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Der Orient · 1845-04-16 · 16 (16.4.1845) · p. Spalte 249-250

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
16 (16.4.1845)
Date
1845-04-16
Page
Spalte 249-250 (sequence 5)
Language
German
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249 250 Kritiken. Rabbinische Blumenlese. für diese Ansicht spräche 2 Chv. 16, 12 und die talmudische Tradition nNID") *)DD rpptfi (Berachot 10 6). Diese Ansicht hätte Sirach bekämpfen wollen und habe daher den Arzr als ein Werkzeug Gottes empfohlen, dessen Hilfe man sich anvertrauen dürfe, ohne die göttliche Allmacht dadurch gering zu schätzen. In diesem Sinne spräche auch der Talmud mNDm&n jrw jjod nd*p nd'iv So richtig diese Ansicht auch an und für sich ist, so ist doch nicht zu verkennen, daß Sirach hier die Würde des Arztes heben wollte, den man nicht als ein nothwendiges Uebel nur Ln der Noth beachten , oder daß man v o r der Noch sich mit Hilfe und Heilungsmittel versehen solle; in letzterem Sinne korrespondirt diese Stelle mit Sirach 18, 4 rrönn TOK yx In Tanchuma Abs. ^p^ wird diese Stelle von Sirach in gleichem Sinne citirt. Die zerstreuten Sprüche im Talmud werden vom Vers, in 5 Paragraphen übersichtlich besprochen und allgemeine Regeln, ohne kritische Beize, für die hagadische Methodik des Talmuds aufgestellt, die selbst für den gewandtesten Talmudkenner von Nutzen sind. Wir wenden uns nun zu den gesammelten Sprüchwörtern selbst, die sich in die Sprüche Sirach's und die talmudischen Sprüchworter, Sentenzen und Maximen theilen. Au ersteren werden die Cüate in den beiden Talmuden und Midraschim beigefügt, zu letzteren die entsprechenden Redensarten Ln andern Sprachen. Die Sprüche Sirach's hat der Vers, nach de Wette's Uebersetzung gegeben, die von dem syrischen Texte merklich abweicht; Ben-Seeb's Uebersetzung wäre, da der Vers, sich doch einmal der Mühe einer selbstständigen überheben wollte, hier viel geeigneter gewesen, da Ben-Seeb in seiner Uebersetzung auf die hebräisch eitirten Sirachsprüchen im Talmud Rücksicht genommen hat. Die äußere Ordnung ist die alfabetische, nach dem Anfangsbuchstaben des Satzes, ohne grammatische Berücksichtigung, ob das als Schlagwort Angenommene ein Nomen, oder eine Präposition, eine Partikel oder ein Adverbium sei; ein genaues Sachregister erleichtert jedoch das Nachschlagen« Da der Vers, auf das Sachliche mehr als auf das Sprachliche Rücksicht genommen hat, so können wir den Tadel nicht unterdrücken, den die Uebersetzung nur zu oft verdient; Sentenzen und Gnomen müssen in der Uebersetzung an Kürze und Bündigkeit des Ausdrucks dem Original, so weit es sich thun läßt, gleichkommen. Bei einigen Stellen ist auch die Auffassung verfehlt und der Gnome oder dem Sprüchwort ein ganz anderer Gedanke supponirt. Wir wollen das wenig Mangelhafte, welches von dem vielen Vortrefflichen, das diese Sammlung enthält, übervon dem es heißt „er schlägt und heilt" zu betrachten sei; nur bei ä u ß er e n Verletzungen seien solche erlaubt (Exod. 18, 19). Diese Scheidungslinie erkennt jedoch der Talmud nicht au und gestattet die Hilfe des Arzres