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Der Orient · 1845-04-23 · Heft 17 (23.4.1845) · p. Seite 134

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 17 (23.4.1845)
Date
1845-04-23
Page
Seite 134 (sequence 11)
Language
German
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Hauung der Synagoge, welche über 19,000 Mr. gekostet hat, zurück, so können wir uns nicht erwehren, zur Ehre des Herrn I. Goldstein kund zu thun , daß er schon 12 Jahre lang vorher, mit unermüdlicher Lhätigkeit darauf hingearbeitet und angesammelt hat, was nöthig war, um dieses Gebäude so prächtig als möglich auszuschmücken und der Gemeinde ein unvergängliches Denkmal zu hinterlaffen! Me Vorhänge, Decken und alles andere, was gewöhnlich mit Gold und Silber belegt ist, hat er aus eigenen Mitteln angeschafft und als heiliges Opfer aus den Altar der Liebe und Gottesverehrung hochherzig und unentgeldlich niedergelegt, und im gleichen Sinne die übrigen in der Synagoge sichtbaren werthvollen Gegenstände, vor Erbauung der Erster», durch Ansammlungen allmälig an geschafft. Es wird selten ein Mann wieder auftreten, der, so wie er, sich um das Wohl seiner Gemeinde in so hohem Grade verdient gemacht und noch ferner ruhmvoll zu wirken nicht aufgehört hat, sondern damit fortfährt. Denn jetzt eben ist er wieder als Urheber, unter Zuziehung des Herrn Elkan Mankiewiez, mit Eifer dabei bemüht, ein neues Badehaus für die Gemeinde, das als ein schönes und großes Gebäude dasrehen soll, und an welchem nun schon gearbeitet wird, zu erbauen, um seinem Andenken dadurch noch mehr Säulen des Ruhms, der Liebe und der. Dankbarkeit im Herzen seiner Glaubensgenossen zu errichten, welche sich hiermit, so wahr und so tief gefühlt aussprechen, und Gott den Schöpfer mit inbrünstigem Gebete um seine Erhaltung und Segnung anflehen. Schließlich wird bemerkt, daß in Danzig fünf Judengemeinden bestehen, nämlich die Mattenbuder, die sogenannte Danziger oder Breitgasser, die Schottländer, die Weinberger, und die Langesuhrsche, und daß jede von ihnen, ihre eigene Verwaltung hat, wozu die Vorsteher durch Mehrheit der Stimmen gewählt werden. Bei der Mattenbuder Gemeinde geschieht dieses alle drei Jahre, wozu zuvörderst von der ganzen Gemeinde 5 Wahlmänner durch Stimmenmehrheit gewählt werden, wonächst diese wiederum 2 Vorsteher und 5 Beisitzer wählen. Bei der letzten Wahl der 5 Wahlmänner waren von der ganzen aus vielen Mitgliedern bestehenden Gemeinde, nur 2 Stimmeu nicht für Herrn I. Gold stein, wonächst derselbe von den Wahlmännern einstimmig zum ersten Vorsteher gewählt worden ist Die Fonds in Staatspapieren, welche jetzt jeder Verein besitzt, ist durch Hrn.J. Goldstein's Bemühungen angeschafft worden. Bei dem Krankenvereine ist durch seine Bemühung und durch seinen Vorschlag ein ewiger Fond von Staatspapieren gebildet uyd durchgeführt worden; der Zweck davon ist, daß einzelne für Ihre Seelen zu ihrer Jahrzeit Staatspapiere disponirt haben, . und dafür alle Jahre am Sterbetag eine Lampe zum Andenken angesteckt wird. Durch ihn ist ein Verein gebildet, zur Unterstützung unserer armen Mtbrüder in Jerusalem, wo jährlich eine gewisse Summe hingeschickc wird, und zu diesem Zweck liegt auch schon ein kleiner Fond, der jährlich vergrößert wird.*) Auch hat er hauptsächlich dabei mitgewirkt, daß ein Verein zu Bestattung armer Mädchen gebildet wurde, wobei er auch Vorsteher ist. Wenn wir unfern Gemeinde-Mitgliedern, welche Gemeinde schon seit 100 Jahren existirt, Dank schuldig sind, so ist es unser Gemeinde-Vorsteher Herr I. Goldstern, der seit 15 Jahren unser Vorsteher ist, und immer von 3 zu 3 Jahren auf's neue gewählt wurde, der uns auf die höchste Stufe unserer Gemeinde-Vereins- Angelegenheit gebracht hat. Nachbemerkung. Die oben erwähnte neugebaute schöne Synagoge wurde nach kurzem Bestehen schon im I. 1842 ein Raub der Flammen — aber der unermüdliche Wohlthäter war beeifert, das alte Werk des Baues von Neuem zu protegiren, und schon im Sommer 1844 stand an der Stelle des ersten Tempels ein viel schönerer zweiter. Auch hierbei bewährt er seine Umsicht, Energie und Ausdauer. Eben so wurde durch ihn der Bau eines sehr geschmackvollen und eleganten Badehauses veranstaltet, das zugleich mehre andere gemeinnützige Lokale mit verbindet. D.A.W. Oesterreich. Prag, 1. 'April. Dem Herrn Philothetes, dem wahrheitsliebenden pragerKorrespondenten und ritterlichen Kämpfer für alte Weiber und altehrwürdige Institute, sei Folgendes erwiedert: Es war durchaus nicht die Absicht, dem Renomme und den vom Herrn Philothetes gerühmten Verdiensten' und Tugenden des Herrn W—z nahe zu treten. Nicht die 32jährige Dienstzeit desselben sollte in Abrede gestellt werden; ja nicht einmal rücksichtlich seiner Lehrfähigkeit wollen wir uns einen Zweifel erlauben; denn Herr Philothetes sagt cs, und Herr Philothetes muß cs wissen. Daß aber trotzdem der von Herrn Philothetes gepriesene vir nolus in patria den meisten Lesern des Orients dennoch nur ein Quidam, eine persona ignota sei, wird der bescheidene Mann selber schwerlich in Abrede stellen. Die von dem Korrespondenten verlangte, nähere Bezeichnung des Hrn. W. hätte sich allenfalls auf dessen Familienverhältnisse beschränken können, z. B. daß der Mann 7 Kinder, der: Oberrabbiner zu Hostann zum Schwiegersohn hat, und sogar einen Schulinspcktor unter seinen nächsten Verwandter zählt; aber dieses alles mag für dm Hrn. W. schmeichelhaft sein, aber etwas Bezeichnendes und Empfehlendes für die persönliche Würdigkeit desselben liegt darin nicht, und ist sonst für die Leser des Orients ohne Interesse. Auch den innem NeruS, der den von Herrn Philothetes Gepriesenen zum Lehrberuf trieb, wollen wir nicht bestreiten, obschon, nach einer verbürgten Aeußerung des Hrn. W., die nächste *) Nach der Aufzählung des Korr, müssen wir nun behaupten, daß die Palästina-Gelder die einzigen sind, die ein ,TDJJ find. Man weiß, daß diese Gelder eine Beute holländischer Räuber werden. Red.

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