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Der Orient · 1845-04-02 · Heft 14 (2.4.1845) · p. Seite 106

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 14 (2.4.1845)
Date
1845-04-02
Page
Seite 106 (sequence 3)
Language
German
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— 106 — und es wird uns gar nicht wundern, wenn auch aus andern Städten, sobald ihnen nur der Präcis und kräftig geschriebene Plan zu Händen kommt, Väter, denen jüdische Erziehung auch neben der Berliner Bildung am Herzen liegt, ihre Söhne hierher senden; es vereinigen sich wirklich hier eine Menge günstiger Momente, um ein jüdisches Unternehmen auf die Daller hin gedeihen zu lassen. Bedeutende Männer der Berliner Gemeinde, Dr. Sachs, B. S. Berend, Löwcnherz, Henoch Simion und Dr. Veit, die dem Plan eine Nachschrift geben, stnd der Obervorstand dieses Institutes, für das Publikum keine geringe Bürgschaft; Hr. Horwitz selbst ist nicht hyperfromm, sondern ein gemäßigter Manu, der vor Mein den Leichtsinn haßt, mit dem inan über gelvichtvolle von Jahrhunderten geheiligte Dinge räsonnirt; seine ästhetische Bildung, die er auf der Universität erworben, hat er auf einer Reise nach Paris verfeinert; sein Pädagogisches Talent dnrch Uebung gebildet, durch Prüfungen bewährt. Die Erziehung der Kinder, die Ulan als Pensionäre ihm vertraut, wird er dieses Vertrauens würdig leiten; die Lehrer , die neben ihm Unterricht ertheilen, sind, was Methode und Positive Kcnlltniß betrifft, geübt und tüchtig. Dr. Michael Sachs übernimmt den Religionsunterricht, den Ulan nicht mit eineur andern Privaten, Jedermann 'offenstehenden und voll demselben Manne geleiteten verwechseln darf und ich weiß nicht, welche Garantie für den Ernst und den Werth des Unternehmens höher zu schätzen sei, als eben dieser Unterricht, den ein ebenso ernster als geistmib kenntnißreicher Mann ertheilt. Mit Vergnügen habe ich dem Gelingen des Unternehmens zugesehm; mit Vergnügen habe ich es mir als Pflicht zttgerechnet, über Etwas zu referiren, was dem jüdischen Namen wieder Ehre machen, was mit Eifer und Wahrheit verwaltet , mit Talent und Ausdauer erhalten werden wird Mld gern füge ich den Wunsch daran, daß der Umfang dcsselbeil so groß werden uröge, als es die Idee verdient, der Erfolg verlangt. Älakai'08. Frankfurt a. M., 23. März. (Erörterung ul it Hril. E. C. in H a nlburg und Er l äuterung über die V erhälLnisse der l on d oner R a b b in erwähl.) In meiner Rüge, die ich mir über zwei Aeußeruugen des Hrn. E. C. erlaubte, hatte ich an seinen übersichtlichen Monatsberichten zwei Ausstellungen gemacht: 1) daßHr. C. die herz- und gefühllose Barbarei Pinsker's gegen den unglücklichen Turqneman wie einen Streit iuler pures zu behandeln schien, und 2) daß er der O.P.A.Z. insinuirte, sie habe die Zahl der Stimmen bei der londoner Rabbinerwahl aus Parteilichkeit -falsch angegeben. In Nr. 12 d. Bl. räumt mir Hr. C. ein, daß er atl 1) sich allerdings nicht ganz geeignet ausgedrückt und ad 2), wo eigentlich die Ziffer bereits in letzter Instanz entschieden haben, meint Hr. C., da habe er doch mindestens zu dem ausgesprochenen Zweifel seinen ,-guten Grund" gehabt, indem jedenfalls der Wahlmodus entweder (ihm) unbegreiflich, oder die Zahlen falsch seien. Die Unbegreiflichkeit des Wahlmodus, und selbst dessen Ungerechtigkeit, wenn eine solche vorhanden, hat gewiß die O.P.A.Z. nicht zu verantworten und Hr. C. ist weit entfernt, ihr solche zur Last zu legen. Ueber die zwei Hauptpunkte, nämlich über die Fragen selbst, wären wir somit verständigt. Ebenso wenig hat von meiner Seite die Verständigung über den zarten Punkt vom Charakter des Hm. C. irgend eine Schwierigkeit. Alles, was mir von Hill. E. bekannt ist, hat mir auch nicht der: entferntesten, . leisesten Zweifel in dieser Hinsicht gegen Hrn. C., den ich als Journalisten und Literaten schätze, einflößcn können. Uebrigens wüßte ich nicht, daß ich mich irgend eines verletzenden Ausdruckes gegen seine Person bedient hätte — auch Pflege ich Leuten von irgend zweideutigem Charakter nicht, wie Hrn. C., zu sagen: ich hätte ihnen mehr Rechtsgefühl zugetraut; denn wem ich Gutes zu traue, von dessen Charakter habe ich nicht den verächtlichen Begriff, den mir Hr. C. in seiner Empfindlichkeit zutraut. Sollte Hr. C. sich aber dennoch durch irgend einen von mir gebrauchten Ausdruck persönlich beleidigt glallben, so nehme ich keinen Augenblick Anstand, zu erklären, daß ein ähnlicher Sinn meinen Worten nie hat beigetegt werden sollen und daß eine solche meinen Absichten völlig zuwider sein würde. Undffomit sind wir hoffentlich auch hierüber einig. Dagegen aber möge es mir Hr. C. nicht verübeln, wenn ich in seiner Erwiderung gar Manches finde, was gegen: Wahrheit und Schicklichkeit verstößt, und was ich blos mit denn Spruche ,^h^> Dp po mp" zu entschuldigen vermag; denn die von Seiten des Hrn. C. selbst vorangesendete Entschuldigung, daß er nämlich die fraglichen Blätter nicht zur Hand habe und nur ,,aus dem Gedächtnisse" citire, kann ich ihm ebenso wenig gelten lassen, als man z. B. geneigt sein möchte, es einer hochwürdigsten Braunschweiger Rabbinerversammlung hiugehcn zu lassen, daß sie, gleichfalls e memoria, die Beschlüsse des Pariser Sanhedrinö eitirend, keil: besseres Gedächtnis' hatte als Hr. C. — oder etwa als man gegen die Wohllöbliche Redaktion des ,,Israelit" Nachsicht üben möchte, die, an einem gleich schwachen Gedächtnisse laborireud, jüngst einen Artikel aus der „Voiee of Jacob" gegen Hrn. Dr. Adler ohne Zweifel gleichfalls aus dem sogenannten ^Gedächtnisse" eitirte, welcher Artikel aber, wie die „Voiee ok Jacob“ (Nr. 98) mit Entrüstung erklärt, in gedachtem Blatte weder ganz noch theitweise je gestanden — oder als rnan es dem vielblamirten ,,Orientalisten von der Saale" (in der ,Leipziger A. Z.") verzeihen möchte, daß er auf die Seitens der Redaktion an ihn geschehene Anfrage: ob gewisse inkriminirte Stellen sich wirklich im

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