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Der Orient · 1845-04-16 · 16 (16.4.1845) · p. Spalte 251-252

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
16 (16.4.1845)
Date
1845-04-16
Page
Spalte 251-252 (sequence 6)
Language
German
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251 252 Kritiken. Kurze Anzeigen. noch beizufügen, daß schon im griechischen Alterthum diese Abneigung vorherrschte (Wolf's Vorlesungen @.222). Im Sohar, Absch. “liDN heißt es hierüber DU NnHN iD3 ID^D. Zu 452 ist die entsprechende Stelle: WiD bll »TüBU VDlbb (Sifri 25 d) noch beizufügcn. — Die Redensart (Nr. 471) mi J1? 37T }ND scheint daher entstanden zu sein, weil man sich der Erde vom Grade Rab's zu einem Heilmittel bediente (vgl. Sanhedrm 534). — Ein ähnliches arabisches Sprichwort wie das rfe yhül (Nr. 491) erwähnt Naymund Martin in Pugio fidei (S. 471), das in reiner Wcbcrfc^ung tautet: iMon »TjT DK DDPI .7,7 Von den sprüchwörtlichen Redensarten : sind noch viele ausgelassen, z. B. ' um ‘nwa) jwi m bin' bw nntf nti; (7.i a mn .Brno) rtrjD njvid **nDp ('n tdlm) kdi -oidd) pn nNbbrii nö'öb hd^dd (O 'd rrns* btvid) jn‘injnoi did n^jhn niDD * (n 'd nbnp;d).^dd Nöjrbn idd’nbcdd r Die Ommissionen, welche Hr. Dr. Wessely im Sabbatblatt (Nr. 13) als Ergänzungen zu dieser Sammlung, ohne die Lextworte und ohne Citat, in der Uebersetzung mittheilt, sind theilweise dennoch in dieser'Sammlung enthalten. .Eine sehr lehrreiche Abhandlung über die L -eichenreden iw Talmud ist diesem Werke als Anhang beigegeben und ein Glossarium beschließt das Werk; eine besondere Erwähnung in letzterem verdienen die Artikel pT], b6,1 )PD. 'TJID, ,NDD. ' K—m. 14) llrtnri NUD (Einleitung zum Talmud). Von Hirsch Chajes, Kreisrabbiner in Zolkiew. 1845. 28 Bl. 4. Einleitungen 'zum Talmud hat es bisher immer gegeben, seit dem der Talmud als geschlossenes Ganzes bei den Abendländern ein Gegenstand vieijähriger Studien, bei vielen fast die einzige Lebensbeschä'ftigung geworden; aber der Ausdruck NE3D Eingang, Einleitung, darf nicht misverstanden werden. Es ist hier nicht von einer Vorbereitung zum Studium des Talmuds die Rede, welche gleichsam einen Schlüssel zu dessen erstem Berständniß zu geben, und diejenigen Punkte, die ein junger Schüler nicht recht zu fassen vermöchte, zugleich in ein bestimmtes Licht zu stellen beabsichtigte, wie solches mehr und minder bei.den Einleitungen in biblische Bücher geschieht, — denn das hielten die Talmudisten niemals für nothig, indem sie ihren Gegenstand ohne alle Einleitung in der Schule vor sich hatten, von Kindheit auf mit demselben vertraut waren, und die Einzelheiten, welche in der Thar eines Schlüssels bedurften, Sprachausdrücke, historische Thatsachen oder Anspielungen, naturhistorische Angaben, ja selbst eine Geschichte des Talmuds selbst, theils gar nicht beachteten, lrheils der zufälligen Ergründung überließen. Eine eigentliche E i n l e i.t u n g zum Talmud, im Sinne der neuern Wissenschaft fehlt noch immer; H i r s ch f e l d' s.ssleißige Arbeiten „Geist der Talmud. Exegese" sind erst ein Anfang zur Ausfüllung dieser Lücke.— Was man bisher als Einleitung ansah, .war eine Summe des talmudischen Studiums von seiner formellen Seite — eine Lusammenste.ll.ung derjenigen Gesetze, in welchen sich die Denkformen des Talmuds bewegen, und durch deren Gefammtüberblicke es demjenigen, welcher bereits das ganze Labyrint durchwandert hat, ein Faden an die Hand gegeben wird, um es noch einmal mit leichter Mühe, und mit beständiger Zurückführung einzelner oft misverstandener Stellen auf die.allgemeinen Grundregeln, zu durchwandern, Es liegt nun zu Tage, haß eine derartige Arbeit, abgesehen von der Schwierigkeit, die sie materiell darbietet, bei der bisherigen Bildungsstufe derjenigen talmudischen Celebritäten, die mit der einschlägigen Literatur bekannt genug waren, uw dieselben mit der n.öthigen llmsicht zu vollenden, von Rabbinen nur in so weit erwartet werden durfte, als sie.dem Talmud Werth beilegten. Dieser ist ihnen, wenn, auch nicht überall Tradition, doch überall Gesetzrsguelle, und nur als solche richtig, Daher ist auch eine Einleitung bei ihnen nichts weiters, als eine Normirung der Formen, wie sich die Traditionelle Gesetzgebung mit allem, was sich daran knüpfte, in den Schulen gestaltet habe. , Das Werk, welches wir hier zur Anzeige bringen, geht von einem Rabbinen aus, der sich neuern Studien und namentlich philosophisch geregelte Formen angeeignet hat, und solche auf biblische, talmudische und rabbinische Studien, ohne den Standpunkt des Rcabbinismus zu verlassen, mit Glück anwendet, wie seine zahlreichen Schriften beweisen. Bei ihm dürften wir daher schon eine Bekanntschaft mit den eigentlichen wissenschaftlichen Erforderniffen einer Einleitung in den Talmud voraussetzen, und gehen mit gewissen Ansprüchen an fein Werk. Allerdings werden diese durch die billige Rücksicht gemäßigt, welche die Verhältnisse eines in Galizien wohnenden und für die östlichen Länder in hebräischer Sprache schreibenden, und auf dem sogenannten orthodoxen Standpunkte gebliebenen Rabbinen erheischen. Denn eben dieser Standpunkt ist an sich nicht geeignet, eine völlige freie Umsicht zu gewähren, und die Geschichte der Entstehung und Fortbildung des Talmuds in dasjenige Licht zu stellen, welches die heutige Wissenschaft darüber verbreitet; aber auch wenn ein Rabbiner diesen Ausschwung nähme, um weiter zu schauen, als die größere Zahl seiner Amtsbrüder, so würde er unter diesen keinen finden, der ihm folgen könnte, oder ihm yii folgen wagte. Demnach sind die Gränzen, innerhalb welcher sich unser gelehrter Verfasser bewegen durfte, sowohl durch die; Stellung, die er einnimmt, als auch durch den Zweck, Talmudisien im bisherigen Sinne des Wortes über die talmudischen Formen zu belehren, von selbst gegeben. Die'Leistungen müssen daher auch nur nach diesen Bestimmungen beurtheilt werden, die übrigens eine anderweitige g rü n d l i ch e «E r ö r t erung des talmudischen Materials, namentlich die innere historische Kritik, betreffend Personen und Charakteristiken, Aussprüche und deren Berichtigung, Lesarten und Lücken, ferner .Beleuchtung .des linguistischen Therles, sowohl sprachlich jals sachlich, und alles was zum Bibliographischen gehört, — kei-

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