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Der Orient · 1845-08-13 · Heft 33 (13.8.1845) · p. Seite 263

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 33 (13.8.1845)
Date
1845-08-13
Page
Seite 263 (sequence 13)
Language
German
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263 Sitzung aut 20. Juli. Unter dem Präsid. des Hru. Dr. Geig er. Präs, verliest eine Denkschrift von einigen Gemeindemitgliedern aus Worms, welche die Abstellung vieler Gebete und Aufgebung der Speisegesetze wünschen, weil diese die Haushaltung vertheuern, dem öffentlichen Leben hindernd im Wege stehen, was auch die Religion untergrabe; in jenen vieles enthalten sei, das unserem Bewußtsein entgegenstehe. Ferner wurde der Versanuulung ein hebr, Schreiben von MapaPort übergeben, den Weg bezeichnend, den eine Rabbiner- Versammlung nach Gesetz, Vorschrift und historischer Entwickelung einzuschlagen habe. Da diese Abhandlung in der nicht allen verständlichen hebr. Sprache abgesaßt war, so wurde die Verlesung vom Präsid. für nicht zulässig erklärt und diese .Abhandlung zur Einsicht niedergelegt. An der Tagesvrdnüng^ ist die Frage : in wie weit es nothwendig sei, der Lehre vom Messias und was mit derselben zusammenhängt, in den Gebeten Erwähnung zu thun. Der Präs, machte auf die Wichtigkeit dieser Frage aufmerksam und bemerkte., daß hier nicht über eine Glaubensmcinung abgestimmt, sondern wie die Niessias-Jdee im Gebete dargestellt und ausgedrückt werden sollte, damit sie in dem Gemüthe eines Jeden Anklang fände und von der ganzen Jndenheit adoptirt werden könnte. Zwei Ansichten hätten sich hier geltend gemacht; die Eine, welche einen persönlichen Messias, durch den die politische Erhebung eines jüdischen Staates bewerkstelligt würde; die andere, welche die Messias-Idee nur geistig auffaßt. Zwischen Beiden befänden sich noch vermittelnde Formen. Diejenigen, welche die ältere Ansicht vertreten, stehen keineswegs im Widerspruch mit dem Staate, sowie auch die Bitte um Rückkehr, obgleich sie anscheinend einen Widerspruch mit beit Pflichten des Vaterlands iw sich schließt, in der That dem nicht so sei. Der Komtnissimls-Bericht lautet: Die Messias- Idee verdient hohe Berücksichtigung, mit Weglassung alles politisch Nationalen. Einhorn: Die Idee des Messias hängt mit-dem ganzen tatmudischen Ceremonialgesetz zusammen.--Der in der talmudischen Anschauung Befallene schüttet täglich sein. Hedz vor Gott aus, weil mit dein Untergang des Staates so viele Gesetze nicht mehr bestehen. Mit Innigkeit sieht derselbe auf die Trümmer Jerusalems, auf die Stelle, wo er das Blut seiner Lämmer opfern könnte. In diesen Hoffnungen lag ein tiefer Glauben, Nnc^n pin OD riND.n wurde jedes Jahr mit vertrauensvoller Erhebung gesprochen. — Er könne aber unmöglich denken, daß Gott Gefallen all blutigen Opfern fände, was bereits die Propheten ausgesprochen hätten. Der Untergang des jüdischen Staates sei keine Verkiünmerung, sondern Erhöhung. Jöraet sollte der Verbreiter und Verkünder der reinen Gottesidee werden. — Stimmt für Streichung der Bitten lunWiederberstetülng des Opferkultus, sowie alles National-politischen. Ist für Beibehaltung des Begriffes von der Auserwählung Israels, imb protestirt namentlich gegen Geigers Ansicht (A. Z. d. I.) und stimmt für die geistige Auffassung der Messiasidee. Heß: Wir laufen Gefahr uns in Theorien zu verlieren. Es könnte die Frage entstehen, ob die heilige Schrift buchstäblich zuMiehmen fti. — Will die Gebete um Rückkehr als Bindungsmittel für unsere Brüder gelten lassen, 'Denen das Licht der Emancipatiou noch nicht aufgegciugen sei, für uns wäre cs eine Lüge. S. A dler: ,,Wir dürfen uns zwar das Prädikat tmn aber nicht DW'üJ beilegen". — Die Zukunft könne nrau sich mit allen Farben ausmalen. — Die Propheten hätten sich llicht klar ausgesprochen; mein fäll de keine Übereinstimmung in denselben. DerGcundgedallke würde von Allen anerkarlrrt. — Die Geschichte lehre, was die ausgezeichnete Beschaffenheit eines Einzelnen zu leisten vernröge. Protestirt gegen eine bestimmt ausgeprägte Idee und will, daß man einen Ausdruck fällde, der alle Ideen in sich schließt. Hold he im: Es könne mit aller Entschiedenheit allgellommeu werden, daß der politische Messias einen Widerspruch mit der Gegenwart, mit dem Staate in sich schließe; bei Mallcheu sei der Widerspruch nicht so klar, nicht so hervorgetreteu. Wünscht, daß inan sich offen ausspreche uild ist der Meinung, die Versammlung urüffe. es thnu. Wir vertreten das Religiöse, es leben viele Männer außerhalb dieser Versammlung, die es vertreten können. — Das National e sei nicht mehr religiös. — Es könne nur eine naturgemäße Entwickelung gelten; eine, die auf Täuschung beruhe, sei keine. —- Das Nationale beruhe aber auf Täuschung, das daher ausgeschiedm werden müsse. Principielt vertrage sich die tallttlldische Idee des Nationalen nicht mit dem Staate. Das ganze Ecremolliatgesetz beruhe aber mtf dem persönlichen Messias, auch mtf vollkommene Wiederherstellung aller Gesetze und Gebräuche. — Er will nicht die Zuf uit ft, sondern das gegenwärtige Bewußtsein, die eigene Meillung auSdrückeil für Diejenigen, die die Meffiasidee geistig auffassen. — Stimmt für den Kommissionö- Bcricht. I o l o w i ez: >Wir sprechen hier nicht über Glauben, sondern über Erwähnung in den Gebeten. Esgiebtkeiu Gesetz für eine MesstäS-Restallration, wo wir uns durch blutige Opfer dent Herrn nahen. Stinunt für ein MessiaSrelch und will statt den Ausdruck nbw.l. H irsch: Ein geistiger Messias ist etwas abstraktes, ein irdischer Messias ist eilt konkreter Begriff. ES wird eine Zeit kommeil, wo sich alle Menschen lieben, dieser ist der Grund aller prophetischen Stelleit xb) urr N1? tsnp ->.i inw\ Der Mittelpuilkt unserer Religion ist die Messiasidee. — Die Bestrebungen der nenenZeit ist nicht Emaneipatiorl, sortdern die Verbreitnna und Läu--

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