Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 20 (14.5.1845)
- Date
- 1845-05-14
- Page
- Seite 154 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 154 — Letzterer die Befugniß eurer , isxcstl. DKerkiHeubHördeden Juden das Arbeitenauz Sgbbat — wie ühMaupt etwas Verbotenes — zu. erlangen , in Abrede stellte. Also die letzte Hoffnung und der letzte Trost der Unglücklichen dürch sorg sinne Dsiegupg. und KweKmg Hs religiösen Gefühls dereinst gebessert und stttlich.wiederhergestellt zu werden, soll ihnen — nicht von einer Regierung, nicht vom Judenhasse, sondern durch ihre eigenen Glaubensgenoffen entrissen Sie Missen doch wohl was P er f i d i e ist? Sie wissen, auch daß Dr. Joseph Maier , das einzige theologische Mitglied der Oberkirchenbehörde > Präsident der Braun sch w e i g er R a b bin e r v er sa m m lu ng war! - . . . S,M; Krotoschiu, im Mai. Die hiesige Gemeinde ist vielleicht unter dell übrigen Gemeinden des Herzogthnmö all WohlthDgkeitsvereinen eine der reichsten nutz. Iür alles beinahe hat hier die Association Sorge getragen; für Bekleidung der Armen von jung bis alt, für Unterstützung : und Ullterhaltüllg der arlnen Kranken männlichen rrnd weiblichen .Geschlechts re.ab er alle Vereine, unter welchem Namen sie auch cMiren, werden fast durchschnittlich, in finanzieller Beziehung., nicht deren Statuten gemäß verwaltet. Der Grund hiervon liegt einzig und allein darin., daß.sich unser Vorstand um dieselben wellig oder gar nicht kümmert und sie nicht im Entfernstcn überwacht. Mit waswir > aber gegen andere Gemeinden in: Voraus sind , sei mit welligen Worten gesagt, und zwar: daß wir zwei B.eerdigungsv er eine haben. Man wollte sich nämlich nicht mehr mit der. alten abgelebten Art: die Leichen zur Grube zu tragen> begnügen; die Sucht zur Nachahmung ist nun einmal, heimisch iw Israelgeworden, und aus-diesenr. Grunde, entstand im vorigem Jahre ein zweiter Beerdigungsverein., der die Leichen, vermittelst eines Wagens, zur Erde, bestattet. So unbedeutend solcheine Erscheinung im Allgemeinen wohl sein dürste, so wenig auch, wenn. schon gar auffällig, mall voll vorllhereill übte Folgen daraus zu folgern berechtigt war, so hat es doch die Zeit gar merklich gelehrt, daß dieser neue Verein ein wahrer Krebsschaden der Gelllcillde ist. Wenn mall sich schon früher-ischroff-- und-- halb gehässig gegenüberständ, wie dies überall der Fall ist/ seit der großen Katastrophe, des Juni 1833, von wo ab auch demMinderbegüterten, ja sogar dem Unbemittelten ein Einblickin die innere Verwaltung, durch das Gesetz, nichtallein vergönnt, sondern fast vorgeschrieben ist, so gab es doch wieder Momente der Beschwichtigung nlld Ausgleichung, die die entzündeten Gemüther beruhigten. Der alte Beerdignngsverein feierte, wie dieser Gebranch noch jetzt besteht, ziemlich alljährlich einen Fasttmb Freudentag, all welchem sich Alt und Jung, Reich nndArm, fast brüderlich, fastend versammelt und Abends beim gemeinsamen Mahle, im bunten Gemische beisammen saßen; da schmilzt die dünne Eisdecke des Misbehagens und des gränllichen 'DroW und» der Weg zur Ausgleichullg und Vereinigung war leicht gebahnt und alles Skrupulöse ans dem Wege geräumt. Seitdem aber der neue KWiMngs-PMlr sich gestaM ^rnd Hm asten Vereine so viele achtbare und Einfluß habende Männer entzogen hat, seitdem hatunsere- Gemeinde in ihrem wahren Seim anfgehört; sie besteht nur noch in zwei Hälften, in düW zchei - VWfiren, da§ Interesse'. der eigentlichen Gemeinde verdünnt und verflüchtigt sich und geht fast ganz Wf - in ben 5prtüattntcrcffejt biefer Vereine. Die unlängst hier stattgehabte Wahl zweier Kommissionen, hat uns ben Beweis zu dieser Behauptung hilllänglich. gesiesert, und sH täglich, wo es sich nur um die Angelegenheiten der Gemeinde handelt, bewahrt sich dieselbe offenkundig. — Man dürfte -dein Alffcheine nach, fast glauberl., dqß es unserer Gemeillde au Männern von Um- und. Einsicht nlld voll Liebe zur Eintracht inangfe; beut ist aber nicht so. Nur sind , von der einen Seite, diejenigen, die nüt. wirklicher Einsicht begabt sind, von. erneut verderbelldell Eigendütikel unb -einem, sich blähenden Ahllellstvlz befangen, so daß sie sich etwas zu vergeben glauben , wenn..sie sich dem Volke, einer Ausgleichung wegen, näherten, und diejenigen, welche den Frieden lieben, ziehen sich in ihr behagliches Schneckengehäuse immer mehr zurück, lassen füllst gerade sein-'.-und mögen sich in keine Zerrüttung einlasseu; und so prallt die Stimme der Vernunft von. dem-stählernen Panzer der Selbstsucht zurück und so müht sie sich ganz vergebens ab. — ObunstrV-orsteh er, der alsein routinirter Mann tut wahren Sinne des Wortes Vor st a n d istsichnicht endlich dieser Allgelegenheit, die gleichsam unter seinen Augen so weit gedieherr ist-, annehmen wird? Wenn das so fortgeht, und von seiner Seite kein Schritt zur Ausgleichung geschieht, so werden die Besser-- gesinnten ihre gute- Meinung über-ihn mit derjenigen zu vertauschen genöthigt sein-: daß er entweder solch ein Wirrniß-in der Thal billige, odersich zu schwach fühle-, dasselbe zu ordnen; imb letzteres scheint beinahe der Fall zu sein, denn sollst würde er solch eirie betrübende Allgelegellheit gütlich unb ansgleichend schon beizulegen gesilcht haben, ferner würde er allch schon Vorkehrungell zur Ehlweihung der nun fertigen Synagoge getroffen und die, Allgelegellheit einer Rabbinerwahl mit mehr Liebe und Emsigkeit Betrieben haben, da doch Synagoge, unb Rabbiner zwei Nothwendigkeiten zur Vollständigkeit einer Gemeindesind. — j? D^DDiniD1? wdh. ©in AngiaS-Stall ist gerade nicht zu reinigen unb in-Drdnnllg zu bringen, wozuein Herkules erforderlich wäre. Nür-Muth -und/frisch. ausWerk-! — Hamburg, 30. April. (Vertu isch t c Na chrich ten.) In Kopenhagen , starb tu ber zweiten Hälfte des- April der Chef des Handlungshausts Moses< und Sohn Melchior- 74 Jahre - alt. Herr Melchiorzeichnete.