Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 23 (4.6.1845)
- Date
- 1845-06-04
- Page
- Spalte 353-354 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien rmd Kritiken - für Mische Geschichte und Literatur. Mi 23*/ Leipzig, den 4. Juni 184Ä» - Inhalt. L it er a t u r; B e r i ch t e. Kempen. — Studien. Charakter der babylonischen Uebersetzung (Onkelos) und ihr Verhaltniß zur jüdischen Tradition. Von Dr. M. A. Levy. (Forts.) — Das Biederweib. Von Dr. I. Jakobson. — Die Auflösbarkeit des Eides nach rabbinischem Rechte. Von M. A—n. — Kritiken. Kurze A nz ei g en. Das Religiöse und Politische im Judenthum. Von Holdheim. — Ankündigungen. Literatur - Berichte. Kempenim Mai. Ein junger Mann aus Oberschlesien, der in Nikolai geboren, in Beuchen wohnhaft, befindet sich auf einer Reise durch. Schlesien und Posen, um eine eben erschienene kleine Broschüre „Der neue Jude des 18. Jahrhunderts" die nur 5 Sgr. kostet, abzusetzen. Es ist dies in der That eine Broschüre für's Volk, die sowohl in materieller als-auch formeller Hinsicht nützlich und dazu geeignet ist, den religiösen Sinn zu heben, und gleichzeitig auch)einen bessern Geschmack in der Form der Lektüre im Volke zu befördern. Sie behandelt die merkwürdige Bekehrung des Nlkolaier Bürgermeisters (Josef) Steblizky (so hieß er eigentlich), der zu Sorau in Oberschlesien, wo er bei seinem (Sohne, dem dasigen Postoerwalter gelebt, im Jahre 1807 gestorben. Steblizky, wissenschaftlich gebildet, war aus freien Stücken und aus eigener Überzeugung in vorgerücktem 2(lter, unter vielen ihm entgegengesetzten Schwierigkeiten Jude geworden. — DerVerfasser, der, wie es scheint eine alte, zur Zeit von dem bekannten hebräischen Literaten H. David Samoscz in Breslau in jüdisch-deutscher Schrift angefertigte Broschüre, welche den Namen p-% führt, benutzte, wählte den Titel aus dem Bescheide Friedrich des Großen, der diesen Proselyten protegirte, weil er die weltliche Macht für unbefugt gehalten, das nur gegen die Gottheit begangene Unrecht (falls der Uebertritt in das Judenthum ein solches wäre), zu ahnden; er aber ausdrücklich verlangte, daß der Proselyt „der neue Jude" genannt werde. Wir hatten dasselbe Thema für eines der folgenden Bändchen unserer- Jugendbibliothek bearbeitet, und können daher, was der Verfasser der vorliegenden Erzählung Nicht hatte unbeachtet lassen sollen, hier als Belege der historischen Wahrheit, für die, welche etwa daran zweifeln möchten, ansühren, daß außer andern Zeitblattkrn, vorzüglich in der Berliner Monatschrist 1786 p. 152 und in dem Schlesischen Provinzialblatte Jahrg. 1785 Oktoberhest, der damals lebende Steblizky besprochen wird. Die Broschüre verdient jedenfalls gelesen zu werden*). Dr. Jacobson. Charakter der babylonischen tteberfetzung (des Onkelos) und ihr Verhältniß zur jüdischen Tradition. 2. Lheil. Von Dr, M. A. Levy zu Breslau. ' (Fortsetzung.) Das bab. Largum nun, um das genannte Anstößige zu umgehen, umschreibt entweder den Satz oder subsiituirt dafür Wörter, die mehr Geistiges, Abstraktes als das Schriftwort bezeichnen. Dahin gehört besonders das bekannte Ti"] N^D^D, Wort Gottes, das als ein Ausströmen seiner Heiligkeit, statt des unmittelbaren Einwirkens, das durch Sprechen oder andere somatische Thätigkeitm, odep durch sein Erscheinen in *) Anm. des Red. Hr. Dr. I. würde mich sehr verbinden, wenn er mir die oben erwähnten zwei Schriften, das jüdisch-deutsche „Ger Zedek" und „der neue Jude des 18. Jahrhunderts" zukommen ließe. Auch ersuche ich Hrn. I., mir mitzutheilen, wie weit die Jugendbibliothek nun gediehen, da hierher noch nichts gelangte. 23