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Der Orient · 1845-06-04 · 23 (4.6.1845) · p. Spalte 357-358

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
23 (4.6.1845)
Date
1845-06-04
Page
Spalte 357-358 (sequence 3)
Language
German
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M tont nun das Gebet in seiner weitern Entwickelung und sucht es mit Vorliebe in Stellen der heil. Schrift zu übertragen, wo entweder nur eine leise Andeutung darüber sich findet, oder wo es für das Volk ergänzt werden mußte, das diese Begriffe nicht vermissen durfte. So Gen. . 4, 26 8mn TN 'n UW2 'XTpb giebt das Saturn > hn^O NSWN Ü3 ftn Ttt '*11 NDtSQ- (si d- Anhang). — Gen. 14, 22 'r6 rp »TOlH ich hebe meine Hand auf (zum Schwure), giebt das Targum 1^2 ich hebe meine Hand im Gebete auf. — 24, 63 ki^> (3saak ging auf's Feld) um zu lustwandeln nr nxbub „um g-u beten//, (st d.Anh.^, vgl. auch die Stelle Gen. 48, 22 TPym (st ob. u. d. Anh.) — Ex. 38, 8 ■ 1&&W die Frauen die sich in Menge einfanden im Stiftszelte — pTlNl,. ^ie zum Beten kamen (vgl. Anh.) — Num. 21, 3 ) Deut. 2, 45 DÄp3—DDnte.5: das. 2, 45 wird nach D’Onp hinzugefügt rpnfe .kjpb- „nahe" um das Gebet zu erhören. Das Gesetz esst udi um und die Empfehlung desselben an das Volk mußte besonders unserer Uebersehung am Herzen liegen, daher der öftere Gebrauch. fceS Nnpnuv — dem hebr. nmn 5 hat jedlych schon eine weitere Bedeutung als min und begreift das Studium des Gesetzes überhaupt, insofern es zur Erkenntniß und zum gottgefälligen Leben führt, und schließt somit auch die Modifikationen des Gesetzes durch die Traditionen in sich. — So z. B. Gen. 12, 51. &*aiil riNT?3. V wird übersetzt: pm Nrpnw1? noyKH;— 27, 40 ■’D.inD' by N’J3 projr 13 ist eine Aenderung, die den Sinn des Verses verändert: statt „als mich Gott umhcrirren ließ" heißt es: „wenn die Nachkommen die Worte der Lehre übertreten werden. Ex. 19, 32 ^pn ist umschrieben „vor dem, der ergraut in der Lehre ('DDl) sollst du aufstehen. — Lev. 26, 25 idjhd by pD13))l by iT!3 DpJ DDpJ . 3in-=tfn”11N.' Meistens liegt solcher Uebersttzung die Tradition zu Grunde, so auch den drei ersten hier angeführten Stellen, worüber der Anhang einzusehen ist. Prophetie nx)22 unb üMDJ trn . INOX als nom abstract. - für „die Gabe der Weissagung", Prophetie, ist in der Bibel noch nicht Sprachgebrauch, erst in den jüngsten Schriften des Kanons Neh. 6, 12. 1l. Chron. 9<, 29; 15, 8 wird es theils — pinvaticinium, theils als ein vom Propheten geschriebenes Werk gebraucht. NN ist gar nicht biblisch, wurde erst nach Analogie von wnbx NN , 'i , lym tosra nn 4, 4 und nwp nn 11 Chr. 18, 22 gebildet, und bedeutet den von der Gottheit kommenden Geist, der zur n>rni befähigt und begeistert. Daß nun die Gabe der Prophetie, d. h. die Fähigkeit Zukünftiges vorherzusagcn oder göttlicher Aussprüche gewürdigt zu^ werden, auch auf die Patriarchen oder auf andere heilige Personen der vorprophetischen Zeit übertragen wurde, lag ganz in der Anschauungsweise der Zeit, in der unsere Uebersttzung entstanden, besonders wenn apologetische Zwecke damit verbunden wurden. Daher hat unser Targum Gen. 27, 13 für ya “p^p-ty „mich treffe dein Fluch" tDNnN' hy 358 /-mir w rde gcoffenban",. daß kein Fluch dich treffen würde sondern Segen; weil dem Uebersetzer die Textworte. im Munde Rebekka's unpassend schienen. — Gen. 41, 38 wird Josef's geistige Fähigkeit. (D'.l!?