Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 32 (6.8.1845)
- Date
- 1845-08-06
- Page
- Spalte 507-508 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/8555529-9897698-9897733--4140-3531509- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
507 Studien. Zeit und Land des Sohar. Recanati. 508 kann, und so im Besitze seiner Grundstücke bleiben,.-wozu hatte er nöthig seinem Weibe erst den Scheidebrief zu geben?) Ueber dieses Gelübde, das R. Eliescr statuirt, spricht die Gemara, „daß es unauflöslich wäre, wenn es nicht D’G"! njn hy geschiehet." Nun ruft Hr. Dr. Holdh. hier ist wieder ein Eid, und gar zur Verwahrung der Rechte des Heiligthums, und ist nach dem rabbinischen Judenthume auflösbar. — Nun daß dasselbe was auf Gittin folio 35 b gesagt wurde, nämlich es sei dies blos ein Gelübde, auch hier anwendbar ist, wird Jeder von selbst einsehen. Das Gelübde schafft hier wie dort, ein neues Verbot, welches mit dem Rechte des Heiligthums in keinem Kausalitäts-Verhältnis; stehet, und welches immer bleibt, auch wenn spater das Heiligthum seinem Rechte entsagen könnte und wollte, und kann daher nicht als ein Eid betrachtet werden. Aber außerdem läßt sich hier noch manches erwiedern, welches, wäre es. etwa Schimpfliches für die talmudische Lehre, gewiß Hrn. Dr. Holdh. nicht entgangen wäre, nämlich daß dem Heiligthum hier gar kein Recht zustchet; nicht weil die HaLacha ist, daß das Gelübde der Heiligung gelöst werden kann, sondern selbst nach der entgegengesetzten Meinung, und selbst wenn die Grundstücke, nicht durch Gelübde, sondern förmlich ni^pn inNü dem Heiligthum geschenkt worden wäre, so kann dem Heiligthum doch in dem in der Mischna genanntem Fall, keinerlei Recht emgeräumt sein. (Beschluß folgt.) Vorläufiger Bericht über mein Studium der Münchner hebräischen Handschriften. Von M. H. Landauer. (Aus dem Nachlasse mitgetheilt.) Vorläufiger Bericht über meine Entdeckung in Ansehung des Sohar. (Fortsetzung.) Kann wohl alles das klarer sein? Er hat uns bereits zuviel gesagt. Außer dem macht er uns sonst noch, wie es scheint geflissentlich aus etwas aufmerksam. Er giebt uns nämlich von seinem 39. Lebensjahr an genaue Rechenschaft über seine schriftstellerische Thätigkeit, und setzt hinzu, erst mit dem Jahr 39 habe er sein erstes nNlD3 nDD geschrieben, obgleich seine Prophetie mit dem 30 Jahr begonnen. Das ist als sagte er mit andern Worten: warum fragt ihr mich nicht, was ich während jener 9 oder 10 Jahre geschrieben, da mich ja die ym beständig zwingt -Ofibl TH1?? Und wirklich muß bei einem so schreib seligen Manne eine so große Lücke in der Vlüthe seiner Jahre und der ersten Zeit seiner Prophetischen Begeisterung mit % etwas Tüchtigem ausgefüllt werden. Diese Lücke ist aber von 5030 bis 5039; und anno; 5040 hat er die mttDn geschrieben. Wir wissen also, b was er in diesem Dceenniunr gearbeitet. b ■ e. | Zeit und Land trifft genau ein.; Es läßt sich Nachweisen, daß Recanati ungefähr UIU ■ ■ das Jahr 5040 (auf ein paar Jahre früher oder später b kommt es nicht an) zu dem Sohar gekommen. Auf der einen Seite haben wir nämlich das Jahr 5050, in \i welchem er gestorben sei): soll"), zur Grenze, auf der $ andern Seite dürfen wir über die!Yc6n pDD nicht hinauftückeu. In diesen nr6n 'pDD wird aber schon rj oft N"3Kn als eine große Autorität angeführt, der zu j| Barcelona um 5040 und später (in das Jahr 5065 fällt das Verbot der griechischen Wissenschaften) blühete« H Wir haben aber noch ein Merkmal. Irr den NM 'Dyü, welche zu den ersten seiner kabbalistischen Kommentare ) gehören, führt er einigemal den px:) p DD an, der w ein Schüler des war (seine Schrift — min nnD i auf fuDi — liegt hier in Mskrpt.). Die Abfassung H seiner kabbalistischen Kommentare fällt demnach in das b Deeennium von 5040 bis 5050, und an den Anfang dieses Zeitraums hin muß seine Bekanntschaft mit dem \\ Sohar gesetzt werden. sj Daß um die nämliche Zeit (jenes ganze Deeennium 5040 bis 5050 hindurch) Abu'l'afia in Italien herum- 1 vagirte, wissen Sie bereits. Ja er ist Anno 5039 (am Ende jener Lücke in seiner schriftstellerischen Thätigkeit) ganz nahe an dem Ort Reeanati, nämlich in Urbino gewesen. Wenn mich nicht Alles trügt, so kommt sogar im Leben Recanati^ eine Spur von unserm Abrl'l'asia vor. Es hat sich nämlich eine dunkle Sage erhalten (sie steht in rtapn Bcucz. AnSg. S. 61 I,), Nccanatl! habe fl'wdas Studium der Tora, so sehr er cs geliebt, nicht die besten Anlagen gehabt, uitb habe daher immer gefastet und gebetet, Gott möge ihm den Verstand erleuchten. Als er nun einmal, vom Fasten und Beten ermüdet, in der Synagoge eingeschlafen, sei ein Mann mit einem Gefäß voll Wasser (cw erschienen, 17) Daß Recanati vor der völligen-Vollendung seines mmn BTP9 gestorben sei, wie rfcpn rbwbw und der Korrektor der Bambergischen Ausgabe (Vend. 1523) angiebt, ist nicht wahr; denn in seinem nPDnn ■ bty>D bezieht er sich einmal auf seinen tPDinn C2TPD, und den rpDnn hat er wahrscheinlich nicht nach seinem Tod geschrieben.