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Der Orient · 1845-04-16 · 16 (16.4.1845) · p. Spalte 247-248

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
16 (16.4.1845)
Date
1845-04-16
Page
Spalte 247-248 (sequence 4)
Language
German
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247 Kritiken. Kurze Anzeigen. 248 ihn für natathäisch'). — ^p-Q ist viellkicht das punische Narvas oder gräcistrt von p-,^; vergl. auch Npro und p”i2 ’J3. S. Neu da. Kurze Anzeigen. 13) Rabbimsche Blumenleft von Leopold Dukes. Leipzig. In der Hahn'schen Verlagshandlung. 1844. 8. Eine Blumenlese rabbinischer Weisheit, und Erfahrungssa'tze die sich zu einer Zeit aus dem Volksleben erzeugt haben, wo der. Rabbinismus der Centralpunkt alles Wissens war, war in »keinem Zeitalter geeigneter an das Licht zu treten, als im gegenwärtigen, wo man die Resultate ihrer Forschung auf religiösem Gebiete refutirt und den Talmud überhaupt als eine trübe Quelle verdächtigt, aus der für unsere hohe Bildungsstufe kein lebenerfrischender Trunk mehr sprudelt. Man giebt sich aber dennoch zuweilen Mühe, den riefschichligen Boden des Talmuds mit Hacke und Spaten zu durchwühlen, aber nur um irgend ein vermodertes Gerippe zu entdecken, das man wie antedeluvianische, der lebenden Natur entschwundene Gestalten der Menge zur Beschauung hinstellt. Daß aber der Talmud, selbst wenn man von seinem normgebenden halachischen Inhalt abstrahirt, in seinen Reflexionen, Maximen und sprichwörtlichen Redensarten, die aus dem Volksleben theils hervorgingen, theils aus einer unbekannten Veranlassung in dasselbe übergingen, noch frischdustende Blüthen enthält, die ungeschwächt in ihrer Farbenpracht noch den Geist erfreuen und das Herz veredlen, das sehen wir—-wenn man auch nicht tief in seinen hagadischen Theil eindringen will, wo nicht selten unter einer falben Rinde frischmarkige spekulative Wahrheiten verbergen liegen —aus vorliegender Sammlung.— Die vielen Vorarbeiten, so wie die ungemeine Belesenheit des Herrn Dukes, machten es demselben möglich, die zerstreuten Blüthen sprüchwörtlicher Redensarten in diesem Werke zu einem schönen Ganzen zusammenzutragen. Vollständig sind jedoch nur die Spruchwörter gegeben, von den Maximen und Erfahrungssätzen aber wol nur ein kleiner Theil. In der 65 Seiten starken Einleitung, welche dieser Sammlung vorangeht, wird auf die wichtigsten Punkte aufmerksam gemacht und dieser Zweig der jüdischen Literatur übersichtlich geordnet. Herr Dukes beherrscht hier das reiche Material, das ') Die Namen der nabathäischen Könige ffnb Abid oder dimin. Obaid t>, t. (vergl. DHN Tny) oder Harithb. u ttnin (vergl. [fo! Red.f>od. Malik, (vgl. "Dyi .TNc6 -]i>D Kohelet). Die Nabathäer unterscheiden sich als Ackerbautreibendes Volk, worauf auch ihr Name Nabath' (s. Ges. Thes. mü*), mit Verwechslung von ^und n; vergl. MI Ges.) s> Saanit 4 a, Moed Katan 18 b. (vergl. hindeuten mag. *) Siehe mein kl. Schulwörterbuch, wo das Sprachliche "*1 ÜSJ rc. erklärt ist. Red. ihm zu Gebote steht, sowohl hinsichtlich der gründlichen Auffassung wie auch der gediegenen Darstellung, aus eine Weise, daß wir diese Arbeit für seine beste halten. Die Einleitung zerfällt in zwei Theile; im ersten deflnirt der Vfr. das Verhältnis der Maxime zum Sprüchwort und zur Fabel im Allgemeinen und geht dann speciell zu den hebräischen Sprüchwortern über, die er in biblische und n a ch b i b l ische eintheilt. Unter dem Ausdrucke Maschal werde sowohl Fabel, Maxime wie auch sprüchwörtliche Redensarten (Sam 10, 11) verstanden; unter Maschal Ha-Kadmoni aber nur das eigentliche Sprüchwort (ibid 24, 19). Von beiden Arten werden in der Bibel nur wenige angeführt, hingegen eine beträchtliche Anzahl in den beiden Talmuden und den Midraschim, unter der Formel ^o, u. dergl. für die, die Talmudisten auch zuweilen einen paffenden Bibelvers aufsuchen, an den sich das Sprüchwort anlehnt oder mit ihm korrespondier. Inhalt und Arten der Sprüchwörter sind im §. 5 umfassend behandelt; unter den philologischen Sprüchwörtern, die der Vfr. beispielsweise anführt, sind viele, die zu den sprüchwörtlichen Redensarten gehören und. besser im nachfolgenden §. am Platze wären. Die im §. 75 als ursprüngliche epigrammatische Spitzen von neuern Dichtern angeführten Sprichwörter ’HnN “TOn und D^np ITO *>inx, sind nichts weniger als originell; ersteres ist das bekannte deutsche „Hochmuth vor dem Falle", letzteres das horazische De mortuis nil uisi bene. Der zweite Theil bespricht die Sentenzen und Maximen mit philosophischer Tiefe, zuerst im Allgemeinen und sodann speciell die hebräischen Sprüche; die Literatur derselben wird in drei Perioden getheilt, die einen Zeitraum von mehr als als ein Jahrtausend umfassen, von denen wir biblische, apokryphische und talmudische Sammlungen besitzen, an die sich noch später die Sammlungen aus der maurisch-spanischen Periode angeschlossen haben. Alle diese Sammlungen werden speciell nach Form und Inhalt kritisch vorgeführt und in ihrer Allgemeinheit beurtheilt. In der übersichtlichen Inhaltsangabe des Buches Sirach hebt der Vers, besonders das 38. Kapitel hervor, in dem Sirach den Arzt empfiehlt, weshalb mehrere Gelehrten denselben auch für einen Arzt hielten. Der Vers, ist jedoch der Meinung, der wahre Grund dieser Anempfehlung sei, die Idee des Fatalismus zu bekämpfen. Das Zudenthum könne zwar die Unbeugsamkeit des Zufalls, das Fatum, nicht anerkennen, aber in ihm sei der göttliche Wille das, was im Heidenthum die Nothwendigkeit sei. Die ausgesprochene Idee, daß Gott Herr der Natur ist und solche nach seinem hohen Willen bezwingen kann, müsse im jüdischen Alterthum die Ansicht geltend gemacht haben, daß man in Krankheitsfällen nur von Gott und nicht von den Aerzten Hilfe erwarten dürfen*); *) Der freisinnige Ibn-Esra ist wirklich der Meinung, daß der Gebrauch natürlicher Heilmittel bei innern Krankheiten als ein Eingriff in das Gebiet des göttlichen Arzte^

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