Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 31 (30.7.1845)
- Date
- 1845-07-30
- Page
- Spalte 491-492 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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491 492 Kritiken. Kurze Anzeigen^ Jbn-Esra's Arithmetik. Angez. von I. Doktor. 3. Wissen wir nun, daß er fähig war, den S ohar zu schreiben, und daß er seinen Grundsätzen zufolge den Inhalt des Sohar verbreite n m u ß t c, so sch tt uur n o ch, daß A b u'l'asia selbst zu verstehen giebt, er habedcn Sohar wirklich geschrieben. Auch daran haben wir keinen Mangel. Es ging Abu'l'afia wie cs allen pseudonymen und anonymen Schriftstellern geht. Wenn sie auch aus gewissen Gründen nicht als die Verfasser ihrer Arbeiten gekannt sein wollen, so schmeichelt es doch ihrer Eitelkeit, wenn man Verdacht auf sie hat. Ja sie geben nicht selten Winke, um die Aufmerksamkeit des Publikums auf sie zu lenken. So hat esMu'l'asia gemacht. Er sagt zwar' nirgends geradezu, er habe den Sohar verfaßt; das laßt sich nicht erwarten: aber er hat Dinge gethan, und Worte darüber geäußert, die geeignet sind, nicht bloß die Wett stutzig zu machen, sondern auch auf die Sache hinznführen. Wer nun vollends seine Terminologie und seine Art und Weise kennt, sich anszndrücken, dem kann es nicht viel Mühe machen, ihn zu verstehen. Horen Wir also was er that und sagte: Er schrieb ein nNDJ “löD in der Form eine § halben Buches (als wenn eö die Hälfte eines ganzen BucheS wäre), und nannte es rn^Dn. Hier haben wir einmal Eilt Räthsel, das den Lesern auffallend sein mußte. Hören wir nun, was er über diese in der Form eines halben Buches geschriebene müsn sagt. Die Form eines halben Buches sei gewählt, weit ein Gehcimniß eines halben Namens (M '»LN Mv) darin liege; ferner: sei blos ein äußerer Name, und komme in der Schrift' selbst nicht vor; diese rnEsn rechne er nicht unter seine anderen Schriften: sie sei die Vollendung und der Schluß aller. (sie ist aber schon 5040 geschrieben worden); sie sei D't&Hp'BHp, sie sei daS rrwan “iDD; D’pn nfi? na. Lauter Räthsel! Wenn man aber bei Räthseln gar zu viel sagt, so wird die Lesung leicht. Das ist hier der Fall. Er hat also das Buch 'in einer Form geschrieben, als mache es die Hälfte eincS ganzen Buches aus, und erklärt dies noch deutlicher, cs liege das Gehcimniß von der Hälfte emeS Namens darin. Gut! Nehmet einmal den Namen: jnpnn nnr (das ist eigentlich der Name des Sohar, von dcm VerS: jppnn ma r,*np der im Eingang so oft wiederholt wird), und theitet ihn in 2 Hälften: so habt ihr — mtfsn (die 2 Hälften sind nämlich 299 und 298, wenn wir keinen Bruch bn npaN bata b , nun rpip , niü man * hm Nsp*1 hmv b d , mm nro Nipj ow Wahrscheinlich wegen der Worte-mm nn,2 wird dieserKommentar z. B. bei Oppenheim und de'Rossi auch nnDn »mm genannt. bekommen wollen), mit daS ganze Räthsel ist gelöst! Er schrieb also die niDsn in Form eines halben Buches, weil mosn die Hälfte von jppnn int ist , und sagt, in ihr liege das Gehcimniß eines halben Namens. Diese ,T>Dsn bezieht sich also auf etwas Anderes, auf den Sohar, utxb darum sagt er: der Name mUDn komme im Buche selbst nicht vor, sondern sei ein äuß erer (OT»n DBf)/ d. i. siehe mit etwas außer dem Buche in Verbindung. Was er dann ans diese nnllOn sagt, ist eigentlich auf den Sohar, oder das ganze Buch dieses halben zu beziehen. Es ist die Vollendung und der Schluß seiner Schriften, wird aber nicht unter dieselben gezählt; es ist D’tcnp KHp, es ist IDD, D'pn m HD mwan. Ja sogar der Name miosn ist in Beziehung auf den Sohar sehr sinnig und bezeichnend gewählt. Eine nnüsn ist von einem Propheten Verfaßt, und soll die Stelle der .mm Vertreten; der Sohar ist auch von einem N*QJ} verfaßt, und soll auch an die Stelle von n&PD min treten. Er solle eine müsin im Großen fein 16). (Fortsetzung folgt.) Kurze Anzeigen. IbnrEsra's Traktat über Arithmetik. 31) Notice sur un maiuiscrit hebreu du traite d’Arithmetique d’Ibn-Esra, a la bibliotheque royale (Heb. 449, cod. lib. 240) par IY1. O. Ter quem, (Auszug. aus dem Journal de Matbematiques, Lheil VI. vom Jahre 1841 und besonders abzedruckt in Qniart.) (Schluß.) 3. Addition. Hier schickt der Verfasser ohne Beweis eine Formel voraus, nämlich die, daß die Summe der natürlichen Zahlen — (1 “j~ n) n ober — n -sin ist. 2 2 Bald darauf noch eine zweite ebenfalls ohne Beweis und Erklärung, nämlich die, daß die Summe der Quadrate der natürlichen Zahlen in ihrer Aufeinanderfolge ist n /n -f n X 2 n + 1. \1. 2./ 3 Hierauf folgen dann Regeln über die Addition von Graden, Minuten und Sekunden, die ich übergehen will, weil sie 16) Nach dem Sohar ist mm der nym YV )TV) 2)0, auf der einen Seite gut, auf der andern böse, denn sie enthält: -|1DN , rnnci ruvDiü , biDSl -ilBO; dev Sohar aber ist der mm py, der keine böse Seite hat. — Die Lehre Mosis ist bitter geworden, nniD iNm; vom Sohar aber heißt cs: ipnm D'EH *?N 'n irn'01 D'OT.