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Der Orient · 1845-05-14 · Heft 20 (14.5.1845) · p. Seite 159

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 20 (14.5.1845)
Date
1845-05-14
Page
Seite 159 (sequence 13)
Language
German
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159 ten Glaubens gegenüber, dem Aberglauben der Werkheiligkeit zu -erhalten, so lange muß, .uns die erschreckliche Furcht durchziehenunsere Kinder .könnten dem Glauben ihrer Vater untreu, könnten dem Zudenthum entfremdet werden. Darum theure, deutsche Glaubensgenossen! die ihr uns nicht nur im Glauben, sondern auch in Gefühl und Gesinnung verbrüdert seid, wir reichen Euch treuherzig die Bruderhand zu Eurem Unternehmen. Durch Namensunterschrift bekunden wir hiemit nach dem besten Wissen und Gewisser», daß wir uns gern und freudig zn Euch gesellen und Euch mir Rathund Lhat zu der bald zu-berufenden Synode unterstützen »vollen. Die Aussprüche dieser Synode, deren Grundzug und Grundgedanke sich, nach Eurer»» Aufrufe, darin betätigen wird: „Die Mahrhaften Lehren des Iudenthums zu befreien vor» alle»» »r»en schlichen Z»»fätzen und zurückzuführen zu dem lautern Brunnquell der heiligen Schrift, so »vie auf diejenigen Gebräuche, welche dem- Geiste des reinen biblischen Iuderrthums nicht widersprechen, .und überdies in bem jüdischen VolkshewußLsein eine Sanction erlangt haben." Die Aussprüche dieser Synode sollen uns in Zukunft maaßgebend sein für unser synagogales und religiöses Lebert, denn »vir wollen und mögen durchaus keine bloße'Wort- und Mund-Helden sein, wir wollen ikeine Wahrheiten, sondern ausgesiihrt durch Lhaten, und wahrlich deutsche Glaubensgenossen! getrost können wir mit dem Propheten sprechen; „De r a llte I rr thm m ist v o r ü b er, He rr! d u wi r st un s den- Fried eu er halten, denn »Mir v ertra uenauf Dich." Jes. 96, 3. Culm-den-20: April 1845: Vvrfchläge für die nächste RäMinervexfammlung zu Frankfurt a. Mt. In der Voraussetzung , daß diediesjährige R. V..den in den Protokollen niedergelegten und seit dieser Zeit von unser»» rvürdigsten - Amtsbrüdern auf dir Kanzel, und »»»den Tagblättern verbreiteten. Principien' gemäß, vorerstwenigflens^c-aus dem-osife ntlichen Leben.und den Synagogalriten alle ralmudische»:^Vorschriften, Einrichtungen und Usancen verbannen werden, legen »vir der verehrten Versammlung nachfolgende dahin emschlagende,. bis jetzt nur- Kraft rabbinischer Autorität noch Gütigkeit habenden Gebräuche vor, die konsequenter Weise »rach dem reinen Mosaismus und dem Fortschritte der Wissenschaft; neu geschaftzn werdenmüssen. Hoffentlich werden die Ver»vickelungen, die unsere Vorschläge, , wenn sierealisirt werden, Hervorrufen, keine Ursache sein, der Wahrheit dieses kleine Opfer ersparen zu wollen. — Wir begnügen uns vorläufig mit dieser skizzirten Darlegung und bereiten inzwischen eine gründliche Motivirung für die Versammlung selbst vor. 1) Revision der Kalenderberechnung. Bekanntlich rnüssen unsere Monate nach dem Mosaismus . nach der Sichtb a rwerdung des Mondes bestimmt werden, was auch wirklich dis zum Nasiat des R. Hillel der Fall war. Von diesem wurde die noch jetzt übliche Berechnung eingeführt, die zwei atheniensische Astronomen im I. 430 v. C. erfunden hatten und die auch in Griechenland an-, genommen wurde. Die Basis dieser Berechnung ist die synodische Revolution des Mondes, d. h. für die Zeit z»vischen z»vei nächsten Conjunktionen mit der Mittlern Sonne 29 T. 12 den Ort, den man zu dieser Berechnung wählte, ist nach einigen Astronomen der A-equator, nach andern Palästina; je weiter von diesem Orte entfernt, je weniger kann die wirkliche Conjunktion des Mondes mit der Berechnung überemstiminen. Um nun die Differenz der Mittlern Conjunktion mit der wirklichen auszugleichen, sagt Maimuni (H. Kiduch ha-Chodesch 7,1) habe man die Dechijot emgeführt. Aüßerde»»», daß im Talrnud ein andrer Grund für diese Dechijot angegeben wird, ist hiermit dem Uebel nicht abgeholfen, weil die Differenz irn Monat Tischri höchstens sechs Stunden und im ganzen Jahre 15—24 beträgt (Iesod Olarn 74 d; Maim. 1. c. 5, 2). Schon Israeli (S. 93) ist daher der Meinung, daß die Talmudisten nur deshalb einen zweiten Feiertag eingeführt hätten, »veil nach der wirklichen Conjunktion zuweilen nur der 2. Lag der wirkliche mosaische Feiertag ist N2 bw D’niö.D^ W IHltf (h"jr»n D by ynp1? wn Dn vergl. Tanna debe Elijahu, Chasan le - Mo. 88 8). So lange daher der Rabbinismus auf bem Throne saß, konnte man nach de»n Grundsatz DHN, hie Feste nach willkürlichen Regeln festsetzen; wir hingegen, die »vir nur nach Wahrheit im Leber», »»ach Wahrheit in der Religion streben, können uns mit einer ungenauen Berechnung,' die uns r»och einen zweiten Feiertag nothwendig gebenmuß, nicht zufrieden stellen. Unser Vorschlag geht-daher dahin: Da bei dein Mangel eines Centralpunktes die Monate nach der Sichtbanverdung des Mondes nicht bestimmt »verden können, so möge die Versammlung, die gewiß unter sich Rabbiner hat, die eben so gründliche rnathematische unb astronomische Kenntnisse »vie theologische .besitzen, eine Komission ernennen, die eine neue Kalenderberechnung aufstelle, die mit der wirklicher» Conjunktion des Mondes übereinstimme. Auf die Dechijot braucht alsdann keine Rücksicht genommen zu werden, wodurch die Ano»»»alie von selbst wegfällt, daß unsere Mondjahre bald bald Sollte jedoch, woran wir sehr z»veifeln, keine mathematisch genaue Ausgleichung zwischen der wirklichen unb Mittlern Conjunktion in. einerneuen Berechnung.aufzuflnden sein und »vir daher auch ferner einen zweiten Feiertag feiern müßte»», so wäre noch darin eine Aushilfe für diese Unbequemlichkeit zu finden, wenn wir statt der unwesentlichen Dechijot dWO

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