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Der Orient · 1845-08-13 · 33 (13.8.1845) · p. Spalte 523-524

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
33 (13.8.1845)
Date
1845-08-13
Page
Spalte 523-524 (sequence 6)
Language
German
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523 Studien. Die Psalmüberschriften von Ree. 524 wohnten. So hieß das Corps, welches in der Levitenstadt E.1 wohnte rrrun Ps. 8, 1. Ein Corps führte den Namen des ausgezeichneten Mannes pniT Ps» 62, 1. Vielleicht war er damals nur pjiOD und später erst oder Ein Corps bekam bei Auszeichnung in der Kunst den Ehrennamen, die Musik, nx'U—ru\U Ps. 61, 1. Ein Corps von jungen Leviten hieß moty von ahy mit feminaler Form, wie gewöhnlich Amtönamen, wie nbnp, vra 'iho , .TD ::♦*) Bevor wir uns jedoch specieller ausbreiten, erlaube man uns folgende Kritik: Gegen die Annahme Ewald's, daß jene Wörter Tonarten bedeuten, spricht das, daß man die Analogie bei den Griechen suchen muß. Auch wenden wir seine Worte, daß wir durchaus nicht wissen, ob die alten Hebräer etwas der Art kannten, aus Tonarten mit Namen, oder Buchstaben, wie bei uns, kurz: vorgezeichnete Tonarten an. Wir hoffen aber das in der Schrift zu finden, was den Hebräern dm Mangel an vorgeschriebenen Tonarten ersetzte. Um den Sängern sowohl als den Spielern die Tonart anzugeben, in der sie singen und begleiten sollen, wie es 2 Chr. 5, 13 heißt: ^nND vn , TIN 5)p ^nwnb Dn^nß1? — welche Stelle nämlich beweiset, daß sie nicht falsch, sondern in einer und derselben Tonart spielten und sangen — schlugen sie kleinere oder größere Becken zusammen, je nachdem der Ton hoch odertief sein sollte. Aehnlich der Stimmgabel bei uns. Wenn jeder Musikus im Orchester diese Gabel braucht, so, hat er nicht nöthl'g nach der vorgezeichneten Tonart zu sehen. Vie- . len Becken wurde deswegen das Wort y^ angehängt, und so heißen sie: yEV 'bvh)& t Stimmen angebende Becken. Ganz große dieser Art, um beim Forte oder beim Tuti im Takte damit zu schlagen, wie bei unsrer Feldmusik, hießen: rjynn 'hxbx \l Becken oder Schlaginstrumente — Habakuk 3, 16: ~ zur rauschenden Musik: welche nämlich beim Schmettern — etwa der Wlaßinstrumenten — gebraucht werden. Diese Becken beider Arr, sind identisch mit E^rfeft , denn 1 Chr. 13, 8 heißt es: Elftes-; hingegen in der Parallelstelle 2 Sam. 6, 5: E^L^L. — So wie bet uns die Seiteninstrumente nach den Blasinstrumenten gestimmt werden, weil diese einen bleibenden Ton haben, Seiteninstrumente sich aber verstimmen, so heißt es auch 1 Chr. 15, 19: . . . jwnb ntamj DTfasDn .... rpa dtttoh) . -Das Wort y'D&rb um hören zu lassen, hat entschieden die Bedeutung: den Ton der Becken den andern Musici Hörern zu lassen, um darnach die Seiten zu stimmen u. s. w. — „Sich hören zu lassen" wie es bei uns von einem Concertanten heißt, dazu finden wir'keine Analogie in der Schrift. Auch werden Mezaltajim immer nach Kinnor und Nebel genannt, sind somit kerne Instrumente vom ersten Range; es sind ja auch nur Schlaginstrumente; warum sollten denn die ersten Tonkünstler dies eherne Becken zusammenschlagen? Aber *) Der Chaldäer leitet es von nfryverbergen