Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 23 (4.6.1845)
- Date
- 1845-06-04
- Page
- Spalte 355-356 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Studien. Onkelosifche Ueberfetzung. 356 der Bibel dargestellt ist, gesetzt wird »). Daß gerade dieses Wort, gewählt wurde, hat einen allgemeinen philosophischen Grund, da das „Wort" der adäquateste und unmittelbarste Ausdruck für die Persönlichkeit Gottes und seines 'Wirkens istdaher es auch die Alexandriner in ihrem Logos, die In-' der in ihrem Om, die Parsen in dem Honober haben und ähnliche Vorstellungen, wie die angedeuteten damit verknüpfen, ohne etwa von einander, abhängig zu sein. Mehr dem Hebraismus analog sind die Umschreibungen durch'D'lp p. Das erstere, das schon bei Daniel sich^ findet, steht gewöhnlich für das Hebräische wenn es auf Gott sich bezieht, um die unmittelbarste Nähe zu vermitteln; (vergl. Ex. 25, 8. Lev. 26, 11) bedeutet das Weilen der Gottheit auf Erden, wenn eine gewisse Dauer damit verbunden ist, wie sich schon dies aus dem wie andere Völker ihre Ahnen zu Kriegshelden, eine Anschauung, die sehr natürlich in der Zeit gewesen sein muß, wo man bereits das Schriftstudium allen andern Beschäftigungen vorzuziehen begann 10). — Do unterwirft Abraham viele Personen der göttlichen Lehre Gen. 12, 5 mm pnn-OT>niNb nayan 'j m phn (f. den Anhang zu diesen' Stellen). Jakob besucht das Lehrhaus wüm NJD/HS' DM '26, 27; Sofef studirt im Geheimen das Gesetz 49, 24 "). 2luf diese Weise hat z. B. Jakob nach unserer Ueberfetzung einen ganz eigenthümlichen Charakter und Beruf. Er frequentirt das Lehrhaus Gen. 26, 27z er besitzt deshalb keine nmft, sondern nur 27, 35; er siegt deshalb auch nicht durch Waffengewalt (wpD? MIPD), sondern durch Gebet und Flehen Gen. 48, 22. Wir wenden uns nun zu andern theologischen Begriffen Namen erwarten läßt. —- ^pi dagegen wird mehr von momentanter Erscheinung " Gottes in. seiner Herrlichkeit gebraucht 9). Aber nicht blos Gott selbst sucht unsere Paraphrase vor Entweihung zu schützen und das Wort als Ausfluß desselben vor Verunglimpfungen zu bewahren, sondern auch die heiligen Männer der Schrift, als die Träger und Muster aller Tugenden, wurden mit einem Heiligenscheine umgeben, indem von ihnen Alles das entfernt wurde, was nur einen Schatten auf sie werfen konnte , wohin auch der Uebersetzer physische Mängel zu rechnen scheint, vgl. z. B. Gen. 29, 17. — Beispiele der 2lrt sind: Gen. 31, 19. n^nnn nü' ■bnS,3ilhv das Targum: iT Pm nicoi, Gen. 31, 32; 26,10; 37, 3; 42, 7. — In solchen Fällen wird dann auch das hebr. NO1Q durch wiedergegeben, so Gen. 27, 35 pNdr Nn pnro fep? Nrann pirro npvpiKnöri 5 im folgenden Verse vnpy^zmjDDni > Gen. 34, 13. ... 