Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1845)
- Date
- 1845-07-30
- Page
- Seite 242 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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auf die Herausgabe einer jüd i sehen Rirchen ^ei-kustg»- Äom Pfarrer -Robert Haas. würde em DchreMn verlesen, die R.-V. möge erklären, daß sie das Interesse deS deutschen Vaterlandes zu dem ihrigen mache, und daß sie das von ihn: redigirte WolköblatL unterstützen solle, — Von Dr. H e r x h eLme r wllrde ein Antrag zur Abschaffung des zweiten Festtages ('iü tt"') verlesen. Hieraus wurde eine Denkschrift von 168 Gemeindemitgtiedern aus Breslau verlesen, welche für die Sabbat- und Speisegesetze eine der Erforderung der Gegenwart entsprechende Reform beantragen. Mehrere Stimmen erhoben sich zugleich, solche als nicht zulässig zurückzu weisen; der Präs, ruft zur Ordnung und bittet die Versammlung sich aller Aeußerung zu enthalten, bis die Anträge zur Diskussion kämen. Räbb. Dr. Hirsch erklärt, daß er den Muth habe, sich gerade mit dieser Adresse einverstanden zu erklären, Vom Präs, zur-Ordnung verwiesen, N. Einhorn bemerkt, daß es sich hier um die Ehre der Versammlung handele und diese Adresse zuruckgewiesen werden müsse. Dr. Heß erhebt sich ihm zu antworten, wurde aber vom Präs, zur Ordnung verwiesen.. Hierauf wurde zum K o m m i s si o n s b er ich L über die L i tu rg i e geschritten, der nunmehr in veränderter Form und Fassung vorgelegt wurde und namentlich sich nur auf die Beantwortung der sechs Fragen beschränkte, nämlich die hebräische Sprache sei nicht o bjektiv aber subjektiv, nothwendig, und rathsam sie beizubehalteu, bei D13 mit den Responsen, bei yop, bei den drei ersten und fcrct letzten Segenssprücherr in pw und bei der Vorlesung aus dem Pentateuch. Die Wiederholung der jAtf sei überflüssig, die OW1O seien unstatthast. Der Res. ist jedoch der Meinung, daß dieselben beizubehalten seien und zwar die nttnriNl nWNi 'J in der gewöhnlichen Form, für das in der Mitte ausfallende jedoch ein Surrogat nach der Bedeutung des TageS verfaßt werden solle. Die Vorlesung aus dem Pentateuch soll auf eitlen dreijährigen Cyklus ausgedehnt werden. Für die Perikopen sollen Abschnitte auch aus dem übrigen Theile der Bibel, jedoch nur in deutscher Sprache; die b’NTip nyattf sollen abgeschafft und die m*nn nmn nur einmal vorn Vorleser verlesen werden. Der Referent stimmt jedoch diesem nicht bei. Das Dogma des Messias müsse allerdings eine .hohe Berücksichtigung finden, jedoch mit Ausscheidung aller politischnationalen Vorstellungen. Das Schosarblasen solle beibehalten, aber mtt einmal nS&h geblasen werden. Die '1 sollen nur vom Vorsänger in die Hand genommen werden, jedoch ohne zu schütteln. Referent trägt auch seine von der Majorität abweichende Meinung vor, ,,auch Landesfrüchte auszustellen , damit das Fest seine eigene Bedeutung für uns habe". — Die Einführung der Orgel in der Synagoge sei erlaubt und wünschenswerth. Holdheim erklärt, er habe sich von der Kommission zurückgezogen. Der erste Paragpraph des Komnüssionsberichts wurde hierauf zur Krage gestellt/ ob nämlich die hebr. Sprache objektiv beim Gottesdienst nothwendig sei. Frankel stellte hierauf in einem gehaltvollen Vortrag (den wir in Extenso mitthcilen werden) den Antrag, einPrincip aufzustellen, nach welchem man sich zur Entscheidung über die religiösen Anträge bestimme. Vom Präs, ermahnt, sich strikt an die Frage zu halten, vertheidigt der Redner die objektive Nothwelldigkeit der hebt. Sprache, die beibehalten werden müsse, damit das Hebräische selbst uns bleibe; denn daß mit dem Verlust des Hebräischen-wir die ganze Keuntnißder heiligen Schrift verlören, gehe am deutlichsten aus dem Leben der Alexandriner hervor, deren Repräsentant Philo bei allem seinem Wissen, doch des Hebräischem so unkundig gewesen wäre, daß er die Bibel im Orginal nicht verstand, ja keine Ahnung hatte, daß sie von einer mit einem Schreibefehler ihm in die Hände gefallene Uebersetzung abweiche, so übersetze er NID mra “apn nriNl (xQovcpeig .... . für eoixpag), du wirst ern ährt sein im hohen Alter, (iim'8 rer. cknünur x. 519), was ihn zu einer langen Erklärung veranlaßt. Formstecher schloß sich dem Redner hinsichtlich der Principienfrage an, wurde jedoch vom Präs, unterbrochen, weit diese Frage nicht, zur Diskussion gehöre. Maier erklärte: Frankel habe die Schranken der Diskussion überschritten Und sich in weitschweifigen Phrasen bewegt, die er schon in seiner Zeitschrift niedergelegt habe. — (Allgemeine Indignation.) Geiger erklärte, daß die Princip-Frage im Allgemeinen wegbleiben müsse, um etwas Praktisches zu erledigen. Er stimme, die hebr. Sprache sei objektiv nicht nothwendig, das Subjektive habe nur fi'lr den Einzelnen Giltigkeit. Hirsch: Er glaube objektiv heiße im Sinne der Kommission u othw endig;'subjektiv, ob rathsam, und will im Allgemeinen über die Nethwcndigkeit der hebr. Sprache abgestimmt haben. Bei Aufstellung von Prinzipien wird derselbe unterbrochen. «^sidheim betrachtet die objektive Nothwendigkcit des Wibehaltens der hebr. Sprache nur alsdann für gerechtfertigt, wenn mau befürchten müsse, das Nichtbeibe- Halten könnte der religiösen Anschauung Schaden bringen. Der Präs, nimmt ihm das Wort, indem er bemerkt, daß die Frage dahin laute, daß man unter objektiv gesetzlich verstehe. Nachdem mehre Redner wegen der Unbestimmtheit des Ausdrucks objektiv eine andere Fassung wünschten, wurde die erste Frage in zwei getheilt, ob es gesetzlich geboten und nothwendig sei, daß im Gottesdienst das Hebräische beibehalten werde, itnb ob cs aus andern Gründen objektiv nothwendig sei re. Frankel erklärt, daß er noch nicht reif genug sei, um ohne nähere Prüfung die gesetzliche Nothwendigkcit durchweg abznsprechen. Schott will solche auch nicht unbedingt zurückweisen. Einhorn kann nicht begreifen, wie Männer von