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Der Orient · 1845-07-23 · Heft 30 (23.7.1845) · p. Seite 238

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 30 (23.7.1845)
Date
1845-07-23
Page
Seite 238 (sequence 11)
Language
German
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die in den ältesten Zeiten und unter ganzandern Verhältnissen' Iudenthum geistig schützte. Zu einerjeden Zeit, in welcher der Geist philosophischer Forschungdie'Menschheit beseelte-, wurden^ alle religiösen; Institutionen ein Gegenstand der freien vernünftigen Prüfung, und mehr oder weniger angegriffenauch das Iudenthum theilte-dieses Schicksal, durch seine hervorragenden- Geister aber, dir immer auf der wissenschastrichen Hohe der'Zeit standen, könnte ihm der Sieg nicht fehlen, und die cingetretene Dissidenz wurde entweder ün Keim erstickt, oderschwach und unschädlich gemacht. -Von-den Männernder uralten Zeit ist' uns hierin nur- Philo und Joseph us bekannteine größere Zahl jedoch aus^ der arabischen Periode, wo so vrele Sterne erster Großeam - Firmanent der höhern,. Wissenschaften unter uns-glänzten*), welche das rabbinisch.e Iudenthum zeitgemäß erläutert, verLheidigt und erhalten-haben. Wohl berechtigte-unsauch das vorige Jahrhundert, vorzüglich beim Aufleben der Wissenschaften in Deutschland, zu den schönsten Hoffnungen; Männer wie M endelsf-o hn> Sal. Maimo n, Be ndavi d,,M. H e r z, M. Btto ch u. v^A., entstanden m kurzer. Zeit, - und was: versprach, man sich nicht'Alles-vom der Zukunft! Außer im Gebiete.der jüdischen Geschichte, der. jüdischen Sprachforschung-und. der. Kritik',. wo wirbedeutende Celebritäten besitzen , wen hat.aber unsere Zeitauszuweisen, den wir den Genannten an die Seite setzen-können,, und welchen. Antheil nehmen wir überhaupt an dem Riesenbau der. Philosophie der. Neuzeit, sowohldertheoretischen,. die. von Deutschland ausgeht, sich selbst in den civitisirten - Nachbarländern eine , unbestrittene Herrschaft', errungen hat-) alsder. praktischen, die gewiß die/schönsten.Früchte tragen wird zur Verbesserung unserer-, socialen-Zustände? Wir. haben wohl-wiele.Theologen,auch; theologische Philosophaster, aber-leider, nur sehr, wenige gründliche. Philosophe-n, und. geradediese sind es, die uns gegen die-, feindlichen Angriffewon Innen und; Außen am Meisten noth thun. Das.- Iudenthum kann.. sich wohlfeiner göttlichen Natur nach immer, mit der eben, so göttlichen Vernunft vereinigen, und gleichen Schritt halten mit derfortschreitenden Intelligenz der. Menschheit, aber nicht mit emerffremdenLheologie, deren Principien Mancher, theilweife auch, mit der Kutte und "dem Wäret..in.sich ausgenommen hat. Eine gründliche, philosophische-. Prüfung, und Darstellung des- Iudenthums, nach, dem jetzigen Stande der. Wissenschaft kann unseres Erachtens demselben nur. nützlich-fein und wird?gewiß Viele zurückführen,.die .sich, nur..aus Unkenntnis von demselben losgesagt haben; jedoch muß eine solche. Prüfungganz^ objektiv und unbefangen sein-.ohne sich vornherein ein. approbirendes Ziel vorzustecken., und. Ln den Fehler zu verfallen, den man mit . Recht, dem.Rationalisten verwirft. *) Es ist gewiß kein kleines Verdienst der.- neuerm Gelehrten, daß sie uns immer mehr mit dem Leben und den Leistungen dieser Männer bekannt machen, wie nicht minder daß die Schriften Scm-ja's, Maimuni's, I- Ha-L'ewsts, Albo's durch- Uebersetzungen allgemeine Verständigung erlangten.- Nur durch die- Unkenntnis des Iudenthumsscheint es uns, konnte man im gedachten Aufrufe sagen- „Wirkönnen nicht mehr Unsere göttliche- Freiheitder-Zwingherrschaft des Buchstaben opfern".- Wenn hier unter „g ött l iche Freiheit" nicht gerade das Gegentheil, d'. h. thierisiHe Freiheit verffandensein soll, sondern die von Gott jedem Menschen, „und würde er in Ketten geboren", verliehene-- Freiheit des vernünftigen Denkens, so ist es ein großer Irrthum zu glauben, das Iudenthum wolle diese Freiheit nur im mindesten beschränken , vielmehrist es dessen Hauptzweck/ sie' möglichstzu sichern (vergl? Beiträge zur Würdigung der- Wirren- S. 47). Wir brechen hier abum eine weitere Besprechung des vorliegenden Schriftchens' der Beurtheilung der Stern'schm Vorlesungen, die so" viel auf' die Statuirung des' gedächten Vereins gewirkt Haben, anzufügen. M. Perfonalchronik und Miseellen. Groß-Kanischa. Der Verfasser der jSchrift: „Der' Talmud und die Perfektibilita't des. Mosaismus vom Standpunkte der Reform" ist-ein Rabbinerim südlichen Ungarn; der Name Theodor Bürger ist. singirtt- Das Schriftchm ist bekanntlich in einem Iudendeutsch und von. einem der Sekte der Talmudschächter geschrieben — Der Rabb. Daniel. Pullitz in Szegedin hat, zum ersten Male in Ungarn, eine Konfirmation abg.ehaltcn. Lei pzig. Auf vielfache Anfragen mußich die Erklärung-abgeben, daß" sämmtliche- Artikel aus- Frankfurt a. M. die-nicht K^-m unterzeichnet sind', durchaus nicht von 5^rn. Kirchcheim herrühren Red. Hamburg. Der bekannte Publreist L'o u i s S i m o n hier berührt vielfach die jüdischen Verhältnisse in seinen publicistischen Arbeiten. Die Briefe über den Reform-Verein in derneuen Hamburger Zeitung und' die Juden berührenden Artikel im Telegraphen beweisen ebenso den klaren, ungetrübten' Blick, als' sie von seiner publicistischen Gewandtheit' ein Zeugniß ablegen. Hannover. Wer der neuen Rabbiner- (Vor-) Wahl waren 58 Stimmende gegenwärtig».— Die Abreise des Hrn. Dr. Adler nach. London war auf den 30. Juni festgesetzt. Er soll seinen Weg, über Ostende nehmen und wird wohl vor dem 8. Juli in London eintreffen. Dann soll der.Neubau der Synagoge auf Dukes Place eingeweiht werden. Ein franz. Blatt fabelt von einem Thronhimmel, der 13000 Pfd. Ster!, werth sei - und ' beidieser Gelegenheit'gebraucht'werden'solle-

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