Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 34 (20.8.1845)
- Date
- 1845-08-20
- Page
- Seite 267 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- 267 - lässig verfahren. So 'erinnere ich -mich vor etwa drei Jahren — im Sommer 1842 — in Furth sehr ge-' heimnißvoll von einem Christenmord in Pfersche bei Augsburg7 gehört zu Haben. Näheres kottnteuch nicht erfahren;. es>war verboten worden ,,bis nach' altsgemachter Sache" darüber was zu veröffentlichen. Sollte bis jetzt „die Sache noch immer nicht ausgemacht sein"? — - E —n. - Frankfurt, a. Mt., 21. Juli. (Fortsetzung der Verhandlungen der RV.) Treuenfels. Die Messias-Frage lasse sich betrachte)! ^vom Standpunkt der Religions-Philosophie, der Zeitberhältnisse, der Emaneipation und von dem am Wenigsten berücksichtigten Gesichtspunkt der Bibel. Religionsphilosophie gehöre nicht hierher, da hier über keine Glaubenslehre--- sondern über' eine Liturgie verhandelt werde. Drei:Zeitverhältttiffe seien hinreichend diskutirt. Die Wnaucipation stehe' hier nicht im Wege, Mt: Polen haben in Belgien und Frankreich für ihr neues Vaterland gekämpft und wünschen dennoch sehnlichst die Rückkehr irr ihr altes. Indem die R.-V. erklärt habe, daß sie auf dem Standpunkt des positiv-historischen Judenthums stehe, so lnüsse sie sich genau. an. dio Bibel-, halten. -Wir fänden 'fWD in den Propheten und könnten den Sinn, den man für die Bibel adoptirt, auch für die Gebete vindiciren. " ) ' Die' Fortsetzung der Debatte wurde auf die nächste Sitzung verschoben. — Wurde ein Schreiben de§. Oberrabbiners Frankel verlesen, in dem er die Gründe seines Austritts' aus der R.-B. darlegt. Der Entwurf einer Antwort HS. O.P.A.Z. Art. Franks.) wurde gleichfalls verlesen und angenommen. —.Präs, zeigt an., daß.er vom Rabb. Schott gleichfalls ein Schreiben ähnlichen Inhalts erhalten habe, gegen welche Verlesung sich Stimmen erhoben, weit Schott am Wenigsten berechtigt sei, aus der Versammlung zu treten, indem er den in derselben vorherrschenden Geist, aus der vorjährigen Versammlung kenne, der von der diesjährigen doch nicht verschieden sei. Die Verlesung wurde jedoch mit Majorität angenommen. * - * * Sitzung am 21. Juli. - Tagesordnung. Fortsetzung, der gestern abgebrochenen Debatte. Geiger präsidiri. Herxheim er. Der Messiasidee liegt eine Unzufriedenheit mit dem gegenwärtigen Zustand zu Grunde, man sah zurück auf frühere gLücktichere Zeiten, die man sich in Davids blühender Zeit zu vergegenwärtigen sucht. , Die Hoffnungen waren Anfangs allgemein, man hoffte . einen TlT-nött* Die Idee von einem persönlichen Messias ist nunmehr entschwunden, sie lebt nicht im Volke; unter Hunderten wird nicht einer seinen Laden schließen, wenn ein persönlicher Messias käme. — Wir dürfen und können nur anerkennen die höhere Ahnung, I daß' einst eine Zeit kommen wird, wo das- Me-rschengeschlecht von allen geistigen'und körperlichen Uebeln befreit, wo die Tugend wieder allgemein hergestellt wird. — Wir dürfen, Gott keine Unwahrheit vorbeten Ben-Israel. Die Idee von TOD und pQ'p sind in der Bibel enthalten. — Erklärt sich daher gegen jede Weglassung, .wodurch wir zu erkennen geben würden, daß wir weder auf historischem Standpunkt noch auf dem der Bibel stehen. Die Gebete müßten-für das gesammte Israel nicht für Einzelne fixirt werden und die biblischen Lehren und Wahrheiten dürften nicht zurückgedrängt werden. Von Außen dürften wir uns nicht einschüchtern lassen. Wagner hält dm Glauben an einen Messias für so alt als das Judenthum selbst, er fände sich schon bei Moses Trhw 'n jeder könne sich^diesen denken wie. er wolle. Die Propheten hätten die Messias'^ idee nach individueller Anschauung aufgefaßt; viele dächten sich , hierbei einen körperlichen, andere einen geistigen. Diese Ideen hätten sich weiter sortgebildet und die Rabbincn sie nach ihrer Weise. ausgedrückt (Gegen Salomon bemerkt der Redner: Die von ihm allegirte Stelle todh rwub tnyn pn pN schließt gerade einen politischen Messias in sich). Das Bewußtsein der Zeit widerspricht einem.politischen Messias, die Messiasidee müsse daher, so vag als möglich ansgedrückt werden. Auch nn'lssc man die Idee der Anserwählung fahren lassen, die Juden, wollen keinen Vorzug; alle Völker werden auf unseren geistigen.Standpunkt kommen. Will daher die Gebete auf Zion und.Jerusalem nicht als eine Sehnsucht , sondern nur als eine Pietät, beibehaltm. — Stimmt dem Komm.-Bericht bei. Güld enstein will in der Messias-Idee, nur das Reich deS Geistes erkennen; die Idee von einen persönlichen Messias sei so ziemlich geschwunden, sieim Gebete aufrecht halten zn wollen, sei eine Lüge. — „Wir, die wir berufen sind, jede Lüge, jede Unwahrheit aus dem Gottehhaus zu entfernen, müssen den persönlichen ganz weglassen. —Die Ausdrücke müßten jedoch so allgemein gefaßtssein, daß alle Ansichten vertreten seien. — Das Gebet um Zion sei keine Bitte, sondern eine religiöse Reminiseenz. . . . . . C ah n: Alle Ertreme machen sichgeltend in der Bibel; geistig aufgesaßt.steht nichts von.einem persönlichen Messias. — Wenn wir die Propheten nicht als W a h r sa.g c r sondern als Weissager anerkennen , so findet sich auch in'-ihnen .nichts. —-- Nach Salomon war Israel getrennt, man hoffte also, eine Einigkeit nyb rm 1PlN\. ■ —. Die, letzten Propheten glaubten, alleres würde in. ihrer Zeit, in Erfüllung .gehen ri'27! TOD »T»T juswin p ."inp ‘Oitfn* In der. Zeit, m der Geist gedrückt war, nahm man Alles wörtlich. — Die Idee von einem Messiasreich miiffc man immer mehr zu ver- 34 *