Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 13 (26.3.1845)
- Date
- 1845-03-26
- Page
- Spalte 195-196 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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195 Studien. Zwei Sohar. — Das Wort Kabbala. — Der Kabbalist R. Ascher. 196 6. Zwei verschiedene Sohar. In den rni2D 'DJJD des Recanati kommen zweierlei Sohar neben einander vor, die deutlich von einander unterschieden werden; der eine heißt nrm N^DlEn, der andere^nJin Dies hat Zunz schon bemerkt. Was man aber unter dem Einenwas unter dem Andern zu verstehen habe, ob diese beiden Bücher noch existiren, ob sie mit unserm Sohar identisch- oder ob Eines derselben oder ob beide verloren gegangendas war bis jetzt ein unaufgelöstes Problem. Ich glaube daffelbe lösen zu können. Bei zwei Stellen aus dem p-».1,n VW fttzt Recanati die Bemerkung hinzu, sie seien aus dem „Anfang des pn;in IHN", bei zwei andern, sie seien aus dem „Ende desselben"; und Einmal spricht er summarisch von dem Totalinhalt dieses Sohar. Mittelst dieser Momente, verglichen mit den einzelnen Stellen, die er aus diesem Sohar giebt, war es mir ein Leichtes, die Sache zu ermitteln. Dieser (?)"Un nniT ist nichts anderes, als das sogenannte nt^np ton NTPN, bas in unfern Editionen in nttnö eingeschaltet ist. Das Beiwort bezieht sich nicht auf den Umfang, sondern auf den Inhalt. Dieses jon NTPN kommt unter verschiedenen Namen vor. Recanati nennt es also nNll (in seinem L/ND jedoch schlechtweg "irin) 3 '^2 nennt es p p pyott/ (was Zunzebenfalls nicht wußte); den Namen NVPK sinde ich zuerst bei b^n .TOT. Der &*?DlDn nnll des Recanati aber ist unser gewöhnlicher Sohar. Nur scheint er bei Recanati noch nicht auf die rwnD vertheilt gewesen zu sein. 7. Das Wort Kabbala. Das Wort r&ap in der Bedeutung von „Geheimlehre" findet Zunz (das. S. 402) erst im 12. Jahrhundert. Ich glaube daffelbe in theoretischer Bedeutung (rv>Jpy rtap) 200 Jahr früher, und in praktischer (rv^yD ntap) noch balder gefunden zu haben. In dem nno ppn des Philosophen und Dichters 1?YT04 p welche Schrift er zu Saragossa im Monat p*0 des Jahres ,Ynn (1045) geschrieben, kommt vor: 1) in der Einleitung: "pNH1? D^D UN jW 'W>) nbom N“Don p nvi^i mw d'idi.t nta by n-od mi r&3pn noxii. WD (nmn pyv), NnJH rrw (Einiges Handschriftliche), Pvny p ]w , rupn p kwü (nnn), pyotp pH2H , pN4 3*) (rVQwn , zugeschrieben sind, warum können nun zur Zeit Botril's nicht noch mehr derartige existirt haben? 2) im gleich von vornherein: n^nriL^Dt nbpn'nDDnD? nPrwn nwpnn p nt nmnb. Daß hier etwa unter n^Dpn HDDn die rabbinische Tradition, riD min, zu verstehen, ist mir unwahrscheinlich. rfop aber nicht n^3pn nDDn finden wir in dieser Bedeutung. .In praktischer Bedeutung aber gebraucht schon In p^ bies Wort in einer Stelle, die uns -jnyn ^y3 ]DJ P aufbewahrt. pN3 WH 3I spricht darin von Beschwörungsformelnsagtdaß. wir weder die Wörter verstehennoch wissen, aus welche. Weise sie wirken, und setzt in dieser Beziehung hinzu: nM nbp. - 8. Der Kabbalist Rabbi Ascher. Von dem Kabbalisten nWN P sagt Zunz in seinen Analekten, er sei ein Bruder des UD pND ,P, also ein Sohn des n'pNn. Das ist falsch. Der blinde pn2vP war sein Onkel, der fipNn sein Großvater, sein Vater aber hieß nn, und sein vollständiger Name ist: n'PNnn p IN p n&yN p. Der Irrthum des Hrn. Zunz rührt daher, weil manche Schriftsteller den Namen abkürzten: nP^nn p n&^N p. pn$n 'n Dy pn in seinem IU'y sagt einmal deutlich: nt£\v P mn p n nn VL73; ja ni^N p selbst sagt am Ende eines Stückes, das er im Namen seines Onkels, des blinden "n gibt: p n , mn ddpih nn unN wy® p *?"? mil. Die irrige Angabe des Herrn Zunz wundert mich um so mehr, da er selbst das Q^yy rf)\\D handschriftlich besitzt. Falsch ist es auch wenn Zunz, und mit ihm alle seine Vorgänger, unter ^niy P (Schüler des blinden pnsn -p, und Lehrer des pm) und ^nty; P zwei verschiedene Personen sich denken. Ich habe die zuverläßigsten kritischen Beweise, daß N-,iy nur eine Abkürzung des Namens (?Nniy und also &nty und ‘pNnty Eine und dieselbe Person ist. Es ist hier zugegangen wie bei poPl riWD p. Dieser, der Sohargeschichte wegen bekannte Mann, hieß: c&y p n&7E P pNp n 3D; daraus sind (wie ich spater Nachweisen werde) im Iuchasin zwei Personen geworden: ein n WD, und ein pnP n 3)E Die Schriften, die dort dem I12 QLt n zugeschrieben werden, hat pttH 11 1V WD verfaßt. Diese Einzelnheiten mögen nun für diesmal zu meinem Zweck genügen. Ich gebe nun eine Uebersicht der Geschichte und Literatur der Kabbala, vom geonäischen Zeitalter an bis ins 14. Jahrhundert (d. r. bis nach dem Auftreten des Sohar). (Fortsetzung folgt.)