Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 24 (11.6.1845)
- Date
- 1845-06-11
- Page
- Spalte 381-382 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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381 Studien. Abraham Abu'l'afia. , 382 jenigen.Schriften, welche die hiesige Sammluug von ihm ' besitzt; unb hierauf werde ich die Beweise zusammcnstellen, daß er der Verfasser des Sohar ist.^ - Unser Mann heißt: . p DiTDN HiDD; er nennt sich aber auch statt p DiTDN :e. hwüw p bw'n tc., und giebt m, fernem feiön niN die Ursache an, weil beit Zahlenwerth von DiTPN hat. Er wurde zu Tudela in Navarra im Jahre der Welt 5600 (1240) geboren; stndirte bis zu seinem 30. Jahre Philologie, Philosophie, Mediein, Talmud und Kabbala. Er horte 12 verschiedene Au öl eg er des rmn "19D, las die Schriften des Plato und Aristoteles, und schrieb, einige Werke über die hebr. Sprache. Er besaß große Talente, einen durchdringenden Scharfsinn, Forfchnngseifer; wurde aber bei seinen Studien ein Schwärmer, und zwar ein Schwärmer von ganz besonderer Art. ES gicbt nämlich auch seientifisehe, rationalistische Schwärmer, die von der strengen Konsequenz ihrer Ideen zu Schwärmern gemacht werden, und ein solcher wurde unser Abu'lafia. Mit dem 30. Jahr kam er nämlich zu der Ansicht, auf die ihn das mm 'o und Pythagoras geführt haben mochten, die Buchstaben und Zahlenverhältnisse (nvnwr! rjrp^) enthielten den Schlüssel zur Erkenntnis' Gottes — nämlich des Namens GotteS den Buchstaben nach (rnrniso otern njPT) — und zur Erkenntniß der Geheimnisse der Tora (min nno). Die Erkenntniß Gottes aber nach den Buchstaben feines Namens bringe uns mit der rvbx oder dem bj/iDH bzw iu Verbindung, und mache uns zu Propheten Er betrat den Weg der erlangte n^-p lYi/TiiiO Di#n, kam dadurch in Rapport mit dem byi/ by'&n — oder eigentlicher wurde Eins mit demselben — wurde also ein N'ur, und, da er den Beruf in sich fühlte, den Weg zur Erkenntniß Gottes und daS Mittel' zur Erlangung der Prophetie der Wett zu offenbaren, und er auch die Thatigkeit des Messias in eben diese Verbreitung der Erkenntniß Gottes setzte, so hielt er sich für nWD, und gab sich auch dafür auS. Das Reich der Erkenntniß Gottes — nämlich nach den Buchstaben seines Namens —, oder daS Reich der Vernunft, wie er sich anderSwo ausdrückt, ist das Reich des Messias; die Auferstehung der Todten — ist daS Erwachen der im Schlamme der Unwissenheit liegenden5 die Erlösung geschieht, wenn das Volk ans den Fesseln der Unwissenheit und des Jrrthums gerissen wird. Mit dieser fixen Idee, Zahlen-' und Buchstaben- Verhältnisse seien der Weg zur Erkenntniß GotteS, zur Erlangung der Prophetie und zur Erlösung; er sei ein Prophet, er sei der Messias , brach er im Jahr 5030 von seiner Vaterstadt Tudela auf, reiste vorerst nach Barcelona, wo der mit seinen Schülern lebte, und. HÜHg bald von da nach Italien. Jur Jahre 5039 finden wir ihn tu Urb in 0, woselbst er sein erstes ")DD unter dem Namen und ganz. in der Form der prophetischen Schriften , mit den Redensarten: HD bwr) hx ln "idn u. dgl. schrieb. Von Urbino wendete er sich nach Oberitalien, und kam bei seiner Reise durch Turin. In Turin wurde er auf Austifteu der Juden von Christen gefangen genommen, wurde jedoch wieder losgelassen. Von hier ging er, wahrscheinlich zu,Wasser, wieder hinunter nach Unteritalien, und wählte Capua zu seinem Aufenthaltsort. In Capua gesellten sich vier lernbegierige Jünglinge zu ihm, die er in Kabbala unterrichtete, und für die er 5040 einen kabbalistischen Kommentar juiu miD unter dem Namen nno min schrieb. Hier schrieb er aucssim nämlichen Jahr sein zweites nam “)QD unter dein Namen mm mo, und schrieb noch eines, das er später mcrnn nannte, das er aber für zu heilig hielt, als daß er es in Capua veröffentlicht hätte. Im Monat Ab des Jahres 5041 ging er von Capua nach Rom. Hier ging er am mp rn zum Pabft, und suchte ihn zu bekehren; hätte aber diese Kühnheit beinah mit dem Loben bezahlen müssen. Er ist nur dadurch vom Feuertod gerettet worden, daß ihm Gott, wie er sich ausdrückt, rn'O *W Hai wachsen lassen, wahrscheinlich hat er als Zweizüngler gesprochen, wie er es auch in seinen Schriften thut. Doch ist er 28 Tage, von n-^.i Dis bis |i^rm rf'n, tu Haft gehalten worden, und wenn ich ihn anders recht verstanden, ist er während dieser Zeit in Ketten gelegen. Zum Andenken au diese Gefahr und wunderbare Errettung schrieb er in Rom wieder ein riNi23 mo unter, dem Namen nny nDD. Wie lang er noch in Rom blieb, weiß ich nicht. In der Folgernden wir ihn in Sicilieu. Im Jahr 5045, am ersten Tag de§ Monat i^CO, gab ihm Gott den Gedanken, seine früheren N2O nNDJ ausführlich zu erklären, was er denn auch that. In Sieilien, wo er immer kühner als und austrat, zog er sich von Seiten seiner Glaubensgenossen große Unannehmlichkeiten zu. Mehrere Städte schrieben an nach Barcelona, schilderten ihm den Mann und sein Treiben, und baten um dessen Gutachten. Die -Antwort des N'ban, die er, wie ich aus den Schriften Abn'L'afia's sehe, an einen gewissen rrums4 'n in Palermo sandte, können Sie in bcufrOEn nirswn Nachlesen (in der Bologneser und Veuctianer Ausgabe ist es die 548. n^n)0). Nachdem diese rpiE/n voll Haß 9) Ich muß hier gelegenheitlich Wolf korrigiren. Ee sagt im 3. Th. s. Ilidiintü. heln*. die des fco&jn seien zum ersten Mal in Venedig im Jahre 1543 erschienen. Die hiesige Hofbibliothek besitzt aber außer dieser Ausg. noch eine frühere von Bologna, die im Jahre 1539 herauskcim. — In dem citirten Gutachten kommt gleich vorn der Ausdruck vor : EPQJ pn Ninn umn das U'-Dl P“) gehh hier nicht auf den Water, welcher heißt, sondern soeh nennt hier spottweise den nrrott vn seiner Wundergeschichten wegen D’üJ W (im Deutschen würde man sagen: der Vater