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Der Orient · 1845-07-30 · 31 (30.7.1845) · p. Spalte 487-488

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
31 (30.7.1845)
Date
1845-07-30
Page
Spalte 487-488 (sequence 4)
Language
German
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487 488 Studien. AbuN'afia's Fähigkeit zur Abfassung des Sohar. wäre gewiß von den skrupulösen Rabbinen, bei dem oben angeführten Fall, daß nämlich das Gericht von dem Schwörenden die Offenbarung verlangt, und er.das Geheimniß, trotz der beschwornen Geheimhaltung entdecken muß, verordnet worden: das Gericht soll ihm früher den Eid auflösen; denn man -ü"6 kann ja jeder njn bp TU aufgelöst werden. — Jedoch ist ein solcher Schwur nur datm als ein Eid zu betrachten, wenn der Andere, vertrauend auf sein Versprechen der Geheimhaltung, ihm das Geheimniß anvertrauet hat, da beziehet sich der Eid auf Recht und Pflicht, wie ich oben auseinander gesetzt. Aber wenn Jemand durch Zufall das Geheimniß eines Andern erfährt, und dann ihm schwört es nicht zu entdecken; da hatte der Andere kein Recht die Geheimhaltung zu verlangen (denn Billigkeitsgesetze erzeugen kein Recht), folglich auch der hinter das Geheimniß gekommene Mensch keine Pflicht es zu bewahren, der Schwur hat also eine neue Verbindlichkeit geschaffen, und -ist daher blos ein Schwur rOH njn by, aber kein Eid. Einen solchen Schwur läßt der Talmud (Nedarim 65 a) den König Zidkija dem Nebukadnezar und (Sota 26 6) den Josef dem Pharao schwören, daher findet bei diesen beiden Schwüren, die - Giltigkeit der wenn auch ganz widergesetzlich geschehenen Auflösung, ihre Vertretung. (S. auch Jore Dea 239. §+ 7.) d. Wenn sich der Schuldner als insolvent erklärt, so muß die Insolvenz beschworen werden (Chosch. Misch. 99. §. 1). Dabei muß er auch den promissorischen Eid leisten, daß er Alles was er in der Folge erwerben wird, dem Gläubiger zur Bezahlung geben will (ibid,). Dieser Erd geschieht gerichtlich und ist gewiß unauflösbar. Mir einem Worte, nie habe ich eine Meinung für die Auflösbarkeit derart promissorischer Eide gefunden. Zeugeneide können nach rabbinischen Gesetzen nicht promissorisch sein, weil kein Zeuge die Aussage zu beschwören braucht, wohl aber können sich Zeugen eines assertorischen Meineids schuldig machen, sie wissen nämlich von der zu bezeugenden Sache, und schwören sie wissen nichts (Maim. H. Schebuot Abschn- 1. §. 12). Wie ist nun dieses auf die jetzt vorkommenden gerichtlichen Eide anzuwenden? Diese beruhen einzig und allein auf Recht und Pflicht. Zeugen-, Militär-, Beamten-, Haupt-, Erfüllungs-, Schützungs- und Manifestations-Eide müssen aller in diese Kategorie gesetzt werden, weil sie nicht neue Ge- und Verbote, auch nicht neue Verbindlichkeiten machen, sondern schon bestehende Rechte und Pflichten bekräftigen, daher mögen sie assertorisch oder promissorisch sein, sie bleiben unverbrüchlich und unauflösbar. (Fortsetzung folgt.) Vorläufiger Bericht über Mein Studium der Münchner hebräischen Handschriften. Von M. Lnndnuer. (Aus dem Nachlasse mitgetheilt.) Vorläufiger Bericht über meine Entdeckung in Ansehung des Sohar. l Fortsetzung.) B. Beweise uns seinem Leben, seinen Grundsätzen .und seinen Aeußernngen» 1/ ®v war in jeder Beziehung fähig, den S oh cu zu schreiben. Er war ein großer Phitolog. Was die hebräische Sprache beirisst, so ist er nicht blos im Gebrauche derselben ganz, ruächtig (er schreibt einen fließenden Styl, und macht herrliche Gedichte), sondern hat auch grammatische Schriften über dieselbe veröffentlicht, die, wie er sagt, von Andern benutzt wurden. Die hat er ganz im Kops. Bei jeder Gelegenheit giebt er dieselben. Er nennt den Onkelos: riON,n n y* Er versteht aber auch Arabisch, Griechisch und Lateinisch. Er hält jede Sprache für eine heilige, und sagt im nwn *idd, zu nmiNn *jmt Nlüsse man auch iyb \wb) w nehmen. Er hat von zwölf verschiedenen Lehrern, die das erklärten, in r&np Unterricht erhalten. Er sagt einmal: bap0 'taipö DIN* ’OEHp iS ■üdö nnr onNDD d^öd rfopa. Den Plato und andere griechische Philosophen hat er gründlich stndirt, und hält große Stücke ans dieselben. So weit der menschliche Geist, ohne und Dfi^n ^1'' kommen könne, seien diese Philosophen gekommen. Ganz besonders aber lobt er den Plato. Jeder echte Kabbalist müsse die Werke Plato's studireu, dann erst werde er einfthen, was die wahre Kabbala sei. Er ist ein schlauer und kühner Kopf. Er glaubt nicht, daß das rrrsr;D von iopy oder gar von wdk dpton sei. Einrnal spottet er über diese Ansicht, und ein andermal sagt er, "üTOn D^nn rprw ■»d n^rr»' f rm> D. Er nennt sich, wie es ihm gefällt, und seine Schüler, wie es ihm beliebt. Zu Capna hatte er 4 Schüler, diesen gab er die Namen: mty) rpisn bwi. Den nnty aber nannte er auch rrat. Er kann mit Pftudographie meisterhaft umgehen.

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