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Der Orient · 1845-06-11 · 24 (11.6.1845) · p. Spalte 379-380

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
24 (11.6.1845)
Date
1845-06-11
Page
Spalte 379-380 (sequence 6)
Language
German
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379 aufgehen lassen möchte". Nun fragte Chanina, „Rabbi! . werde ich wenigstens der Zukunft theilhaftig werden? " Und zwar ist diese gestellte Fratze dahin zu erklären, daß Chanina besorgt war, indem durch sein gesetzwidriges Benehmen gegen die bestehenden Regieruirgsvorschriften, und die dadurch veranlaßte vorsätzliche Lebensgefahr, die Verwirkung des zukünftigen Lebens verursacht zu haben, weil dieses als Selbstmord anzusehen wäre. Wirklich wurde nach Absterben des R. Jose Ben Kisma, R. Chanina durch die herumstreifenden römischen Häscher gefänglich eingebracht und zum Scheiterhaufen veructheilt, und es ließ sich die Stimme der öffentlichen Meinung vernehmen pttB NJ\in '“)^p H3 .INST NDH ohfy 'Ti1? f. ibid. ibid. Auch R. Akiba, der bekanntlich durch Unterstützung und Vorschubleistung des Ben-Kosiba oder Bar-Kochba (Sanhedrin, 93 b 5 Ieruschalmi Taanit Kap. 4 und Midrasch Threni) von den Römern zum Tode verurtheilt ward, wurde ebenfalls durch das n3 angegeben , daß dessen Verfahren durch diese Theilnahme nicht strafbar sei, und obwohl er sein eignes Leben und das Leben so vieler aufs Spiel setzte, hat sich dessen ohngeachtel die allgemeine Stimmung zu seinem Gunsten ausgesprochen, weil man allgemein von dessen Frömmigkeit iiherzeugt war, daß alle seine Unternehmungen, aus der reinsten Quelle geflossen sind, und daher heißt es Berachot 61 b nttiW N3py 'i mnü3 '-"pDfiW, 'ütib als dieses noch nicht genügte, ließ sich die Stimme zum zweiten Mal vernehmen yS anjf •'ini7 jditdi , mnaa 8) Auch sonstige vom Publikum geäußerte billigende oder misbilligende Stimmung, wird im Allgemeinen im Talmud durch nn bezeichnet; esheißt nämlich (Sabbat 33 b)> daß die öffentliche Meinung sich über die kontemplative Lebensweise des R. Simon, Iochai's Sohn, ausgesprochen hat, daß solche für das gesellschaftliche Leben nicht paffe, daher ließ sich das ^ip N3 vernehmen, diese sollen in ihre Eremitage zurückkehren, DHN2 ''Db'll Dnnn1? blp CO ilNSJi üDZDpüh. Sn dieser Weise sind splgende Stellen sMegilla Z a; Sabbat 52 b; ibid, 88 a; Baba Mezia 86 a; Taanit 25 b) zu fassen, wo ein allgemein vom Publikum gefälltes Urtheil über den Werth und die Vorzüge der Männer oder Handlungen durch n3 ausgedrnckt wird; zu dieser Kategorie ist auch die bildliche Erzählung (Pefachim 57 a) rnyrinms>. ■ ninna Zu erklären, daß die im Tempel dienst-, thuenden Priester folgende Aeußerungen über ihren Vorgesetzten Hohenpriestern von sich, vernehmen ließen. Zu dieser Kategorie möge auch jene Stelle Baba Batra 3 b gerechnet werden, wo von König Herodes erzählt wird n3 yw NTl^n ~nEn N33y i?3, und zwar wird eine nach der allgemeinen Erfahrung wahrgenommene glückliche Gelegenheit zur Ausführung eines wichtigen Planes ebenfalls mit N3 bezeichnet, weil die überzeigende oder wenigstes die muthmaßende Stimme, im Innern des Unternehmers einen sichern Erfolg verspricht. -9) Die durchtägliche Ereignisse /gemachten Erfahrungen, 380' von der Vorsehung Gottes und von der Weisheit des höchsten Lenkers in Betreff der allgemeinen Weltordnung und in Bezug auf das Schicksal der Menschen, besonders in Betreff der Stellung der Juden im Exil, wird im Talmud ebenfalls durch b)p D3 bezeichnet, und zwar mit Beifügung des Ausdruckes bip HS' UV >3 3 täglich erscheint die Stimme. So z. B. Berachot 3 a qp ^33 D^yD VJbVJ winroi onnu n^b w. rnoiN b)p n3, auch Berachot 17 b )HJ D>yn b >ip H3 D)’ >3 3 \J3 ^3EQ, wie auch Movd Katan 18 b rn nNSjv b)? n 3, endlich Abot Kap. 6 >3 3 3.3^ m 33)N nno tin^t b)p na rmn bü/. Alle diese Stellen bedeuten nur die - innerlich rege werdenden Gefühle und gemachten Schlußfolgerungen von der höchsten Weisheit Gottes, und wie auch die Empfindung des Herzens, bei Betrachtung heiliger Statten, als 333)11 und -in, mit Bezugnahme auf deren frühern Glanz und geschichtlichen Werth im Innern eines jeden Israeliten vorgehet. 10) Zwei einzige Stellen im Talmud als Gittin 56 b 'O^y3 Mp nn3 b)p 33 HNBv wie auch Chulin 87 a ^31.35 3'y33^ N)L7 .1333 b& D)3 b)p N3 JlNin sind nicht auszumitteln, zu welcher Kategorie solche gehören; wahrscheinlich ist es aber, daß hier von einer übernatürlichen himmlischen Stimme die Rede ist, und obwohl es hier blos unter b)p D3 allein ausgedrückt und nicht D'DK'H jö >p H3, f° ist es jedoch so zu erklären. Auf diese Weise glaube ich diesen Gegenstand erschöpfend behandelt zu haben, wenigstens habe ich mich bemühet, so vollständig als möglich zu sammeln, und ersuche den ehrenwerthen Leser, wenn derselbe etwas daran auszusetzen hat, mich davon in Kenntniß setzen zu wollen. Denn der Gegenstand ist wichtig und im Talmud zu allgemein verbreitet, um es nicht der Mühe werth zu erachten, die sich darbietenden Schwierigkeiten und Widersprüche einmal aus dem Wege zu räumen. Zolkiew, 1. April 1845. C Hajes. Vorläufiger Bericht über mein Studium der Münchner hebräischen Handschriften. Von Nt. H. Landauer. (9üi§ dem Nachlasse mitgcthcilt.) Vorläufiger Bericht über meine Entd eckung in Ansc h ung de s S 0h ar. (Fortsetzung.) Hier stehe also zuerst eine kurze Biographie, aus seinen Schriften gezogen; dann folge das Verzeichniß der- Studien. "Das Bat-Kol. — Der Sohar.

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