Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 26 (25.6.1845)
- Date
- 1845-06-25
- Page
- Seite 203 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2360092-2360364-2360391--5010-3531390- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Dornum 1× ep/1044450
OCR text
203 (j'bw ''D n"') «nb'nt«öi nrortspV (ibiv ''2 n"') abgeschafft werden können; 2) wie p'"2 zeit- und sachgemäß einzurichten sei. Frankfurt a. M., 8. Juni 1845. 4 Der Ausschuß für die zweite Nabbiner- Versarumlung. Deutschland. j Hamburg, 13. Juni. 'Das Politisch-Statistsch- Religiöse von Bedeutung folge hier in kurzen Umrissen.! Zuerst sei der Vermehrung der Anzahl der gegen die j Vraunschweiger (und jede dem nach füge) Rabbinerver- Versammlung protestirerrden 77 Rabbiner um 39 gedacht, > welche bereits in der zweiten Auflage der Erklärung namhaft gemacht sind. Von diesen 116 Rabbinern gehören 84 (nicht viel über die Hälfte) Deutschland, 38 Ungarn, 12 Frankreich, 2 der Schweizan. Die holländischen hckcu ein besonderes hebr. geschriebenes Anathem über du „Neelogcn" ausgesprochen. Unter den hinzugekomrnek.eu wird ausdrücklich L. M. Lambert, Verf. einer- ' Hisi de Hebreux, Rabb. zu Metz Herd ergeh oben. Ungeachtet einzelner Retraktionen (vom Bezirksrabbiner Fürs in Heidelberg) will die orthodoxe Partei unter Anführung des Hrn. Dr. En och in Altona schon vorn '1. Jul. ab (obgleich dann die Tage noch sehr lang sind) die Ziorswache beziehen. — In Warschau hat der Kaiser, von den Herren Joseph und Herrmann Epstein (Bankier der Finauzkammer und HandelSrath) geführt, das jüdische Hospital besucht. Bedächte doch der Kaiser, wie viele Fuder: bereits durch seine Maaßregeln nicht blds physisch, sondern auch moralisch elend gemacht worden sind. Arzneien und Pflege können jene Wuth nicht bemeistern, die jetzt gegen die Juden in Rußland und Polen gerichte: ist. — In Deutschland haben sich neuerdings wieder zwei Ständekarnmcrn mit der EmancipationSfrage beschäftigt; am 29. Mai die Darmstädter zweite.Kammer, welche den Antrag des trefflichen Abgeordneten Glaubrecht in Bezug auf die Aufhebung der Artikel 7—11 deS die Israeliten in Rheinheffen bedrückenden kaiserlich französischen Dekrets' vom 17. März 1808 einstimmig angenommen hat. Am 6. Juni, in der 57. Sitzung der zweiten würtemberg. Kann«er erfolgte das Referat des Abgeordneten H olzinger über die, die Angelegenheiten der Juden betreffenden Petitionen. Die Kammer schloß dann ihre fünfstündige, von 9 Uhr Vormittags bis 2 Uhr dauernde Debatte mit dem durch Acelamation angenvnunenen Beschlüsse: die Regierung möge das Gesetz vom 25. April 1828 im Sinne einer v ol tständ iger en Em an cip a tio n revidiren und bann der Kammer zur Begutachtung verlegen. — Auch in Baiern soll man einen Gesetzentwurf über die Verbesserung der bürgerlichen Verhältnisse der Juden ansarbeiten und den Ständen zur Entscheidung anheimstellen. Besonders wird auf das Drückende der die pfälz. Inden betreffenden Verordnung vom 17. März 1808 hingcwiesen, die jetzt in Rheinpreußen außer Kraft getreten ist und bald auch in Rheinhessen ihre Giltigkeit verlieren dürste. Jndeß ist eine neue Maaßregel gegen die Inden wegen einer von einem Bauer gegen einen Juden eingereichten .Klage angeordnet worden, welche nicht eben von gewaltigem Fortschrittsdrange in Baiern zeugt. Irr Regcnsburg ist nämlich die Verordnung gegen Gnterhandel und Wucher den Juden von Neuem eingeschärst worden. In Prag ist den christlichen Bürgern, die in Folge der vorjährigen Unruhen um eine weitere Beschränkung (?) der Inden nachgesucht hatten, nicht willfahrt worden; indeß sind auch die Bittschreiben der Juden um eine bessere Stellung unberücksichtigt geblieben und auch fortan jede Vergünstigung nur individuell und. nach dein Belieben deS böhmischen GnberniumS möglich. Dagegen ist zum ersten Mate in Posen ein Jude Moritz Mamroth znm Stadtverordneten erwählt worden. — Als statistische Notiz sei hier mitgetheilt, daß, nach dem Staatshandbnch für das Königreich Sachsen auf 1845 (Leipzig, Fleischer) im Königreich Sachsen sitzt 882 Juden und nach authentischen Berichten in Altona 2188 deutsche und-62 portug.-Juden wohnen. — In Betreff der Reform ist noch eines drittel: Artikels der Hamb. N. Ztg. „Reform des Jndcnthums" vour 30. Mai, ferner des von Worms ansgegangenen Planes, die diesjährige Rabbiner-Verfammümg nicht öffentlich abzuhalten — womit auch Stein übereinstimmen soll — endlich einer zweiten Versammlung der „Berliner Genossen für Reform im Jndenthume" vom 4. Juni >zn gedenken. Früher hatte sich die Genossenschaft 15 Bevollmächtigte gewählt; nunmehr ist unter 70 Anwesenden mit bedeutender Majorität der von Dr. Stern unterstützte Beschluß angenommen worden, einen verbesserten Gottesdienst einzurichten. Als Kuriosum verdient Erwähnung, daß in Wien zu einem Wohlthätigkeitszwecke von den Herren Biedermann, Werthheimer rc. eine theatralische Verstellung im jüdischen Dialekte veranstaltet wurde, die 8000 fl. einbrachte. — In der königlich deutschen Gesellschaft zu Königsberg hielt am 22. Mar Prof. Nesse ln:ann (beilausig gesagt, ein vor: Lowosttz zurechtgewiesener Gegner des Talmuds) einen Vortrag darüber, wie, wo und wann wohl die noch jetzt gebräuchliche Eintheilnng der Woche (in 7 Tage) entstanden sei. Nesselmann legt dabei auf die Zahl 7, a(ö eine heilige Zahl viel Gewicht. — Die Novellette: „Herr von Materrellenstern" im zehnten Hefte deS Huberfchen Janus ist nur indirekt auf die Juden gemünzt.. E. C. Leipzig, 13. Juni. Durch Anhäufung des Materials bin ich in meinen Berichten über Bloch's L’Uniyers Israelite von den Monaten März, April, Mai in 26*