^ NN) näher durch riND) NN bestimmt. — Ex. 31, 3 (vgl. 35, 30) soll Bezalel mit dem NN erfüllte werden (wenn die Lesart anders richtig ist). — Auch Bileam soll (Num. 24, 2) /n Dip ]D HNOJ erhalten. - Num. 27, 18 (vgl.. Ex. 14, 31) soll Iosua Moses Nachfolger werden als ein (dV*6n. nn=) HNDMirn 134 ,1'3. . Die Einschiebung eines r^^llp NN Gen. 45, 27. ist dem 7^ n analog und schon biblisch, vergl. Hos. 9, 7; Jest 63, 10. 11. Eng elleh re. Engel werden zuweilen .iit unsere Uebersttzung eingeschoben, jedoch mir an zwei.Stellen, zur Vermittlung zwischen Gott und Menschen. So Gen. 35, 6 (nach der Lesart der meisten Cod.), rv»^> ]DnnN '*11 obgleich die Mastra als ynp das bezeichnet. Ebenso Ex. 1-4, 24 *T3 jnw. — Aehnliche Vermittlung findet sich auch im NT. AG. 7, 53; Gal. 3, 19; Hebr. 2, 2,'in der Septuaginta (vgl. Dähne a. a..Ö. 1l Thl. S. 71), im Jonathan (vgl. Gesenius Komment, zum Jesaja 1, S. 76), der samarit. Uebersttzung (vergl. Winer de vers. pent, Samai*. p. 60) und in den andern altern Uebersetzungen. Messias lehre. Die altern Theologen und zumal noch die neuern, die mit Eifer auf messianische Stellen Jagd (par force tm strengsten Sinne des Worts) machten, haben wenig Ausbeute in dieser Beziehung in unserer. Version gefunden. .Nur an zwei Stellen wird der Messias und hier nur ganz allgemein erwähnt. Gen. 49, 10. ypWD irPH ly ihm?3 ~\y NHD^D N'H rftHI, bis der Messias kommen wird, dem die Herrschaft ist, und Num. 24,17 üDtV Dpi =>TTC’D Nmrm und cs wird ..gesalbt werden der Messias in Israel^). Wichtig aber ist zum Verständniß unserer Version ihr Verhältniß zur jüdischen Tradition, was hier, so weit es unsere Arbeit erfordert, etwas näher erläutert werden soll. Die Sprache ist -er adäquateste Ausdruck des Denkens, am nächsten zur Darstellung des Gedankens geeignet, weil sie selbst eine Funktion des Denkens ist. Der geschriebene Buch- 14) lieber die ersrere Stelle siehe den Anhang. — Nur der Plan und der Zweck der Uebersttzung hat es verhindert, daß der Messiasbegriff wenig entwickelt in unserer Uebersetzung ouftritt, nicht aber, wie Bruno Bauer (in dem Anhänge zn d. Krit. b. m Gesch. l. Thl.) meint, daß das'messianische Element der ältest. Anschauung vor der christlichen Aera sich nicht zum Ne flexionsbegriffe vollendet habe und deshalb auch unserer Uebersttzung abgehe. Wenn wir ihm auch dies zugeben wollten, was indessen besonders gegen die ältesten rabb. Schriften streitet, so hatte doch eine spätere Zeit —- unsere Uebers. ist doch erst im 4. Jahrh. redigirt und normal geworden — die messianischen Begriffe eingeschaltet, wozu oft genug Gelegenheit sich darbot, die z. B. die jur. Uebers. nicht unbenutzt ließ. Studien. Dnkelosl'sche Uebersehung. 23*

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