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Der Orient · 1845-05-28 · 22 (28.5.1845) · p. Spalte 339-340

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
22 (28.5.1845)
Date
1845-05-28
Page
Spalte 339-340 (sequence 2)
Language
German
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339 340 Studien. Dnkelosische Uebersetzung. sehr oft Unrecht geschehen / wo er den Einfluß der Mischen Tradition verkannte- oder wd er dme ErklaMng vindicirte, die von später» Kommentatoren wieder umgestoßen worden ist. Dazu kommt noch, daß die chaldäischen Worte an einigen Stellen noch unverständlicher als das Original sind * * 3), und man daher erst diese in's gehörige Licht setzen muß, ehe man ein Urtheil über den Werth derfetben ausspricht, 'und in dieser Hinsicht rathen unsere Lexika der chaldäischen Sprache noch sehr zur Vorsicht. Unbildlichkeit Gottes war in verschiedenen Stellen des A. T.'s ausgesprochen worden, Gottes Erhabenheit schloß jede Vermenschlichung aus; aber dennoch finden sich menschliche Eigenschaften und Affekte Gott beigelegt. Gott spricht mit den Menschen, sieht, hört, riecht den Opserdüft-, bereut, ' 3) Hier nur ein Beispiel. Das Wort MIN (Levit. 26, 30) wird durch wiedergegeben. Das hebräische Wort ist hinlänglich erklärt durch „Sonnenstatue", nach den neuesten Forschungen von Gestern us, (in der Vorrede zum Wörterbuch "S. XXI! und in monurnenta Plioeniciae p. 170 8qq.) Movers ( die Phönizier, S. 187;ffg. 294. 345 u. a. and. St.) und Nork (bibl. Mythol. S. 19 ffgg.) —- Schwiörigor Uber ist das chaldäische Wort. B'u x t o vf (lexicon talm. p. 796) erklärttö durch: statuas soll dicatas; was blos durch crrat-hen iß; R o sen m üller ( de vefs.spfcrsicaJp. '47.) leitet^ös 'Her-„ve1 exal-abieo steli'a, praesertim planetae et speciatim <duo sulis coiuites M-ereurius et Venus, ut signifrcentur simulacra aut i *ddliif>i,a astteriiin cültui dicata, vel ex I i dta- :b?ölüs;:h'ömi;ni :in'sp]i»atis inalum , quod si sumas significabuntur. sldcolsla delubra deastris sacrata, ^— Gksenius (Thesaur. 1, 489.): nuilim yeia inte-Iligere (cf, Jes, 3, 19) iride sacella velis cincta et velata (Ez, 16, 16 fllN^b n*iö3) cf. p. 188 B. — Wie gezwungen diese Erklärungen sind, darf nicht erst bemerkt werden. — Aber als Stamm unsers Wortes stellt sich DTI heraus, das sich auch in der Stadt -bin (Jes. 30,4) wiedersindet (arab: nohs, Hexakleoplis) und als Sonnenstadt erklärt wird, (vgl. Oos. Thcs. p. 501); vielleicht in VWNtz Äer./43, 7 8/9.) und in ML NN 1 K. 11, 19, 20., wenn man das n und D als egyptische Artikel betrachten will, (vgl. elenienta iinguae egyptiacae ed. Ruseilnies, cap. IV.} und es demnach gleich DJH ist, welches letztere der Chaldäer durch DJDfin wieder gieLt. — Wir halten nun DJH — DIP/ von welchem Din dle Sonne, nach Verwechselung des 2 und i wie in nJl und rni , D13&7 und pSn u. ö. — Din ist nun abgeleitet v. ardeo, so wie HOD v. Dbn (s. Ges. lex. s. v.), und so wäre eine reduplicirte Form von DJn (=D~)H) ein Ge. bilde der lSonne, also statua solaris. Ob die Ucderfttzunz drs Chald-iers von (Jes. 3, 19/'das auch durch NDDon wiedergegeben wird, aus Unkenntniß des hebr. Wortes, und als bloßer Gegensatz von „Hetne Monde," „kleine Sonnen" errathen worden, will