Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 33 (13.8.1845)
- Date
- 1845-08-13
- Page
- Seite 261 (sequence 9)
- Language
- German
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261 daß kein einziger derselben sich dazu entschließen werde, bei ihm, Geiger, sich anzumelden, was doch einer Betheiligung bei der nächsten Versammlung vorangehen müsse. Uebrigens habe die Versammlung, ihren Statuten gemäß, kein Recht, einen Kollegen auezuschließen. Auch A. Adler, Hirsch, Cohn u. a. sprachen sich dafür aus, daß man nicht aus Furchtsamkeit irgend eine Ausschließung aussprechen möchte. Die Beschlüsse der. Majorität verpflichteten ja die Minorität nicht zur Nachachtung; wenn das Gefürchtete wirklich eintreffen sollte, so würde man protestiren, die Gemeinden hätten dann zu entscheiden und würden sich gewiß der Minorität anschließen. Dem auf Stein's Antrag gefaßten Beschlüsse zufolge, wird das Siegel 'die Umschrift: „Versammlung deutscher Rabbiner tragen. — Der Präsident resumirte darauf die Wirksamkeit und die Erfolge der nunmehr beendeten zweiten Rabbinerversammlung. Das neuzuschaffende Gebetbuch werde eine sichere Waffe gegen die Angreifer und Widersacher sein. Es werde tief im Volke wurzeln. — Das von dem berühmten Rabbiner Rapaport aus Prag an die Versammlung gerichtete Schreiben (in hebräischer Sprache) kam nicht weiter zur Sprache. — Auerbach las darauf den Entwurf zu einer an das Volk zu richtenden Ansprache, welche den Protokollen vorangedruckt werden soll. Dieser Entwurf wurde jedoch, als zu lang, von der Versammlung nicht vollständig angehört und die Abfassung einer kürzer» und populärern Proklamation beschlossen. Der Präsident sagte darauf der Versammlung seinen Dank, der Sekretär (Hirsch) drückte dann im Namen seiner Kollegen dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten den Dank aus und gab seine Freude zu erkennen, daß das begonnene Werk nunmehr gesichert dastehe.-Der Präsident schloß mit einem Gebete, worin es u. a. heißt: „Es war uns Ln diesem Jahre vergönnt, für die Verherrlichung Deines Lempels zu wirken z für die Verherrlichung Deines Ruhetages werden wir in dem nächsten Jahre wirken-... Dein Reich komme zu uns!-Der Du Frieden in deinem Himmel stiftest, Du mögest auch uns Allen den Frieden schenken!" —Nachdem der Präsident darauf im Namen Gottesund sein er-Kollegen die zweite Rabbinerversammlung für geschlossen erklärt, lud er seine Kollegen noch zu einer vertraulichen Mittheilung ein.. (O. P. A. Z.) Frankfurt, ay M., 21. Juli. (Fortsetzung der Verhandlungen der RV.) 4. Sitzung am 18. Juli. An der Tagesordnung ist die Frager in wie weit ist die hebr. Sprache nothwendig. Die Kommission schlug.vor: die hebr. Sprache solle beibehalten werden, bei D^.,;bcn BcnedLktionen ML/ (die erste Parascha von wp), den drei erster: und drei letzten Benediktionen in J/V imb bei dem Vorlesen aus der Tora-. Maier modificirie denKommisfiousantrag, indem er bemerkte, man könnte zwar fragen, ob nicht zu viel oder zu wenig sei, allein man müsse bedenken, daß die Kommission nicht die im Auge'gehabt habe, welche sich streng an Talmud und Sch. Arnch halten, nicht die, welche Abends und Morgens alles beten, von jns* bis; denn er hege nicht die sanguinische Hoffnung, daß sich dieser Theil anschließen werde; noch das andere Extrem, welche jeden Rest der Vorzeit beseitigt zu sehen - wünsche, sondern nur Diejenigen, welche der hebr. Sprache unkundig aus innigen: religiösen Bedürfnisse sich nur der Muttersprache ckuim Gebete bedienen wollen. In Bezug auf die Beibehaltung der hebr. Spr. berücksichtigte die Kommission solche für das Band des positiven Glaubens J/Dty, der gemeinsamen Abstammung ■ niSN, und der gemeinsamen Hoffnungen. Gegen die Bemerkung, daß es bei der Jugend doch nicht so schlecht um das Verständnis des Hebräischen stehe, äußerte er: ,,es sind nicht D'lttf, sondern die hebr. verstehen. — Wenn ein Kind, das schon ein Jahr die Schule verlassen hat, im Stande ist einen plDD zu übersetzen , so will ich verdammt sein spMO Elp' und HDE pp^~iD zu oren bis rroo kommt". Schott will sich nur dann für. den Komm.-Antrag erklären, wenn das zwischen ML/ und imn liegende beibehalterr werde. Gosen spricht gegen die Zerstückelung der Benediktionen, weil man auch keinem Fürsten eine Bitte halb in der Hofsprache und halb in der Volkssprache vertragen würde. Auch in praktischer Beziehung sei solches nicht rathsam und würde die Parteien am Wenigsten vereinigen. Die Alten würden sagen, wir bleiben zu Haus, wir ihun es O'OL/ .mb* Besser freudig zu Haus beten als mit Widerwillen in der Synagoge. Er trägt daher an , das Deutsche vom Hebräischen zu trennen, von niN bis nach y w alles hebräisch zu beten, nachher sollte der Vorbeter den Inhalt, in deutscher Sprache vortragen. Wechsler ist für den Komm.-Antrag als das Minimum; der Standpunkt der Gemeinden müsse berücksichtigt werden; auch müsse Gebet von Belehrung getrennt werden; letztere nur in deutscher Sprache. Er wundert sich, daß eine mim .DNnp wie diese geltend machen, zum Erereitium, jene etwa nur eine Demonstration wegen minn riNtt sei; warum soll mim rwnp. auf hebräisch sein. Moseö befahl, daß am Ende des 7. Jahres das Gesetz den Kindern und Frauen vorgelesen werde, auf daß sie lernen; unser Vorlesen sei kein Lernen, es sind nur schnvrk'elnde Töne, die man hört. DaS Volk lernt nur Geduld üben und sich langweilen. — Das belehrende Element kann nur berücksichtigt werden, wenn es wirklich belehrend ist, das ist wenn die Abschnitte in deutscher Sprache verlesen werden.. — Die Predigt kann dieses nicht ersetzen, weil die kleinern Gemeinden keine Predigt haben. Er stimmt daher, die Wochenabschnitte auf Deutsch zn verlesen und das was nicht verlesbar ist nicht zu verlesen. Schott will eine nähere Erklärung über das, was der Redner für nicht verlesbar hält. — H erzfeld motivirt das Weglassen von rr>m