ab. I. Esra: Namen eines Liedes. Gesenius: nach Sopranstimme. das Ganze zu einer guten Harmonie zu bringen: y^N^! TN , um eine und dieselbe Stimme hören zu lassen, d.h. '.in einem und demselben Concerte, dazu gehören die Geübtesten , die „Meistersänger". Endlich sprechen die verschiede- 1 neu Formen, in welchen das Zeitwort yß&y nach dem Worte ] E'ffejD Vorkommen, gegen „sich hören zu lassen" sowohl als i gegen „hellklingend". — M. si weiter unten — So heißt es \ 1 Chr. 15, 16, daß David befohlen habe die Musici anzustelj len „mit Nebels und Kmnors und Mezaltanjim, welche den 1 Ton hören lassen oder von sich geben, d.h. angeben: E^DI^D, \ um eine Stimme zu erheben zur Freude, d. h. zur Zufrieden- 1 heit. — M. si DOTH t'IK von Ben- Seeb unter rotf . I Daher auch der ralmudische Ausdruck: — f „ Hellklingend " waren gewiß auch die nynnn m&n und ,j mehrere, besonders der Blasinstrumente. Nach dieser Auffasi sung erklärt es sich: Weswegen bei keinem der andern Inl t strumente das Zeitwort yEt^ vorkommt, während es simmer ,j — außer wenn bei völliger Musik alle Arten Becken darunter - \ verstanden werden sotten—bei Elll'hLO steht. L. Weswegen es in verschiedenen Formen siebt. So 1 Chr. 16, 5: | yvlM E'rf^DD F]DN1 „Aßaf gab den Ton an auf oder mit- 5j telst der Becken. Ibid. 16, 24: E'yv^O^ t --mit Heman fj und Ieduthun waren Trompeten und Becken für Stimmer | und Tonangeber". Ibid. W'28: „und mit Trompeten und I Becken, welche den Ton angeben D'yft&MD (auch) mit Nebels | und Kinnors." Diese Tonern geber waren, mit Recht, die geübtesten Musici, mit einem guten Gehör. So heißt es Neh. | 12, 42: »7>mn D'ITOm iyD57n . Der Concipient z will damit sagen, daß es an Nichts gefehlt habe: „die Musici stimmten und zwar that der Oberste Iisrachja dies. | — S. Gesenius a. a. O. die Sylbe i Nr. 1: „und zwar". f — Weil diese Becken zur Harmonie wichtig waren, sowie die | großen zum Forte, werden sie immer da genannt, wo es hei- E ßen solle, es wurde gut rgespielt: E'N^OI D'taJl EN1D . | Wir nehmen, mit Gesenius unter Nr. 2, dies es Instru- Z ment als Becken an, um so mehr da, wie erwiesen, Habakuk ß 3, 16 dafür spricht, so wie der Umstand daß man damit, je ß nachdem man schlägt, Piano und Forte einfach hervorbringen J kann: yog/ und nyVT/ und den Ton sicher und rein hat.— Z Wie endlich Namen wie Mut-labben oder Al-taschchet u. f s. w. für Namen von Tonarten sich passen, sehen wir nicht j ein. Die damaligen „Tonarten" lagen ohne'Zweifel nur in Z dem Gehör nach dem Becken, und warum sollte diestr oder je- I ner Psalm immer in einer Tonart gesungen werden, wenn j die Instrumente und der Umfang der Stimmen der Sänger eß erlauben, ihn einmal in einer höhernj Tonart vorzutragen u. i f. w.? Je einfacher man sich Alles, in jener Zeit, denken kann, desto besser. — Auf Namen und Titel waren sie, be- \ kanntljch, nicht sparsam. — z Gegen die Annahme, daß jene Wörter in den Ueberschrifj ten der Psalmen Melodien dermal bekannter Lieder bedeuten, spricht das, was Ewald, S. 176 sagt, daß diese Bedeutung nicht zu allen Wörtern passen würde. Wir fügen noch hinzu:

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