ich dahin gestellt sein laffen. zürnt 're., lauter-Prädikate, die mit andern 'Grundsätzen nicht verträglich 'schienen. Konnte nun wohl ber höherstehende solche Differenzen ausgleichen *), so waren sie doch für das Volk zu vermitteln oder gänzlich fortzuschaffen. Darum vermied unsere Uebersetzung, die, wie bereits oft gesagt, zunächst für das Volk bestimmt war, alles Anstößige in Bezug -auf Gott, und zwar mit ziemlich strenger Konsequenz. Freilich brauchte hier das Streben, die Anthropomorphismen und Pathismen zu vermeiden, nicht so weit zu gehen, auch jegliches Prädikat oder jeden Affekt zu entfernen, wie dies die streng philosophische Betrachtung fordert, und auch von den Alexandrinern und besonders von Philos) geschieht, vielmehr mußte solche Konsequenz dem Volksbewußtsein fremd und unerquicklich sein. Daher denn unser Largum poetische Umschreibungen, Metaphern wie: Arm, Rechte, Finger, Hand für Macht Gottes, Auge für Vorsehung beibehielt6); hingegen wurde Alles, was keine poetische Umschreibung war und So- 4) Wie die Alexandriner und die Kirchenväter durch Symbolisirung der anstößigen Stetten der Bibel auszugleichen suchten ist bekannt. Sehr beachtungswerth spricht Efrem der Syrer über diesen Gegenstand (vergl. Lengerke: de E-phi:. $yr. arte hermeneutica liber p. 101): Deum (sagt'Efrem) ut r in finnitati nostrae succurveret, se nobis äceomodasse, nostranique imaginem assumsisse, quippe quum divina natura nisl assumta specie descendere non pussit 3 at vero, quum longissinve delirare, qui divinam naturam aliani esse somniet, quam onuds materiae expertem, simplicissimaeque substantiae). — Besonders häufig eifert er in seinen Schriften gegen Arianer und Marcioniten, 'welche die ANthropomorphiLmen berbehielten, vergl. darüber: Neander, Kirchengeschichte N,2.S. 786. — Durch die Bekämpfung solcher grobsiunlichen Vorstellungen, nahm aber auch das Symbolisiren stark überhand, daher sich dieser Auslegungsweise bald die antiochenische Schule bei den Kirchenvätern entgegenstellte. Gegen solche Exegese scheint schon zur Zeit der Mischna geeifert worden zu sein; dahin zielt gewiß das Bcrdol: Megilla HI, 7. Tayr^> jnn i\‘b -jjniai 1D?Ni7 ns'Mn iniN j'pntyo ]nn ab ^üb vergl. dazu die Gemara 25 a. In der Gemara findet sich nicht selten der Widerspruch der Unbildlichkeit Gottes mit den Anthropomorphismen hervorgehoben, wenn auch sehr oft nur aus mehr äußerlichen Gründen, als aus einem innern philosophischen Principe; vgl/z. B. Chag. 5 d und 15 a. — Die Likune Soserim scheinen aus dem angeführten Widerspruche ihre Entstehung abzuleiten, was schon die rabb. Kommentatoren bemerkten (vgl. best Iedidja Norzi (w nniD) zu Sach. 2, 12, und Elia Levita in Lischbr «. v. sipn. — Auch den Punktatoren mag an manchen Stellen eine gleiche Absicht zugeschrieben werden können; vgl. Luzzatto in Geigers Zcitschr. V. S. 124. ^— In späterer Zeit erhoben sich ähnliche Streitigkeiten über hagadische Stellen im Talmud, sofzur Zeit Haji^Gaon's, besonders aber;zur ZeitSal^b. Aderet's; vgl. darüber^M^ NMD ed. Preßburg. 5) Vergl. Dähne a. a. O. I. Thl. Kap. II. 1, 1 besonders S. 121 ffg. 6) Vergl. Exod. 14, 31. 15, 9. 12. 17. Deut. 32, 41. 33, 2 u. a.

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