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Der Orient · 1845-07-30 · 31 (30.7.1845) · p. Spalte 483-484

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
31 (30.7.1845)
Date
1845-07-30
Page
Spalte 483-484 (sequence 2)
Language
German
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483 Literaturberichte. —. Studien. Steinheim. Sachs. Die Unverbrüchlichkeit der Eide. 484 nux nicht der rechte, der wahrhaftige nicht. Keine Ahnung von der.tieferen Bedeutung und dem Gegensätze des Lehrbegriffes der Synagoge zu den Lehren des Heidenthums und der Philosophie!" — Und auch in der That hat sich in Beiden die Unkunde des Lehrbegriffes der Synagoge bekundet. Nur bei dieser Unkunde konnte es möglich sein, daß der Eine die Religion als Küchenpolizeimaaßregeln, als Schneider-Vorschriften, als Bezähmerin des polizeiwidrigen Skandals in der Synagoge ansieht, und danach im Rathe der Rabbiner seine Vota abgiebt, der Andere in der Tageswählerei, wie den Sonntag für den Sabbat rc. das Wesen der Religion erblickt. Denn Keiner dieser beiden großen Philosophen hatte bis jetzt den Verstand, den rathlosen Rath auf Principien zu leiten, wodurch doch allein eine Reform, ein Verständniß möglich. —2) Die religiöse Poesie der Juden in Spanien. Von Dr. Mich. Sachs. Berlin, 1845. 8. Veit und Comp. VIII und S. 347. Die hebräischen Beilagen 51 Seiten. Preis!•§■ Thlr. —- Die wissenschaftliche Behandlung der religiösen Poesie der Juden im Mittelalter ist aus dem unabweislichen Bedürfnisse der Zeit entstanden, die aus der Synagoge zu weisenden Pijjutim ihrem Gehalte nach kennen zu lernen, um nicht mit der unwissenden Rabbinerschaar das leichtsinnig hin zu verachten, was jetzt bloß einer andern Geistesrichtung weichen muß. Die zahlreichen Liturgicmacher, welche, wie die Amme Ha-Arez im Talmud, eine ordentliche Wuth gegen jede Wissenschaft zu jeder Zeit herauskehren, haben in ihrem zelotischen Pijjutim-Haß gerade die Arbeiten eines H eidenh eim, Luzatto Zunz, Rapaport, u. D likes über die synagogale Poesie hervorgerufen, unter welchen der Letztere namentlich in außerordentlicher Fülle diese Seite der jüd., Literaturgeschichte uns vorsührte. Hr. Sachs schließt sich zur historischen Anschauung jener Sangesweisen noch die ästhetische hinzufügend, jenen fünf Männern, namentlich dem letztern, der das meiste Material beschafft und bearbeitet, an, mit jener der Wiffenschaft eigenen Hingebung an seinen Stoff, daß er mit Lenau's Distichon ausruft: „O schöne Zeit, die wir verloren haben-—O trübe Zeit, die den Gesang begraben", das er zum Motto erhebt.. Von Seite 1—135 giebt Hr. S. Uebcrsetzungen religiöser Dichtungen von Salomo Jbn Gabir ol (Gebirol), Josef Jbn Abitur, Isaak Jbn Giat, B e ch a i b r n I o s e f, M o s e I b n - E s r a, I e h u d a h a- L e w i, CH a l f o n, R a b b i Lews, Abraham 2 b n - E s r a, Joab, von unbekannrenVerfassern, Nach u m, Mose den Nach man, und aus diesen Uebersetzungen läßt sich schon allein ein kleines deutsches Gesangbuch für die reformirte Synagoge zusammensetzen, wenn sie, einmal nachahmungskrank, ein solches Gesangbuch haben muß. Bei einem solchen Gesangbuche hätte, die Synagoge dann den Vortheil, daß sie den Gedankenreichthum ihrer edelsten Sänger der Vergangenheit, die Glaube nsansichten des wahren Judenthums mit der echten Ethik des Mosaismus behielte, und auch die modernen Religionsmacher hatten den Vortheil, des Selbstdenkens und Studirens, das ihnen ohnehin so schwer wird, zu entbehren. Von S. 141 an giebt der Verfasser eine geschichtliche Entwickelung der religiösen Poesie der spanischen Juden im Mittelalter, die an so vielen treffenden Bemerkungen reich ist. Dann folgen hinten, besonders paginirt und mit einem eigenen Vorworte die Originale zu den übersetzten Stücken, die hebräischen Beilagen, die.für die wenigen Kenner des Hebräischen ebenso werthvoll sind, als die historische Entwickelung. In einer demnächst erscheinenden Recension über dieses Werk wird Mehreres über die religiöse Poesie beigebracht werden. Hamburg, 15. Juli. Da vrele neue Erscheinungen wegen Mangels an Raum! in Ihrem LB. gar nicht zur Besprechung kommen können, so ist es gewiß nicht unwichtig, wenn wenigstens bibliographisch alles Auftauchende zusammengetragen wird. Zuerst mögen hier einige Berichtigungen Platz finden. 1) Senglers Buch heißt nicht: die Kabbalah und die Idee Gottes, sondern blos: die Idee Gottes, enthält aber einen Abschnitt über die Kabbalah. Es hätte heißen sollen: Ueber die Kabaalah in: die Idee Gottes von Sengler. — 2) Der Vers, der französ. Schrift über die Juden Frankreichs, heißt nicht Haller, sondern Hallez. — Nun die neuen Erscheinungen auf dem Gebiete unserer Literatur: 1) Paris, bei Dumont. Le Ghetto ou ie quartier des juifs par le Bibliophile Jacob. 3 vol. 1845. — 2) Hannover, Hahn'sche Hofbuchhandlung: Abschiedspredigt, gehalten am Sabbat den 28. Juni 1845 .... von Dr. N. Adler. Zum Besten des (in Hannover) zu begründenden israel. Schullehrerseininars. — 3) Dr. F. Hard, Erklärung der messianischen Weissagungen im Alten Bunde. Th. I. Lief. 2. Erklärung der messian. Weissagungen im Pentateuch. 2. Lief. 22 gGr. — 4) Im Journal des Debats vom 11. Juli steht der dritte von den Lettres sur Abyssinie von (dem franz. Missionär) Antoine d’Abbadie. Er beschäftigt sich mit den abyssin. Juden. — 5) In der Revue religieuse (7. Jahrgang 1845, Juli) befindet ftdj Melodie.hebnuque, poesie par M. Vidal, pasteur a Bergerac. Ueber die Unverbrüchlichkeit -er Eide. Vom Rabbiner Fussel. (Fortsetzung.) Ein Schwur hebt den andern nicht auf; schwört Jemand, das Erlaubte nicht zu essen, und dann wieder, es ja zu essen, so ist der zweite Schwur vor der Hand ungiltig, und tritt erst in Wirksamkeit, wenn der erste aufgelöst wird (Schebuot 27 b. Sore Dea 238. §. 11), dagegen wird ein Eid aufgehoben, wenn ihm ein stärkerer, d. h. zur Bekräftigung einer stärkern Pflicht entgegen tritt. Es schwört z. B. Jemand, das ihm anvertrauete Gemeimniß zu bewahren; der Eid kann

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