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Der Orient · 1845-05-28 · 22 (28.5.1845) · p. Spalte 341-342

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
22 (28.5.1845)
Date
1845-05-28
Page
Spalte 341-342 (sequence 3)
Language
German
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341 Studien- Sohar-Mskrpt. matisches m sich schloß, beseitigt, z. V. Fuß Gottes Ex. 24, 10; Rück- und Vorderseite Gottes Ex. 33, 23 wird umschrieben'). (Fortsetzung folgt.) Vorläufiger Bericht über mein Studium! der Münchner hebräischen Handschriften. Von M. H. Landauer. (Aus dem Nachlasse mitgcthcilt.) Vorläufiger Bericht über uieine Entdeckung in Ansehung des Sohar. (Fortsetzung. Was aber den Verdacht einer Psmdographie noch verstärkte, war 3) ein für die Kritik des S.ohar höchst schätzbares Sohar- Manuskript der hiesigen Sammlung. Es ist nach dem Zcugniß Widmanstadt's von dem Codex des Recanatl, welchen die Erben in Benevento noch hatten, abgeschrieben, und unterscheidet sich in folgenden zwei Punkten wesentlich von unfern Editionen des Sohar. Erstens enthält c^tnt nwiD 1DD viele hebe ä i sch e Stücke (worin besonders '“1 itnb NDpy '“1 ihre Rolle stielen), die wir in unfern Editionen nicht mehr finden; aber auch in den aramäischen Stücken bemerken wir einen höchst wichtigen Umstand. Entweder fängt das aramäische Stück hebräisch an, und geht allmälig inS Aramäische über, oder es sangt aramäisch an, das Aramäische verliert sich aber, und das Thema wird hebräisch vollendet. Zweitens vermissen wir in diesem MS. viele große Stellen, die unsere Editionen haben/ und die Widmanstadt später aus den M88., die Ctemenz VII. aus Asien und Afrika zusammenbrachtc, und die jene Stellen auch schon hatten, hcrausschreibcn ließ. Sie füllen die Hälfte eines dicken Llliartöandes. 7) Andere hermencutische Regeln über diesen Punkt giebt Maimmn im More Nebuchim Lhl.!. Kap. 26 und 27, die aber Nachmani im Kommentar zu Gn. 46, 4 st- 40 ed. Preßburg) widerlegt und selbst andere mystische, aber ebensowenig stichhaltige dafür aufstellt. Wir dürfen uns ganz kurz über diesen Punkt fassen, da hier bereits Luzzatto (a. a. O. S. 3 fg.) das Richtige getroffen und durch viele Beispiele hinlänglich erläutert. Bergt, noch Frankel (a. a. O.) S. 175 ffg. überhaupt Nr. 31. - Die Sprache des Sohar. 342 Diese beiden Punkte bezeugen die- Echtheit und das Alter jenes Codex, aus dem unser M8. äbgeschrieben (ob es der- Codex des Reeanati oder eines Andern war, wollen wir vor der Hand dahin gestellt sein lassen). Was nämlich den erstem Punkt betrifft, so können wir aus dem nbpnrhvhw S. 31, 6 sehen, daß ehemals der Sohar auch hebr. Stellen hatte, und daß diese aus unseren Editionen und auch schon aus Manuskripten darum wegbleiben, weil man der Meinung war, die aramäischen Stellen seien - von , die hebräischen aber von einem Andern. Was den zweiten Punkt betrifft, so erscheint unser- Codex wieder als sehr alt, da ev jene Nachträge anderer Codices noch nicht hat. Es lassen sich nämlich bei einem so hoch gehaltenen Buche eher Nachträge, als defekte Abschriften denken. Zudem hatte auch Egydius von Witerbo einen Codex, der rnit dem Beneventiner genau zusammenstimmte, und auch nicht mehr Stellen hatte. Aber diese beiden Punkte, die die Echtheit und das Alter unseres Codex bezeugen, enthalten zugleich bedeutende Kennzeichen der Pseudographie. Woher die Erscheinung, daß die Stellen hebräisch anfangcn, und dann ins Aramäische übergehen, oder umgekehrt, wenn diese Stellen von »Nn? p pyDW ,m) und seinen Schillern sind, da doch damals das Aramäische die Umgangssprache war? Sie ist ein unverkennbarer Beweis, daß der Sohar von einem geschrieben worden, der den Sohar-DLalek't nur erkünstelt (das sieht mau auch an der Sprache), der gewöhnlich nicht in dieser Sprache schrieb. Erdachte entweder bei dem Anfänge eines Stückes nicht daran, daß er aramäisch schreiben wolle, erinnerte sich aber während des Schreibens daran; oder er fing aramäisch an, kam aber nach und nach wieder in seine gewohnte Schreibart hinein. In den folgenden Büchern, nach dem rWN^D D, war ihm seine Rolle schon geläufig, tmb er fällt nicht mehr aus derselben. Ebenst ist es in Bezug auf den zweiten Punkt auffallend, daß die Nachträge der anderen Codiees großcntheils in demselben System und derselben Sprachweise geschrieben sind, wie die übrigen Stellen des Sohar. Woher rühren diese Nachträge, wenn der Sohar von der Zeit der Schüler Jochai's herstammt, da doch sowohl der Geschichte als dem Zeugnisse späteterer Schriftsteller nach nur dein 9iccanati der Sohar in die Hände kam? Bei der ungeheuren Vorstellung der Heiligkeit läßt sich nicht denken, daß ein Kabbalist sich unterfangen, einen halben Band Nachträge einzuflicken; auch würden sie sich in Inhalt und Sprache als die Arbeit eines Andern zu erkennen geben. Und daß der Beneventiuer Codex wieder von einem andern nur defekt .äbgeschrieben worden , läßt sich von jener Zeit, in der man vom Sohar so hohe Begriffe hatte, nicht denken, um so weniger, da dieser Codex noch zu den Zeiten Widmanstadt's . den Ruf der Wichtigkeit hatte, uud haupt- 22 *

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