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Der Orient · 1845-06-04 · Heft 23 (4.6.1845) · p. Seite 184

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 23 (4.6.1845)
Date
1845-06-04
Page
Seite 184 (sequence 15)
Language
German
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184 Endlich drückt sich der Referent ans: „Unfern Lehrer glauben nur dann in ihren Lehrfächern fortschreiten zu müssen, wenn der Fortschritt von Oben geboten wird". Wahrlich dieser Aufsatz scheint.mehr mit der Galle des Referenten als mit Dinte grschrieben zu sein. Diesen letztern Vorwurf verdienen die Herren Lehrer größtentheils, ich kannö als unparteiische Person und Kenner vom Zustande der Schute behaupten, gewiß nicht; denn jeder bceifert sich das ganz zu leisten, was inan vnn seinem Lehranlte verlangt. Ueberhanpt muß sich jeder Lehrer durch Fleiß und Geschicklichkeit in seinem Lehrposten den Weg zum Fortschritt zu einer h'öhern Lehrstnfe bahnen, um von den hohen Stellen zur Beförderung gewürdiget zu werden. y. z. . Daraus eine Geißel zu machen, und man braucht nur die Prüfungen der Brautleute aus demselben im Auge zu behalten, um dieses Buch zu verwünschen, welches an sich schon unter aller Kritik ist. Es ist. aber auch eine Schmach der Schule und der Lehrer, da letztere längst darauf hätten hinarbeiten können, daß dieses Buch aus dem Gedächtnisse der Israeliten verschwinde. Red. Perfonalchronik und Miseellen. Die religiöse Bewegung im I u d e n t h u m'e. Der beabsichtigten Reform sollen sich in Berlin bereits gegen 200 Personen, meist Familienväter (nach Andern zu den 28 ursprünglichen Unterzeichnern etwa 180}, den siebenten Th eil der Berliner Iudenschast, aber einen bei weitem größeren Theil der Intelligenz repräsentirend, angeschlossen haben. Auch eine Audienz, die Herr Dr. S. Stern bei dem Kultusminister Eichhorn gehabt, soll für den neuen Neformverem sehr ermuthigend gewesen sein.' Zustimmende Ansichten sollen bereits von Breslau, Königsberg, Danzig, Braunschweig, Posen, Magdeburg, Hannover, Lobsens, Prenzlau, Landsberg a. W. u. s. w. zum Lheil von Rabbinen und Gemeindevorstehern herrühren-, laut geworden sein und eine Denkschrift oder Deputation an die Rabbinerversammlung zu Frankfurt a. M. in Aussicht gestellt werden. Gegen die Beschlüsse dieser Versammlung ist übrigens schon im Voraus in Frankfurt a. M. ein Protest veröffentlicht worden, der besonders die Autorität der Rabbiner nicht gelten lassen will. > Die Rabbinerwnth. Zu keiner Zeit war eine solche Rabbinertollheit herrschend als jetzt: Hr. S alomon sucht zu vertheidigen, daß nur Rabbiner die Herrn des Judentums sind, daß nur sie Trefa erlauben und das Judenthum aufheben oder reformiren dürsten. Die Laien sind Hunde, die nur zu gehorchen haben. Auf das Wissen meint Hr. Salomon, kommt es gar nicht an, gerade die Unwissenden sind thätig. In diesem Falle haben freilich die Prediger ein unbestreitbares Recht zu Reformen. Der Hr. Kirchenrath Maier vertheidigt ebenfalls diesen Unsinn, und Hr. Geiger, der kaum rabbinirte, ist ebenfalls stolz daraus, daß er wenigstens ein schwebender Rabbiner, ein v)'8n DltfN ist. Wie doch der Talmud Rabbiner und Prediger dumm macht! Hr. Holdheim scheint der Einzige, der prineipiell hierin vernünftiger denk:. Berlin. Nach Mitteilungen von hiesigen Reformisten soll Dr. Salomon zur Abfassung eines neuen y-D berufen werden. Die Hrn. Zunz und Dukes mögen sich freuen, Beiträge zu den Pijurim der neuesten Zeit zu erhalten. Hr. Salomon hat sichs wohl nicht träumen lassen, neben Rabbi Elejer ka-Kalir noch Platz zu nehmen! Ich will nicht erwarten, daß er seine Predigtsammlung ,,den Berg des Herrn" in m^p umgießen wird. Berlin. Die Synode der Reformisten ist noch nicht zusammengetreten. Nächstens soll der Beschluß gefaßt werden, sich damit nicht zu beeilen so wie vorerst den Reform - Bereim zu Frankfurt zu reformiren. - * ' Braunschweig. Den 23 Ober-, Unter-, Land-, Bezirks-, Distrikts-Rabbinen und Predigern, Religionsweisern und Lehrern, welche sich .vor einem Jahre hier zur Feststellung der Intoleranz versammelt hatten, soll ein Monument, wie man sagt, von Thon, errichtet werden. Literarische Notizen. Die Auction der Bibliothek des verstorbenen Herzogs v. Sussex hat vor Kurzem begonnen. — Alexander von Humboldt spricht sich im ersten Bande seines „Kosmos, Entwurf einer pysi'schen Weltbeschreibung" (b. Cotta 1845) entschieden für die Abstammung des Mensthengeschlechts von einem Menschenpaare aus. — Vermischtes. Die Kopenhagens Berlingsche Zeitung vom 26. April enthält einen poetischen Nachruf auf Goltlieb Moses Melchior von Gottlieb Siesby. — Herr Lesser Ioras in Berlin hat die 50 Lhlr., die ihm von der Behörde für seinen Antheil an der Entdeckung der Diebe des Blücher'schen Ehrmdegens zuerkannt worden, zu gleichen Theilen dem jüd. Knaben- und Mädchenwaisenhause geschenkt. — Der Amtmann Reinbold zu Himmelpforten zeigt im Aufträge der kön. hannöv. Landdrostei zu Stade, daß er Meldngm zu dem Landrabbinate für die Herzogthümer Bremen und Verden (Rabbiner-Diplom, Schul- und Universitätszeugniffe) bis zum 1. Juni annehnie. — Verlag von C. L. Fritz sche. Druck von I» H. NageU

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