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Der Orient · 1845-08-06 · Heft 32 (6.8.1845) · p. Seite 252

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 32 (6.8.1845)
Date
1845-08-06
Page
Seite 252 (sequence 7)
Language
German
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252 Gemara, ohne - die spätem Ausleger zu Nathe zu ziehen, beten Nieinungen er gar nicht bedurfte. Widerspruch konnte er dulden, er war ihm in sofern willkommen, um den befragten Gegenstand nach allen Seiten hin bis auf den Grund zu erschöpfen, nur wenn'er merkte, daß es dem Fragesteller nur um Disput..zu thun fei, dann gerieth er in Eifer, und sagte: Ihr wollt ja gar nichts wissen!- . Ist und bleibt ein solcher Manu nicht eine seltene Erscheinung, zumal in der jetzigen Zeit, wo so viel von Berufenen und Unberufenen über den Talnmd, dessen Inhalt und Werth gesprochen und gefabelt, und so wenig für das wirkliche Studium desselben gethan wird, wo so viel über Abaji und Raba geschrieben und nachgegrübelt wird, wo sie gelebt, wo sic gestorben, und wo sie gelehrt haben, aber um das was sie gelehrt haben, sich gerade diese Schreiber am wenigsten kümmern, wähtcitb. der wahre Lamdan, seinen Talmud studirt, ttnb kein Wort weiter darüber verliert. M. M—n. Frankfurt, a. M., ,21. Juli. Ich fahre nun in meiner Mittheilung fort: Auerbach will nur objektive Gründe, die ans demGottesdienstselbsthergenommenwerden. Trägt an überd. objektiveRothwendigkeit nicht abzustimmen. Einhorn trägt vor, welche Kraft die h. Sehr, haben »könne, wenn die Einheit blos im Misverstehen liege. So lange kein Moses unter uns entsteht, der aus dem nackten Felsen Wasser schlägt, so lange werden, wir nicht im Stande sein, aus dein starren Felsen einer todten Sprache, den lebendigen Quell der Andacht hervorsprudeln lassen zu können. Herxh. Die Schüler haben Antipathie gegen das Hebräische. Man habe auch behauptet, daß wenn die hebr. Sprache auch nicht mehr beim Gottesdienste gebraucht, sie dennoch in den Schulen gelehrt werden könne; allein davon erwarte er wenig. In den Schulen werde in der Regel nur dasjenige gelehrt, was für das Leben nöthig erscheint, wird nun die hebr. Sprache vom GD. verdrängt, so wnixic man sie auch nicht mehr in ben Schulen Lehren. Die Synagoge sei noch der einzige Zufluchtsort für das Hebräische. Wir brauchen nicht orthodoxer zu sein als Moses und die Talmudisten, aber das Hebräische ist nothwendig, weil es mit den Fasern des Lebens zu sehr zusammen gewachsen ist. Sobald wir subjektiv und objektiv trennen, so stellen wir uns über das Gesetz. Schott. Der Redner vor ihm gebe ihm Anlaß zu erfüllen den talm. Spruch nnD HDD. Er sagt: Weil dieKinder von Widerwillen gegen das Hebräische eingenommen, müsse auch der Unterricht in derselben erfolglos bleiben, und daher sei diese Sprache zu entfernen. Hierauf entgegne ich zunächst, daß diese Schlußfolgerung ungegründet sei, da des bloßen Widerwillens wegen eine so wichtige Sache noch nicht aufzugeben ist. Es können Manche sogar Widerwillen gegen die Gesetze der Sittlichkeit haben, sollen diese darum aufgehoben werden? Auf den specieklen Gegenstand übergehend frage ich: Woher rührt der angebliche Widerwille? Wenn er den Kindern nicht von den Eltern und Lehrern eingekmpft wird, so werden sie eben so gern Hebr. als jeden andern Gegenstand lernen. Andere Redner haben die objektive Nothweudigkeit der hebr. Sprache aus dem Grunde von sich gewiesen, uveil ein großer Theil unsrer Glaubensgenossen,' insbesondere das weibliche Geschlecht, sich in dieser Sprache nicht mehr erbauen könnten. M. H., ich trage diesem Umstand die gebührende Rücksicht und wollte eine theitweise Mitbenutzung der deutschen Sprache , es dürfe diese aber nicht so weit gehen, daß dadurch ein sehr achtungswerther Theil unsrer Glaubensgenossen ganz aus dem GotteShanse verdrängt werde. Er frage alle anwesende Mitglieder, ob sie dieses nicht zu befürchten haben, wenn sie beit hebr. Theil des GD. nicht vorwiegend erhalten. In gesetzlicher Beziehung ' dürfe er wohl die CüD"V? n^tworr cyrvD als Autorität Heranziehern ri-noniD rftp roston ‘rn? erklärt derselbe pD rbp nteo r-npn rvro1?. Stein resumirt die vorgebrachten Motive, und empfiehlt aufs Diugendste die objektive Nothwendigkeit der heil. S., sie fei ein Band der Einheit und der Innigkeit, und nothwendig zmn Verständnis) der h. Schrift. Den Vorwurf der Rationalität weist er zurück, weil wir keine Ratiorr rrur GlaübenSbrüder oder eine Glaubensfamilie sein. Analogien weise die Geschichte auch auf, die franz. Emigranten, in Deutschland heimisch, beterr in ihrer Muttersprache, so die vertriebenen spanischen Juden. — Der Geist der Bibel könne nicht in der Uebersetzung gegeben werden, der Vers yDW lasst drei verschiedene Übersetzungen zu. — Er stellt nunmehr die Frage, ob es aus andern Gründen objektiv nothwendig sei, daß im Gottesdienst Hebräisches beibehalten werde, waS mit 15 gegen 13und3 suspeud. Stimmen verneint wurde. Es wurde mit namentlichen Ausruf abgeftiinmt. Herrheimer äußerte: er wisse nicht, ob er ja oder nein sagen solle. Der Präs, stellte nunmehr die Frage, ob es rathf a ul scheine, hebr. Gebete theilweise bei dem Gottesdienst beizübehalten. Geiger beschwert sich, daß man so lauge über etwas Formelles diskutire. Der Unterschied zwischen den beiden Fragen sei nicht so bedeutend, worauf erwiedert wurde, daß ein großer Unterschied zwischen objektiv nothwendig und ,,ans andern Gründen rathsam" sei; ist jenes der Falk, so muffe mit aller Kraft dem Hebräischen 'still Bestehen im Gottesdienst erhaltelr werde, ist es aber nur räthsam, so würde damit ausgesprochell, dgß die Erhaltung des Hebr. nur eine nothwmdige Koncession der Gegenwart sei. In der motivirten Abstimmung sprach sich die Majorität dahin aus, daß es rathsam sei die hebr. Spr. beizübehalten. Diese Abstiuunllng wurde von vielen, die gegen die objektive Nothwendigkeit gestimmt

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