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Der Orient · 1845-05-14 · Heft 20 (14.5.1845) · p. Seite 160

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 20 (14.5.1845)
Date
1845-05-14
Page
Seite 160 (sequence 15)
Language
German
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KWV ntny dieselben dazu anwenden, daß die Feiertage immer auf Sabbat und Sonntag/als die am wenigsten für das Geschäftsleben störenden Lage. fallen; hierdurch würden wir auch, wie die Karäer das Wochenfest. nach dem richtigen Sinne der Bibel feiern können. — Als ein besonders brauchbares Material für eine neue Kalenderbechnung fügen wir noch hinzu, daß die jetzt gültige Regel, von Pesach bis Sukkot sei in allen Jahren ein gleicher Zeitraum von 177 Lagen nur eine hagdisch - Lalmudische Basis und keine biblisch - historische Begründung hat. 2) Abänderung d e s F e st n a m e ns R o sch Ha-S ch a n a in ♦nynn dp In der Bibel sinder sich keine Spur, daß der I.Lischri der Anfang de§ Jahres sei, während der Monat N.isan der Erste genannt ist. Wir tragen daher darauf an, daß im neuen Kalender das kirchliche Jahr mit Nisan anfange und daher der Name R. Ha-Schana in NZ-NN QN abgeändert werde; konsequenter Weise müßte auch alsdann Ln den G ebeten alle auf ein Jahreswechsel Bezug nehmenden Stellen gestrichen werden,'die noch dazu ganz besonders anthropomorphistisch ausgestattet sind. Unser bürg erl ich es Jahr kann, mit unfern christlichen Mitbürgern gleich gefeiert, und können auch für diesen Lag besondere Gebete angeordnet werden. 3) Das Schofarblasen und Lulabschütteln, selbst wen n die betreffenden Feiertage au f einen Sabbat fallen, einzuführen. Bekanntlich wurde solches von den Lalmüdlsten verboten , was bei uns aber kern hinreichender Grund mehr ist, ein mosaisches Gesetz hintenan zu setzen. 4. D a s A n l e g e n d e r P h i l a k t e r i e n a n S a b b a t u n d den Feiertagen an zu ordnen, für den Fall die gelehrte Versammlung nicht die betreffenden Bibelstellen g e ist i g aufzufassen beschließen wird. Eines von den Lalmudisten ersonnenen Deruschs wegen dürfen wir nicht jeden Sabbat ein mosaisches Gebot übertreten. L) Abänderung des Namens „Rabbiner." Der Name Rabbiner, welcher die Anerkennung rabbinischer Grundsätze involvirt, ist unserem Wirken und Streben so wenig angemessen, wie unseres Standes würdig. Wir dürfen uns ebensowenig mehr mit dem rabbinischen Diplom :n imD brüsten, das nur der Adelsbcief des starren Rabbiniswus ist, den wir in der Lehre und im Leben verachten. Wenn auch der Ehrenname „Geistliche", „Kirchenrath" oder „Pastor" füpunsern wahren Wirkungskreis nicht bezeichnend genug ist, so wäre denn doch der Litel „Religionsrath" unbedingt der geeignetste, den wir Vorschlägen können. Unsere weiteren Vorschläge im Gebiete der Ehegesetze, wie z. B. die 20 talmudisch - verbotenen Verwandlschafts- Grade aufzuheben, die r a b bi n i sch e Lra u u n g als überflüssig zu erklären, desgleichen' das rabbinisch-chaldäische Akrenstück, die Xetuba, welche leider mit zu unseren Emolumenten gehört, die wir aber je eher je lieber preisgeben,— werden wir nach erstattetem Kommissionsbericht über die Revision der Ehegesetze vorlegen. Ein Am ts brud er. Perfonalchrorrik und Miseellen. (Witz eines Journalisten.) Sagt ich's nicht zum Voraus, ein gewandter Journalist bleibe in keiner Verlegenheit stecken' Auf meine Bemerkung sin Nr. 90 des „Konversationsblattes", daß der „Israelit des 19. Jahrhunderts" den gewiß sehr unschuldigen „Jrrthum" begangen, einen Artikel aus der „Y7oice of Jacob" zu ciLiren, der ganz zufällig — nicht in letzterem Blatte enthalten -war , ertheilt mir der „Israelit" (Nr. 16) großmüthi'gst den „guten Rath," mich künftighin— etwa wenn ein ähnlicher „Jrrthum" wieder vorfallen sollte-— „etwas weniger bemerklich zu machen", und zu meiner „Beruhigung" (die wichtige Sache hatte mir in der Lhat seither schlaflose Nächte verursacht!) läßt er sich von London her (?'ch schreiben, die Voransetzung der Worte: „Voice of Jacob", die in London viel Aufsehen erregthabe, (natürlich, denn in London werden bekanntlich 200,000 Expl. des „Israelit" abgesetzt!) beruhe allerdigs auf einem „Jrr- Lhu m"; „denn jene Bezeichnung bezieht sich nur, auf den Artikel über S a m o d a, den Sie aber n o ch nicht abgedruckt (und zwar noch in Nr. 18 nicht, obgleich der falsch citirte schon in Nr. 9 des Wochenblattes stand). Ohne Zweifel hat die undeutliche Stellung, welche ich in jener Beziehung in meinem Briefe gab, (also der „Israelit" erhält die Artikel aus bct\ „Voice of Jacob"als Korspende n z von London : her zugesendet! Welch' unnöthiger Kostenaufwand!) den Jrrthum veranlaßt." — Ist das nicht witzig genug, um das Blatt bis in die Wolken zu heben, auch wenn nicht in derselben Nummer auf den Namen H o rwitz das brillante Calembourg: „hörrenter Witz" und auf: den Namen des Deputaten F au th: c'est une laute" u. dgl. m. gerissen wären? Ist solcher Witz nicht in der Lhat horrent. Quelle borreuij L. Berli n. Die deutsch-jüdische Reform hat bereits eine Gegenschrift unter dem Litel: „Woher? und Wohin? Zur Verständigung über jüdische Reformbestrebungen. Von Dr. D. Cassel" (Berlin, L. Hold) hervorgerusen. Sie ist in einem mäßigen Lone abgefaßt. Verlag von C. L. Fritzsche. Druck.von I. H. Nagel.

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