2py '22 NDDrb .... So kommt es denn auch , daß das babyl. Targum die Urväter zu Heroen des Rabbinismus gestempelt hat, gleich 8) S. die Belege dafür aus unserer Uebers. bei Winer (I. 1. p. 44 ffg.) Luz. (Oheb Ger. p. 12 ffg.). — Ueber den dogmatischen Begriff des Memre vgl. die Schriftsteller bei Winer a. a. O. in.t. 59, außerdem Gfrörer's Urchristench. S. 307 ffg. Strauß Leben Jesu I. 540 ffg. —- Außer unserer Uebers. haben auch die and. Targumim diesen Begriff, ferner Abusaid, d. sam. Ueberfetzung u. and. vergl. Winer, cle Pont. Sam. p. 60 Nr. 75. vgl. Dähne (a. a. O.), 1. S. 2V2 ffg. Auch Saadja soll nach Winer (an dem zuletzt gen. O.) diesen Begriff in seiner Uebers. gebraucht haben, allein wenn dafür weiter kein Beleg angeführt ist / als: Michaelis or/ iu exeg. Bibl. XVI. S. 68 und Eichh. Einl. 1. §. 281, so müssen wir sehr anstehen, ihm beizustimmen, da an den angeführten Stellen sich nichts findet, was uns darüber belehren könnte. ■ 9) Vergl. Isaak Arama (Akeda) zu Gen. 46, 4 bei?uzzatto p. 13 ffg., woselbst auch die Stellenbelege nachzulesen sind. S. auch Winer (de Onk.) p. 44 sg. Daß übrigens unsere Ueberfetzung zuweilen dem Schriftsinne durch Vermeidung von Anthropomorphismen Gewalt anrhut, beweisen die Stellen Gen. 20, 13. Deut. 4, 34. unserer Ueberfetzung, die eines Theils ihre Entstehung der Reflexion über das Wesen der Gottheit, wie es in der Bibel dargestellt wird, verdanken, andern Theils aus den Vorstellungen ihrer Zeit, oft gewiß unwillkürlich, in sie übergegangcn sind. So die Begriffe von 1) Geb e t, 2) B uße, 3) G esetz es st u dium, 4) Pr0pheti e, 5) Eng e l- und 5) M e ssiasl eh r e. Das Gebet spielt m unserm Targum eine große Rolle. — Im Pentateuch war der Begriff des Betens noch wenig ausgcbildet, da die Opferungen Hauptmoment des Kultus ausmachten, und das Beten kam eigentlich nur in dem Symbol des Räucherns zu seinem Rechte^-). Erst allmä'lig wird das Beten ein Moment des Kultus, als dieser sich ausgebildet, und gegen das Exil oder schon früher wurden feste Tageszeiten für dasselbe festgesetzt (Dan. 6, 10, vgl. Ps. 55, 18. Ap. G. 2, 15; 3, 1; 10, 9 5 30, 3)13). — Unsere Version 10) Dem Talmud ist die Vorstellung ganz geläufig, Gott als Vorbild eines Frommen darzustellen, der die biblischen oder talmudischen Gesetze beobachtet (vgl» Ab. Sara 36; Berach. 6 a u. a.), und es ist daher natürlich, daß auch die heiligen Männer der Vorzeit als treue Befolgec des Gesetzes geschildert werden (vgl. Chag. 14 a. 15b. 16b. und Losafot daselbst. Berach. 4 a und an vielen and. Stellen). Auch im NT. finden sich ähnliche Anschauungen. So hatte, (nach Hebr. 7, 10) als Abraham den Sehnten dem Malchisedek entrichtete, sein Urenkel Lewi in des Urgroßvaters Landen denselben mit entrichtet, (vgl. Strauß Dogm. 11. S.. 65.) 11) Die, jerus. Ueberfetzung Necension I. und 18. geht in diesem Punkte schon weiter und läßt schon Adam im Garten Eden das Gesetz studiren (s. das. Gen. 2, 15. vgl. 9,-27 das.), Rebekka im Lehrhause Sem's anfragen ^25, 22) , Jakob ein Bet ha-Midrasch bauen 33, 17 und Josef in einem solchen disputiren (37, 2 das.) vgl. dazu noch den Talmud Bab. Batra 15 a . I^TlD nbl TIM rb'd ^iyp pW. Auch Jonathan übersetzt 1 Sam. 19, 18 5>O. 12) S. Bähr's Symbolik des, mos. Kultus. 1. S. 462. 13) Vgl. Vitringa: <1e Synagoge vvtere. bes. oap. XI! 1. de J*itu piecationis in Synagoga — Zunz (a. a. O.) Kap. 1. und De Wette, Archäologie (3. Ausl. Leipzig, 1843) Z. 212. — S. auch den Anhang unserer Abhandlung zu Gen. 24, 63. .