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Der Orient · 1845-05-28 · 22 (28.5.1845) · p. Spalte 345-346

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
22 (28.5.1845)
Date
1845-05-28
Page
Spalte 345-346 (sequence 5)
Language
German
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3.45 Studien. Das Bat-Kol 346 Nun fand ich aber 2) in der Zeit Necanati's einen merkwürdigen Menschen, mit dessen Schriften der Inhalt des Sohar bis in die kleinsten Eknzelnheiten auf das Genaueste zusamrnentrifft. Es-fiel mir dies gleich bei der ersten Schrift auf, die ich von ihm in die Hand bekam; nachdem ich nun aber viele Schriften desselben gelesen, sein Leben, seine Grundsätze und feinen Charakter fcnue, ist es nicht der geringste Zweifel mehr, daß wir nun den Verfasser des Sohar haben. Die Bibliographen und Geschichtschreiber kennen diesen Mann kaum dem Namen nach, vielweniger, daß sein Leben und seine Schriften bekannt wärm. (Fortsetzung folgt.) Das Wat-Kol. Mit Bezug auf sämmtliche Talmudstellen und der Abhandlung von Dr. Wessely in Prag dargestellt von Hirsch Chajes, Kreisrabbiner in Zolkiew. Herr Dr. Wessely in Prag hat in diesem Jahrgänge des Wiener Kalenders (vom Jahre 1845) eine treffliche Abhandlung über die Bedeutung des im Talmud sehr häufig vorkommenden Bat-Kol's oder Himmelecho's geliefert, eine Aufgabe, die, obgleich von mehreren Theologen schon längst angeregt, dennoch nirgends so befriedigend gelost worden ist, als in dieser uns vorliegenden Arbeit des Hrn. Wessely. Wir sehen uns jedoch veranlaßt, diesen Gegenstand hier nochmals und nachträglich erschöpfend zu behandeln, um alle scheinbare Widersprüche zu heben, die sich noch aufdrängen, und wir glauben, daß dieser Aufsatz von. den geehrten Lesern dieses Literaturblattes nicht als überflüßig werde angesehen werden; umsomehr als hier alle im Talmud darauf bezügliche Stellen in Betracht gezogen und erläutert werden sollen. a) Here Dr. Wessely will beweisen, daß selbst der Talmud dieser Form der göttlichen Manifestation, dem Bat- Kol, keinen großen Werth beilegte, da im Talmud der Grundsatz von einer sehr wichtigen Autorität aufgestellt ist: h)p rDD J'»rWD „der Ausspruch des Bat-Kol sei nicht zu beachten" (Baba Mezia, 59 b). Aber dagegen habe ich Hrn. Wessely aufmerksam zu machen, daß solcher Grundsatz nur von Entscheidungen ritueller Fragen richtig sei, und in dieser Hinsicht ist nicht blos das himmlische Echo allein darunter begriffen, sondern auch alle Grade der Prophetie sind nicht berechtigt, ,tn praktisch - religiösen Angelegenheiten eine Entscheidung abzugeben. Es ist nämlich der Lehrsatz bei den Rabbinen aufgestellt, daß mit Mose die Offenbarung, bezüglich der Belehrung über Erlaubtes und Verbotenes, bereits abgeschloffen worden ist (Sabbat 104 a; Ioma 80 a; O Megilla 3 a; Temura 16 a) , was aus den Bibelversen D’WD „das Gesetz ist nicht mehr im Himmel, wie auch aus nm fiN '1 ros im rosen rhü „diese sind die Gebote, die der Ewige dem Mose geboten" gefolgert wird: nnjJD w ttnnb -W> NUU ym „kein Prophet sei berechtigt, von nun an neue Gebräuche einzufiihren". Es handelte sich an jenen Stetten nämlich um einige hundert Lehrsätze, die nach Mofi's Ableben in Vergessenheit gerathen sein sollen, durch die Urim und Tumim oder vermittelst prophetischer Mittheilung nochmals durch die Seher Josua, Pinchas, Elieser und Samuel den Himmel zu befragen, aber diese gedachten Bibelverse wurden angewendet, um die Unzulässigkeit eines solchen Verfahrens zu beweisen (Temura 16 a). Auch sonst heißt es Erubim 45 a cpip htif UH CTO HHi „das Tribunal des Propheten Samuel bestehet ja noch" und der Kommentator Raschi fügt zur Beleuchtung dieser Stelle hinzu rororo DHNsO IHM) roDW H^l „übereinenGegenstand, der von Erlaubtem und Verbotenem handelt, wird durch die Urim und Tumim nicht gefragt", weil eine solche Entscheidung einzig und allein dem Religions-Vorstand zustehet, eine jede dieser Art vorkommende Frage, nach den bestehenden von Mose überlieferten Lehrregeln (mirw rfopftn HHD nrYü) zu beurth eilen, keinesweges aber durch göttliche Eingebung, die in dieser Hinsicht nicht mehr stattsinden darf. Auch dem Propheten Elia, der, einer Weissagung Maleachr's zufolge, der Vorbote des Messias sein werde, und der überhaupt nach einer im Talmud allgemein verbreiteten Sage in sämmtlichen Hörsalen der Rabbinen zugegen ist, auch diesem Propheten ist es nicht gestattet, religiöse Fragen durch Berufung auf höhere göttliche Inspiration zu entscheiden (s. Sabbat 108 a irpbtt 1)) we „was bedeutet dies bis der Elia kommen und aussagen werde? und Raschi setzt zur nähern Aufhellung hinzu kV“, D pN IN',11 IlD’N NIH roe&SO „Erlaubtes und Verbotenes hängt ja von Elia nicht ab, da das Gesetz nicht mehr im Himmel sei". Selbst der ausdrücklich geäußerten Meinung der himmlischen Engel wird in Bezug auf das praktische Verfahren nicht Folge geleistet (s. Menachot41 a), so daß einige Rabbinm der Aussage der Engel betreffs ber Schaufädenpflichtigkeit der Kleider nicht beistimmen wollten. — Überhaupt s. Maimuni Jesode ha-Tora Kap. 9. §. U 2. 3. 4 und dessen Kommentator Kesef Mischna, wo es ausdrücklich heißt, daß wenn ein Prophet eine rituelle Frage in Folge einer Prophetie, und nicht nach den bestehenden Folgerungsregeln aburtheilt, so ist derselbe als falscher Prophet anzusehen, und so zu bestrafen, da er dadurch den mosaischen Grundsatz cnetiQ aufhebt; und selbst in jenem Falle, wo seine Aussage sonst nach der Entscheidungswelse der Rabbinen auch richtig sei, so ist derselbe nicht minder als falscher Prophet anzusehen und so zu behandeln S. Maimuni, Vorrede zur Mischna und mein Werk runsn DWUU rH)D rosen nlw, wo alle hierher gehörenden Stellen gründlich aus den Quellen behandelt worden sind, und ich begnüge mich

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