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Der Orient · 1845-05-14 · Heft 20 (14.5.1845) · p. Seite 155

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 20 (14.5.1845)
Date
1845-05-14
Page
Seite 155 (sequence 5)
Language
German
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sichdurch frommen und wohltätigen Sinn cttt& — Zü dest dreirurdjwänzigsten Sitzung des Mseü'schell Landtages erklärtett sich 19' Mitglieder für, 27 Men die völlige Gleichstelüm'g der Juden.' Die bedingungsweise Emaücrpation genehmigten indessen 32 und verwarftst 14 Mit dem Bemerken, daß sie dies uür darum thäten, um ihrer Ueberzeügung (daß die vollständige EManeipation beschlossen werden müsse) nicht untreu zu werden. Es nrüssen de'nmäch 5 Stünrnen (19-^1'4—5)' sich dest ungünstigeren Majorität' änAeschkoffeir'. haben.- — Di'e tüssisch-poülifchen Judenftlletl v'örr 1850 aü sänuütlich dk- Polnisch-jüdische Tracht mit der na'tiünal-rüssischen Vertauschen. - Wer will kann cs sofort thün (ft sollen es auch die Genunnden zu Wilnn, Berdidczew und Odessa beschsossen Haberl), wer sie aber bis 1850 trägen will, muß eine Abgabezahleü. Mrs' GPstrschlesien, 1. Mar. (SelbstbekemrLstlß der Orthodoxie.)- ,,Wa ß'- w v ll d re P ar t er, w'osich e fi-ch mit' llstrech'k -^-die orth odoxe nllunt^^? So lautest die Ueberschuft eines Asttikels in Nr. 16' der allg. Ztg. d. JudenthüMs' m c., welcher genaültllt Pitsttei mehrere Vorwürfe macht, unb erldüch' resultirte, daß diese Partei „das Ni-ch t s^ wolle,- ja noch' weniger als nichts, sie wolle, heißt es) das Jüdenchum, das schon scheintodt war, soll gaüz tobt werdert, ersterben',- begraben werden.- Ehe wir auf den Artikel^ selbst eingehen ,' erlauben wir uns eine' Betrachtung, welche durch obige Ueberschrist hervorgerufen, sich unS' aufdrängte. MSnämlich Götzen- und Heidenthum noch.dirgällze' Menschheit mit grauser FLnsterniß umnachtete, und das Materiell'schwache, bald von Griechen bald von Römern' despotisch beherrschte- Völkchen der Jilden ganz allein' im- Besitze der wahrengöttlichen Religion war , derjenigen' Religion, die von allen übrigen. Völkern entweder nicht gekannt oder nicht begriffen und daher verkannt wurde: damals war der Name ,,Israel" sicherlich kein Ehrentitel, um welchen man sich stritte, viel wahrscheinlicher verband man mit diesem Namen den eines politisch unbedeutenden Volkes, überhaupt etwas Verächtliches, wie zuallem Zeiten der Starke sich Verachtung gegen den Schwachen ertaubt. Später jedoch, als Götzen- und Heidenthnm zum Falle reis war, und es einer jüdischen Sekte (einigen Wahrheiten des Jndenthums eine solche Färbung gebend, daß diese Wahrheiten auch dem an Polytheismus gewohnten Heiden zufagten, gleichzeitig alles belästigende' Ceremonielle im Judenthume abwerfend) gelang, das Heidenthum zu besiegen und auf dessen Ruin ihre siegreiche Fahne ättfzupfi'anzen, und nun das' jüdischstEesetzbuch auch von jenen bekehrten Völkern als Gotteswort, als heilige. Schrift anerkannt wurde , in dieser heiligen Schrift aber - der-Namen I srael - ftoftgepriesen wirddann cW wurde dieser Name den ihrer Religion'treu gebliebenen Inden streitig Macht, Md von den kaum bekehrtenHeiden fük sich nfurpirtd Ganz so scheint es' der Orthodöstie gehen zu wollest. D'Ürch die in der letzten HÄfte des störigest Jahrhunderts sich geltend machenden Eneyklopädisteri/ fand der religiöse Jndiffercntislnns auch unter die Juden-VerMitnng)' und der Name orth od ore, mÄ welchem mctYr den Gläubrgerr bezeichnellf, würde von dem sich äst'fgektärt Ncnnen- . den gewiß nicht beanftrücht;- deim g^lämbig bedeutete damals ftvirtals' unwissend/ rechtgläubig' also recht unwissend. Jetzt aber, wo es Mode zst Mdest Mint, sich in religiöse Ungellgeich eiten zü Mschstr und der Jndisserentisnuls einigermaßen' znr'ücktritt/ Habest es elnigst jüdische Neölogelr versuchst, mastch'ö Dogmen' des Judenthums jit Modernismen, daö Cere'rnvnialgesH ullhr oder weniger abznschaffen, und so/-.best Bequemlichkeit nicht zu nahe tretend , glaubt' Man übest den Jndstffere'n'tismü8'. einen vollständigen Sieg' erlangest zu koMllnl Kaum ift ein Anfang gemacht und das Wort g'lä'übig zu Ehren gekommen > so beginnt' man sthoN' den Namen or LH odost, mit welchem' Mäü dis' jetzt' Äe''Pästtest/ welchst iur Glauben fest beharrte zrst beschiuipfest' beabsichtigte, eben dieser Partei streitig' zrr machen' rittst für die Neolögist in Anspruch zu' nehmen. Die Zeit' düstste nicht Mehr fern sein, wo der neologische Z'elotismns alll diejenigen, welche p B. den Sabbat nicht aus den Sonntag verlegen w. als ungläubig verketzern wird? ' : Wir wollen jedoch um Ramm nicht/streiten, mag - sich' immerhin orthodox nennen,' wer' da will) und wen-; den Wir uns zur Beleuchtung' des Artikels selbst. Hier ■ heißt es: i. 1) Es würde ihr — der Partei, dir sich — mitUnrecht — die orthodoxe nennt — Reform deS' Gottesdienstes angeboten; sie antwortete mit einem Vcrdammungsurtheil. 2) E§ wurde ihr die Errichtung einer jüdischen Fakllltät angeboten; sie antwortete mit'Schimpf. 3) Es würde ihr die Erbauung' eines Hospitals mit einer Talmud-Tora in Jerusalem offerirt; sie antwortete mit Bänirflüchen. 4) Es wurde ihr eine Ntabblner-Versammlung zu Ge-" bote gestellt, sie antwortete mit — Nichtigkeitserklärungen. acl 1. bemerken wir: Die Orthodoxie' hält! den Grundsatz fest: (ob Mit Recht oder mit ^Unrecht, diesthut hier zur Sache nichts) das Jüdenthünst begnüge sichnicht mit Glaubcnobekernül:rß'all ei n, vielmehr verlange 'cs, der innere Glaube soll, das ganze Leben durchdringend, sich thatkrästfg äußern , und zwar dirrch solche Handlungen, welche die heilige' Schrift vorschreibt und die Tradition 'näher bestWnll Ein JudenthnM ohne Ceremoniellisi ihr- — der'' Orthodoxie' ein Unding; ^der vorgebliche- Glaubst andie GöttliMeit der heiligen 20 *

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