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Der Orient · 1845-06-04 · Heft 23 (4.6.1845) · p. Seite 183

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 23 (4.6.1845)
Date
1845-06-04
Page
Seite 183 (sequence 13)
Language
German
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183 mg nach der Geographie ihrer resp. Rabbinate gefragt, wie man cs in der Wirklichkeit bei den Herrn Rabbiner: nnd Predigern (aus der Zahl der 23) von ... ... re. gethan. Im Gegeniheil! Wie das Licht der Aufklärung so hell leuchtete, daß fein Schein sogar bis zu den kleinsten Flecken Panouleus, bis zur Grenze Kroatiens und Slavoniens hin leuchtete, und wie dergleichen Phrasen ferner heißen. Doch so! Eö handelte sich nur um eine Verstärkung konservativer Interessen, und unser Korrespondent „von der Saale" hatte geographische Studien zu machen!! DaS änderte freilich die Sache. E. Oesterreich. Prag, 20. Mai. (Berichtigung eines Aufsatzes vom 12. Febr. d. I. in Nr. 7.) Veit dem Lichte der reinen Wahrheit sowie mit strenger Unparteilichkeit will ich mehrere unrichtige Referate, die Personen und eine ganze Lehranstalt treffen, beleuchten. Der Referent sagtin Betreff der Wahl eines Predigers für die Jsraeliten-Gelneinde in Prag: „Ein Hauptgrund der Unentschlossenheit ist das Streben der Gemeinde, eine literarische Notabilität für sich zu gewinnen, was wir als einen durchaus verkehrten Gesichtspunkt bezeichnen müssen". Einige Zeilen weiter sagt er: Der Jndenheit Prags im Ganzen wäre allerdings ein gelehrter Mann zu wünschen, der Sinn und Interesse für Wissenschaft anregen möchte". Wer sicht da nicht einen offenbaren Widerspruch? Ferner berichtet er: „Unsere Hauptschule hat einen gewissen Herrn W—z zum neuen Direktor. Diesen neuen Direktor haben wir dein Herrn von Lärnel zu verdanken. W—z, ist kein anderer, als der in der Prager Jsraeliten-Gemeinde allgemein beliebte und geschätzte Herr Markus Wintcrnitz; ein Mann, der der israelitischen Lehranstalt in Prag. bereits durch einen Zeitraum von 32 .Jahren mit lobenSwerthem Eifer und Geschicklichkeit durch alle Stufen des Lehramts dienet, der sich stets, ja schon von seinem 18. Jahre, nur dem Schulfache gewidmet, und es sich zu seiner Lebensaufgabe gesetzt hat, in diesem Fache etwas Ersprießliches zu leisten. Dieser Manu genoß auch immer die verdiente Anerkennung der hohen Behörden, wie die mehrmaligen Beförderungen in: Lchramte, vom Lehrgehilftn an, bis zum Schuldirektorate offenbar darthuu. Die geschickteste!: und einsichtsvollsten Männer stimmen darin überein, daß der Hr. Wiuteruitz, wenn arlch nie eine Fakultät gesehen, dennoch ein tüchtiger Schulmann ist, und das wird vorzüglich von einem Schuldirektor verlangt. Möge dieser Herr Direktor an dem Herrn von Lämel einen Protektor gehabt haben (waS ihn: zur Ehre gerechnet werden dürfte), oder nicht, so haben wir seine Würde nicht diesem Fürsprechen zu verdanken r sondern nur der weisen und einsichtsvollen Anordnung. der betreffenden Stadtbehörden und vorzüglich dem hochlöbtichen k.. k. LandeSprasidium unter der energischen Leitung und Aufsicht Seiner k. t Hoheit des Erzherzogs Stephan Landeschef. Ferner spricht dieser Referent: „da ich dieses durch und durch morsche Institut (die israelitische Hauptschule) nächstens mit einer Philippika begrüßen werde, so will ich für heute blos hervorheben, daß außer Wessely's Religionsbuch Alles den Geist des vorige!: Jahrhunderts athmet". Meine werthen Leser! Das ist ein Institut, welches weiland Seine k. k. Majestät der in Gott ruhende Kaiser Joseph II. gegründet hat; welches schon in dm ersteil Jahren seiner Entstehung in dem noch an allerAufklärung unter den Israeliten so dunklen Zeit bei jeder Prüfung die lauteste BeifallSancrkennung vorn Magistrate, dem Konsistorium und selbst von der hohen LandeSstetle sich erwarb. Dieses Lehrinstitut hatte jederzeit größere Männer zu Lehrern, als mehrere andere Hauptschulen in: Lande,, als die seligen M. Wiener, S. Günz, eine literarische Berühmtheit, Herr Klaber und Peter Beer, ein ruhmwürdiger Lehrer nnd Schriftsteller, der auch zur Anerkennung seiner Verdienste von weiland Seiner k. k. Majestät Kaiser Franz I. die mittlere goldene Ehren-Medaitle mit dem Bande erhielt. Daß diese Lehranstalt in einer steten Verbesserung fortschrcitet, erkennen nicht nur alle Gebildeten der Gemeinde hier, sondern auch der Magistrat, das Konsistorium und das hohe Landesguberrünm. Ich könnte viel mehr zur Ehrenrettung dieser Lehranstalt sagen; aber es möge das Gesagte schon genügen, sie über die Schmähung deo Referenten zu erheben, der sich nicht scheut, so eine Anstalt durch und durch morsch zu nennen. UebrigenS soll au dieser Schirle Dilles (dem Referenten gemäß) außer Wessely's Religionsbuch den Geist . des vorigen Jahrhunderts athmen. Wer nur etwas mit dem Zustande der israelitischen Hauptschule vertrant ist, wird wissen, daß dieselbe stets mit dem Zeitgeiste und den Zeitbedürfnissen fortgeschritten ist, wie die getrennt " stehenden zwei Jahrgänge der vierten Klasse, die Anschaffung vortrefflicher und kostspieliger Landkarten, die allmälige Vergrößerung der Schulbibliothck, die Erhebung der Mädchenschule zur Mädcheuhauptschute von drei Ktasftu; und daß Wessely'§ Religionsbuch im vorigen Sommerkurse 1844 konsiseirt wurde, indem dieses von der k. k. Schnloberaufstcht die Bewilligung zum öffentlichen Vortrage nicht besitzt, und das Bnezion ist zum Religionslehrbuche für Israeliten von der k. k. Stndcenhofkoimuission auerkan!lt und vorgeschriebe::. Ob mit Recht, daS bleibt sich gleich*). , *) Das Bne-Zion ist ein Schandfleck der Gesetzgebung, der Schulen und auch der Lehrer. Dieses schmachvolle Vermächtniß eines Lehrers dieser hier besprochenen Schule hat die österreichische Regierung verleitet, ganz wider ihren Willen

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