selbst bei innern Krankheiten „wcdk To W? iOiO rp1? DWDY' (Bab. Kama 45); obgleich dieser Satz nur als sprüchwörtliche Redensart angeführt wird, so ist doch immer die Auläffigkeit abzunchmen. strahlt wird, durch einige Beispiele als berichtigende Ergänzug hervorheben. In Nr. 5 wird tpj-pD WJJ übersetzt „einen Reichen der es läugnet. In der Note hierzu wird erklärt, „es bedeute einen Reichen, der seinen Neichthum verläugnet und wie ein Armer lebt, um von Wohlthätigkeit dispensirt zu sein"; das aramäische läßt allenfalls diese Erklärung zu, das talmudische etod heißt aber ein Depositum abläugnen (Levit. 5, 21). In Nr. 11 übersetzt der Vers. p)n ‘"p.Vi D VlNBSQ „was sagt dir das Gesetz der Gruft"; diese'Stelle ist ähnlich Sirach 14, 11, wo es aber heißt ifrirTO üb DTUi und der Sinn ist: daß die Sterbestunde sich nicht bestimmen lasse. Nach der Konstruktion dieses Satzes im Talmud ist das pM von zu trennen und mit Vermögen, Güter zu übersetzen und lautet: Wolltest du auch sagen, ich hinterlaffe mein Vermögen meinen Kindern (pin ITOV “WH DNl)/ mt lagt es dir in der Gruft (daß sie Gebrauch davon machen) "jy YJP. Zu Nr-2? ist die korrespondirende Talmudstelle beizufügen rrDpJi m&y D b m Dnsi vnw ns nwa (Pesachim 65). In Nr. 38 ist fälschlich mit Fuß übersetzt; dieses Wort ist das griech. heqcc/xos und ist mit Scherben, Dachziegel zu übersetzen. Zu 59 ist die Stelle in Pesachim 113 b noch beizufügen D\3Dmn pW jrpTI Twbw nyin WJNT DMnrnn. „Das Leben von dreien ist kein Leben: die Mitleidsvollen, die Jähzornigen und die Melancholischen. — In Nr. 2 der 2. Abteilung ist noch erklärend das Citat aus Sab. 81 wnto r&UD n)ÖlN pH beizufügen (cf. R.G.A. Duran I, 16). In Nr. 20 ist das AN rrOpDttf falf$ übersetzt, denn das Schin ist hier causativ, es müßte daher heißen: Wehe der Herrschaft, sie begräbt ihre Träger, d. h. das Regieren reibt die Lebenskraft auf. — Die Auffassung des Sprüchworts Nr. 20 ist nach dem Talmud a. a. O., die Verwandten finden leicht die Fehler und Sünden ihrer Angehörigen auf. Zu Nr. 83 ist über den Werth des lebendigen Unterrichts noch beizufü'gen ig)D *6) "DD “iDD (Wir citiren diesen Spruch aus dem Gedächtniß und können die Quelle nicht angeben). Zu Nr. 171 müßte noch bemerkt werden, daß nach der wohl Beachtung verdienenden Erklärung des Kommentars Korban Eda das hinauf und die Worte toi tod 8" dem andern Sprüchwort Tnßtt b'D, das der Vers, in Nr. 365 aufbringt, zu lesen sei. Die allgemeine Anwendung dieser beiden Sprüchwörter hat der Vers, falsch aufgesaßt und ist nach allen Erklärungen und wie es aus dem Zusammenhang ersichtlich ist, daß man bei Kontroversen seine Meinung gleich kräftig vertreten müsse, zeigt man sich anfangs schwach, so helfen alle nachträglichen Entgegnungen nichts. — In Nr» 205 ist der Vers, den unrichtigen Erklärungen der Kommentatoren gefolgt; richtig hat nur der Aruch diese Stelle aufgefaßt. Statt NKWnB ist jedoch NivpDJ'OD T7qq§8lij,vos (vorher die Mahlzeit zu sich nehmen) zu lesen. Au Nr. 426 ist über die Abneigung der Orientalen, eine Witwe oder geschiedneFrau zu heirathen

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