen. — Gerade jetzt sehnt man sich nach einem Solchen, der die konfessionellen Streitigkeiten auszugleichen vermöge; er würde der ganzen Menschheit heilbringend sein. Selbst die Erbauung des Tempels als Centrälpunkt habe nichts widersinniges, die Sehnsucht nach Zion und Jerusalem nichts unwahres. Nur die Bitte m'itb nnotcO lÄynttf n" rr» sei falsch. — Die preußischen Juden erklärten ja einstimmig, daß sie sich an das Vaterland anschließen; es wäre daher ein Widerspruch zu sagen; jedoch könne dieses keine Veranlassung zu Verdächtigung geben. — Für unsere Glaubensbrüder in Rußland und der Türkei sollten wir beten aber nicht für uns selbst. Wir müßten aus dem Gebete alles scheiden,, was auf uns Bezug haben konnte. liNton war ein nur dem Mittelalter angehörendes Gebet und die Ansicht dieser Zeit. Wir, die wir eine schöne Aufgabe im ntav zu lösen und auf dieser Erde einen schönen Wirkungskreis haben, dürsten nicht darüber hinaus beten. Betet doch der Fromme nicht auf die baldige Herannahung seines Todes. — Spricht gegen die angewendete Analogie von Polen. In dem deutschen Gebete sollte die höhere Messiasidee von den andern zum Bewußtsein gebracht werden. — Eitirt eine Stelle aus dem Hamburger Gebetbuch (,,Gott der du verheißen") und aus seinen Gebeten („Wir hoffen auf dich"). Gebete um Zurückführung nach dem gelobten Lande müssen gestrichen werden. Formstech er: Ist es positiv nothwmdig? Nein. Der Kultus bestand aus Opfer, wurde urngewandett in eine Agende, die man wieder veränderte. Da die Messiaslehre die Basis bildet, so müsse sie in gewisser Beziehung beibehaltcn bleiben. Wir dürften aber derselben keine konkrete Form geben, sie könnte sonst zum Dogma werden, das Judenthum wolle aber kein Dogma, es begnüge sich mit der Tora und den Propheten. — Wir bleiben hier auf positiv-historischem Standpunkt.—Was die Nothwendigkeit nicht in sich schließt ist zu viel und alles Ueberflüssige ist ein Uebel. Alles sei daher zu streichen. Ries protestirt gegen Formstecher. Wir diirfen keine Irrung erzielen; jeder bittet für Alle, im ' wp) sei nicht gegen das Vaterland. Schließt sich Stein's Meinung an. In Jerusalem könnte um so leichter als das 21D -on O. — (Forts, folgt.) Freistaat Krakau. Kimknu, 4. August. Sonnabend den 14. Juni hielt Hr. A. Brück, Verfasser der rabbinischen Cere-- momalgesetze, aus Mähren gebürtig, der schon mehrere Male, sich vor einem weit größeren Publikum hören ließ, wie in Frankfurt a. M. u. a. O., in dem neuen jüdischen Bethause*) eine Predigt, deren Inhalt in Kürze wiederzugeben, die Aufgab^nachstehcnder Zeiten ist: ’) Mit Unrecht deutsch genannt, indem wir Krakauer keineswegs deutscher Abstammung sind, vielmehr wenn wir als Landeskinder betrachtet werden wollen, dürfen wir durchaus unsere polnische Herkunft nicht verla'ngnen, obgleich der gebildete Kheil der hiesigen Israeliten es als eine Beleidigung ansehen möchte, wollte man ihnen das Prädikat polnisch verleihen, er will durchaus deutsch genannt werden, eine Benennung, die in der gewöhnlichen Sprache der nicht civilisi'rten Israeliten gang und gäbe ist; diese tituliren die nach Landessitte gekleideten Israeliten mit: das ist ein Deutsch (Deutscher). Referent muß noch hinzufügen, baf*. die neue Gemeinde der Israeliten zu Kra.kau wegen der Benennung in Verlegenheit gerieth und lange unschlüssig war, bis sie endlich auf den unglücklichen vielmehr falschen Gedanken fiel, sich eine jüdisch-deutsche Gemeinde zu nennen und sich als solche zu betrachten. Zwar ist das Ganze eine Kleinigkeit, beweist aber zur Genüge, daß die jüdische neue Gemeinde (diese Benennung scheint mir die richtigere zu sein) die Stellung, die sie einnehmen soll, verkennt, indem sie dadurch in Zwiespalt mit sich selbst und der Regierung geräth, die ihnen als Ankömmlingen, wofür sie sich selbst betrachten, die bürgerlichen Rechte vorzuenthalten mit Recht befugt ist, denn so lange unsere Juden sich dem Staate einzuverleiben nicht gesonnen sind, so lange werden sie und dies mit Recht als eine Anomalie, als Korperation betrachtet. Dieser Zwiespalt mit sich selbst laßt sich nur in sofern erklären, als ein ziemlicher Lheil der Gemeinde aus Fremdenbesteht, die zwar sich in Krakau ansa'ßig gemacht, der Landessprache aber nicht kundig, noch immer in Deutschland zu sein, wähnen — während ein anderer Theil der cioilisirten Juden existirt, der die Benennung polnischer Juden nur den uncivilisirten zugesteht, nicht wissend, daß sie, indem sie in Polen leben, 60 ip»o polnische Juden sind — auch die Christen verfallen in den unheilbringenden Jrrthum, die nach Landessitte gekleideten Juden „d e utsch e Juden" zu nennen, bei ihnen läßt sich dies wenigstens entschuldigen, denn sie wähnen, daß die deutsche Bildung (die zwar nicht zugleich mit dem Kleide zugeschnitten wird) sie zu Deutschen mache. Sogar im Munde dev Kinder der civilisirten Israeliten klingt das Wort polnischer Jude wie etwas Schauderhaftes, Schreckenerregendes, Verachtung einflößendes, als ob unter

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