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Der Orient · 1845-06-11 · 24 (11.6.1845) · p. Spalte 373-374

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
24 (11.6.1845)
Date
1845-06-11
Page
Spalte 373-374 (sequence 3)
Language
German
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374 873 Studien. Gemeinde zu verständigen, dann geht er zur Feier des Tages über- Den Text bildet vie erhabene Stelle Exod. 15, 2: 1HUNV '"/N* nt, welche der 9iebnet wiedergiebt, wie folgt: „Der ist mein Gott! Ihm will ich eine Wohnung bereiten; Er ist der Gott meines Vaters! Ihn will ich erheben". •— Daraus wird entnommen, wie die w ah re Religion beschaffen. sein muß, nämlich: 1) klar, 2) fest, 3) geschichtlich und 4) erhaben. Nachdem der Redner die negative Seite der Religion erörtert, geht er zur p osir i v e n Liber und sagt: „Nur der hat Religion, nur der ist ein wahrhafter Israelit, der von seinem Thun und Lassen, von feinem Glauben und Hoffen, zu jeder Zeit Rechenschaft ablegen kann; der, wenn man ihn fragt: „Wer ist dein Gott?" gleich und sicher antworten kann: m der ist mein Gott! re. „Nicht das Gold, dessen Schimmer eher die Flammen der Hölle als das Licht des Paradieses andeutet; nicht Mens che n ehre, die ja eitel und nichtig ist; auch nicht die eigene Einsicht, die doch nicht weit reicht. Aber der ist mein Gott, der die Seligkeit selber ist; der ist mein Gott, ' aus dem alles Licht und Leben fließt; der ist wein Gott, ' der Alles wandelt, aber selber in Ewigkeit ohne Wandel bleibt:; ijn'rrn wn ,"N re. — Höchst gelungen ist in dieser Partie ' auf die Darstellung und Deutung der talmudischeu Allegorie ■(<3ota go(.,ii b) •o'nfyn'npn n’mtoi '01 mann nhn '•oi ' b x ,i i naNW nbnn inn^n dh. — In der zweiten Abth. bespricht ber Redner die Festigkeit der Religion, wobei Bild auf Blld folgt. Schon im Eingänge heißt es: „Das Gottesbewußtsein des Israeliten darf nicht den lichten Augenblicken eines Wahnsinnigen gleichen, die nur selten sind , es darf nicht einem Blitze ähnlich sein, der die finstere Nacht auf einen Augenblick erleuchtet, um sie bald darauf finsterer zurückzulassen, sondern cs muß fest, sicher, stetig sein. Der Israelit darf feinen Gott nicht wie einen Gast behandeln, den man eine Zeit lang beherbergt, dewirthet, und dann wieder seines Weges ziehen läßt; nein, der Israelit muß Gott bei sich festz uh alten l suchen; er muß mit Moses und dm Kindern Israelis aus- ' rufen: „Ich will Ihm eine Wohnung bereiten!" wein Gott soll bei mir wohnen, bei mir bleiben, bei mir heimisch werden". — Nun geht der Redner zur Erörterung der Wohnung über und weist auf Erod. 25, 8 hin, wo es heißt: DDprO A~UDt£/!, „Ich will in ihnen wohnen: in ihrem Innern, in ihrem Sinne, .in ihrem Herzen". Dann fährt er fort: „Ob aber der Herr wirklich in unserm Her- , zen wohnt, das zeigt sich in der Festigkeit unseres religiösen Sinnes, in der Beharrlichkeit unseres Glaubens, m der Ausdauer unseres Eifers für die gute Sache. Bleiben wir in unserm Streben nach der Erkenntniß der Wahrheit fest und stetig, so ist dies ein Beweis, daß Gott in unferm Herzen wohnt, daß wir es mit Ihm und feinem Worte aufrichtig meinen; erkalten wir aber bald in unserm Eifer, läßt unser Streben nach, gleicht unsere Begeisterung nur einem Stroh- Das Bat-Kol. feier, das eben so schnell wieder verlischt als es aufgeflaüert : dann ist es am Tage, daß nicht die Liebe zum Herrn und feinem Worte, sondern Eitelkeit, Parteisucht oder noch schlimmere Beweggründe es waren, die uns angetrirben" u, —■ Die dritte Abrh. hat das Geschichtliche der Religion zum Gegenstände. Wir hätten aber gewünscht, daß der Redner diese Partie ausführlicher behandelt hätte; denn in ihrer jetzigen Gestalt laßt sie mehr als ein Misoerständniß zu. So weit nämlich der Redner durch seine anderweitigen theolog i sch e n Arbeiten bekannt ist, ja so weit man ihn aus der To talan scha uu ng der vorliegenden Predigten selbst kennen lernt, — gehört er zur Richtung des Dr. Frankel. Was soll man nun aber zu Stellen sagen, wie: „Daher gilt in Israel nur das AlLe, Bewährte, Zuverlässige, nicht das Meue, Unbewährte, Unzuverlässige. Denn in Israel gilt Ln religiöser Beziehung der Wahlspruch: „Das Wahre ist nicht neu, und das Neue ist nicht wahr?"— Wir geben zu, daß dies in einem gewissen Sinne anzuerkennen ist, aber der Prediger soll nicht in einem gewissen Sinne, sondern Lm gewissen Sinne Wahrheit sprechen. An schönen Stellen fehlt es indessen auch dieser Partie nicht. Hervorgehoben zu werden verdient folgende Stelle, und zwar wegen der darin vorkommenden glücklichen Anwendung einer biblischen Stelle: „Und so darf unser Herz nicht werden die Wohnung eines Gottes von heute oder von gestern, eines Gottes, den wir uns ersonnen haben, der unser Geschöpf ist, sondern es muß fein tnp -tribs „di e W o hnu ng des uralten Gottes" (Deut. 33, 27), des geschichtlichen, angestammten Gottes rc.— In der vierten und letzten Abth., die von der Erhabenheit der Religion handelt,- kommt der Redner auch auf den Kultus Zu sprechen, und was er hierüber sagt, gehört zu dem Schönsten, was wir über diesen hochwichtigen Gegengenstand je gelesen. — Und so wünschen wir diesen höchstgelungenen Predigten ß die weiteste Verbreitung. Den geehrten Redner bitten wir J aber, auch auf diesem Felde mit Ausdauer und Beharrlich- I keit zu arbeiten. Wahrlich! Leistungen wie die vorliegenden, ji sind nicht minder verdienstlich, als streng wissenschaftliche Arbeiten. H. P. Düs Bat-Kol. Mit Bezug auf sämrntlichc Talnnidstcllcn und der Abhandlung von Dr. Wessely in Prag, dargestcllt von Hirsch Chase s, Kreisrabbiner in Zolkicw. - (Schluß.) C. Ueber Bedeutung eines DWH;d h)p DD möge noch folgende Erklärung einer ^sehr wichtigen 2Cutorität hiev Platz 24 * ' (

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