Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 29 (16.7.1845)
- Date
- 1845-07-16
- Page
- Spalte 455-456 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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455 Studien. PfllchtgebeL. 456 Aus folgenden Stellen: , tidin nnV ynD nty p« ndvdn p^nsn 3n3 , 'n 'w : ’öjrro niNBi vrcnn nnsn na rfom na ’npinybji hy k"' ■> in 'nsV: i? }'i* nbyn nniNBD1? ns inp mty Wfl natyni rfejaNrib 'n / n"j 'n:n : Nsm ^in erhellet hinlänglich, daß unter nichts anderes als die aus der Balsamstaude Amyris Cileadensis gewonnene balsamische Flüssigkeit zu verstehen sei. . / Daß die Balsamstaude schon sehr früh in'Palästina einheimisch und hochgeschätzt gewesen sein müsse, ergiebt sich aus der bereits angeführten Stelle Genesis 43, 11. Wie hätte sonst der Patriarch Jakob, dev dazumal Ln Kanaan war, sagen können {tod inp? Auch wird vom Propheten Ezechiel der Balsam unter die Landeeprodukte Palästinas aufgeführt5). Tacitus giebt ebenfalls das Zeugniß, daß der Balsam ein palästinensches Produkt sei, indem er sagt: exuberant in Judaea kru§68 nostiom ad morem, praeterque eas balsamum et palmae 6). Unter den Profan-Schriftstellern ist 6. Pliniu8 8ecundu8, welcher Palästina sogar zum ausschließlichen Balsamlande Machen will*), was aber nicht der Fall ist, nachdem schon in den frühesten Zeiten durch die arabischen Karawanen die Balsamstaude, aller Wahrscheinlichkeit nach dein glücklichen Arabien zugeführt wurde, wo sie noch gegenwärtig wächst. Bei den beiden Dörfern Szafra und Wedr in der Provinz Hedschas, auf dem Wege von Medina nach Mekka befinden sich die Balsamgärten, in welchen der sogenannte Mekka-Balsa.m gewonnen wird. Die beste Balsamstaude soll jährlich 10—15 Quentchen durch die. Einschnitte ausfließen lassen, welche vom Juli bis September in die Rinde gemacht werden. Dies ist die reinste Gattung von Balsam (Opobal8arnum), die aber selten nach Europa kommt; und manbehauptet, daß ihn schon die Araber in Szafra.mit Sesamöl verfälschen. Eine geringere Sorte wird durch das Kochen der jungen Zweige gewonnen, und heißt Xylobalsamum Den man aus der Frucht erhält heißt Garpobal8amum. Die Balsamstaude, nach Andern — der Balsambaum, erreicht höchstens 15 Fuß, hat eine breite eingedrückte Krone von sparrig abstehenden Aesten, ist immergrün, und gehört in die 1. Ordnung der 8. Klasse nach Linne. Frisch ist der Mekka-Balsam, dünnflüssig, weiß oder ins Zitronengelbe spielend; er schmeckt bitterlich , gewürzhast, er- 5) asn md W3 ^33 nnn ^nrr" pw min1 f\ "3 ^N'pTiT : "p-iya uro nai .ps'i ran. 6) Tacit. histor. 1. V. 7) Sed omnibas odoribus praeferfcur balsamum, uni terrae Jndaeae concessum, quondam in duobus tantum hortis utroque regio, altero iugerum XX non amplius, altero pauciorum etc. c, c. Plin, secund. Natur, hist. Hb. XUf. cap. XXV. wärmend, und riecht äußerst fein ungefähr, wie Rosmarin. Mit dem Alter verdickt er sich, und verliert vom Geruch. Wegen der vielen Verfälschungen durch Sesamot und cyprischen Terpentin , ist er in Europa aus dem Arzneischatze gekommen, aber um so beliebter ist er noch jetzt im Oriente, wo man ihn zur Heilung der Wunden, gegen die Pest, in Geda'rmkrankheiten, und in Egypten gegen die Unfruchtbarkeit der Frauen gebraucht«). Die vornehmen Orientalinnen bedienen sich desselben als 6o8metieum. Er soll die Haut glänzend und glatt erhalten, und lange vor Runzeln schützen. Es glebt noch eine Art den Balsam zu sammeln 9) : bricht nämlich gegen die Sonnenseite ein Blatt vom Blattstiele ab; sogleich fließen aus der Wunde einige wafferhelle ungemein wohlriechende Tropfen, welche in einem gläsernen Fläschchen aufgefangen, und wohlverschlossen aufbewahrt werden. Dies ist die feinste Gattung 0pobal8am. Die arabische Radix vvn bedeutet manare fließen, und bezeichnet gleichsam die Thräne der Balsamstaude/welche im Arabischen Abuscham d. h. Dx pater arotnatis heißt. Der Talmud hat das sehr treffend kommentirt: rptfPl “HS? *)öpn .^jio 0 nm). Auffallend ist es, das in den biblischen Schriften nur des IJ&D ’HB und niemals des von Jerecho gedacht wird. Daß Palästina der sabäischen Königin die Balsamstaude verdankt habe*-"), gehört zu den Fabeln. Sie war lange vor Salomon eine einheimische Pflanze. Zu Josef Flavius Zeiten scheinen die Balsamgärten zu Jerecho noch in sehr blühendem Zustande gewesen zu sein^^). Unter dem eisernen Arme des türkischen Despotismus aber ist die Balsamstaude so wie vieles andere Gute aus dem ehemals gesegneten Palästina verschwunden. M. Horschetzky, Dr. med. m Gr. Kanischa. IV. 1. Berichtigung. In der Monarsschrift des Hrn.. Dr. Frankel, 1. Heft d. I. S. 38, bemerkt ein Recens. der Bergsohn'schen Schrift über die Beschneidung, daß die Beschneidungsoperation zu den Zeiten des Talmuds neben den Aerzten auch von dem Uman geübt wurde, und beruft sich dabei u. A. auf Sanhedrin 17 b. — Wir haben dagegen zu bemerken', daß in der angeführten Stelle unter pW)'XDD nur eine Person zu verstehen -ist. Daselbst heißt rs nämlich in Bezug auf die Worte der Mischna: „anüpi hno? pnrOD1? rviNVNnu mp xnvnrai" wie folgt: „rwhm □nts'j/? irmnmy ,no nnt^jn hno nn Twhvft onra nw vhwn * rodp mnJD iud 8) Umversal-Lexikorr der HandelSwiffenschasten ». August Schiebe. Leipzig 1838. 9) 8aUgniac itinerar. terrae Sanctae. lib. 11. cap. 4. 10) Jos. Flav. Antiqu. lib. Vlll. cap, VJUH6. 11) Ibid. — lib. IV. cap. VI. 1.