Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 12 (19.3.1845)
- Date
- 1845-03-19
- Page
- Spalte 185-186 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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185 Kritiken. Kurze Anzeigen. 185 Oie nämliche Verschiedenheit finden wir beim Einige schreiben ihn dem \\riP p einige dem - bxysv' 'n Nach Maimum (Vorrede zu N') erstreckt sich die 'TI Krfr'OD über die letzten 4 Bücher des Pentateuchs. Ob wir also dieselbe nur mangelhaft haben, oder ob die unlrige wirklich dem i^rni p pyDEf P angehört, und von der des p verschieden ist, das wird wohl schwerlich mehr ins Klare kommen. (Fortsetzung folgt.) Kurze Anzeige«. LI) Zur „Beleuchtung der rabbinischen Rede" des Dr. W. A. Meisel zu Stettin vom ordinirten Prediger und Missionär I. C. Hart mann in Nr. 2 seiner Dibre Emet. Die Menschen sind gar nicht so schlimm, als man gewöhnlich glaubt. Sie lasten jedem gern seine Meinung, häßlich oder schön, wenn er nur fest darin steht, wie in seiner Haut; versteckt man sich aber hinter einer Meinung, dann ziehen die Leute mistrauisch den Vorhang weg, um zu sehen, wer dahinter ist. — (Börne.) — Ein Kerl, der kritisirt, „Ist wie ein Thier auf dürrer Heide, „Von einem bösen Geist im Kreis herum geführt, „Und rings umher liegt schöne grüne Weide. Verzeih' unsterblicher Borne, wenn ich Deine Worte citire, um sie auf Herrn Missionar Hartmann anzuwenden; und Sie Herr Missionär, Sie werden sie nicht verkennen, die Achtung, die ich Ihnen zolle, wenn ich dieselben Worte, die der Meister der Sprache, der unsterbliche Börne, zum Theil auf sich selbst gerichtet, Ihnen widme. — Vorweg Herr Missionär genehmigen Sie die Versicherung, daß es mir im Entferntesten nicht darum zu thun ist, den Herrn Rabbiner Dr. Meisel gegen Sie in Schutz zu nehmen, denn dem Herrn Dr. Meisel stehen Sie wie die Hölle dem Himmel gegenüber in so weitem Abstande. — Ihr giftiger Hauch vermag ihn nicht zu erreichen, und Ihre Schmähungen — diese führe ich auf obigen Vers zurück. — Ich könnte es versuchen, diesen Eingang zur beffern Motivirung mit einem biblischen Urtext zu schmücken, allein Herr Missionär, ich bin kein Gelehrter, ich bekenne meine Unkenntnkß des Hebräischen, ich fürchte mich demnach vor orthographischen und grammatikalischen Fehlern und möchte mich nicht — Ihnen zur Seite — am Schandpfahl der Unwissenheit stellen. —- Nach Ihrem eigenen Bekenntnisse hatten Sie bei Beleuchtung der cit. Rede „ein trauerndes Herz, voll von Schmerz". — Ich will dies gern glauben. Sie trauerten über Ihre Seichtheit, und wohl mußte es Sie schmerzen, keine Argumente zur Motivirung Ihrer Beleuchtung beibringen zu können. Ich. traure mit Ihnen Herr Missionär über Ihre eigenen Gebrechen; aber mein Herz jubelt, denn ich brauche zu Ihrer Widerlegung keine Gründe. Herr Hartmann, Sie haben in mir einen gelehrigen Schüler gefunden; ich traure mit Ihnen, und folge Ihnen sogar darin, daß ich einen Aufsatz ohne ausgefl'jhrte Gründe der Oeffentlichkeit übergebe. Aber Sie müssen Nachsicht haben, Herr Missionär , mit einer kleinen Schwäche müssen Sie Nachsicht haben. — Sie haben Ihre Beleuchtung aus mehreren Stellen des sinn- und bilderreichen Vortrages des Dr. Meisel, und einigen zwischengeschobenen Seichtheiten Ihrer eigenen Invention zusammengesetzt. Ihre Beleuchtung Herr Missionär verdiente demnach schon um der Meisel'schen Stellen willen gelesen zu werden. — Als gelehriger Schüler von Ihnen, Herr Missionär, müßte ich nur folgerecht Ihre Absurditäten citiren und einige Vernunft dazwischenbringen, doch ich fürchte, nicht so willige Leser Ihretwillen zu finden, als Sie Meisel's wegen gefunden haben. Ob Sie Herr Hartwann dies logisch finden, glaube ich kaum, denn Ihre Logik ist „der Thurm bau zu Babel" d. h. wahnwitzige Verwirrung, wie Sie Herr Missionär die vom Dr. Meisel so erhaben geschilderte Einigkeit zu nennen belieben! —- Da Sie nun, mein lieber Herr Hartmann, so hübsche Gleichnisse, wie „der Thurmbau zu Babel rc. vorzubringen wiffen und ich Ihnen gelehrig folgen will, so sei auch ein triviales Gleichniß verziehen. — Betrunkene und Verrückte behaupten: jeder andere leide an ihrem Gebrechen; und so Herr Missionär, wird es wohl, mit dem in Ihrer Beleuchtung — Israel beigelegten — verfinsterten Verstände sein. — Ob wir Sie hören wollen, den beleuchteten Text nach Ihrer Art uns Vorhalten? Herr Missionär, Ihre Jumuthung ist zu naiv! — Nachdem wir die Beleuchtung gelesen — da fällt sicher — ich bediene mich Ihrer Worte — unwillkürlich fällt sicher Jedem „der Thurm bau zu Babel" ein! — Wir haben Sie gehört Herr Missionär! gehört, wie Sie auf der Frankfurter Messe mit den Fieranten um eine Packjudenseele feilschen. — Bei diesem Handelchen haben Sie wohl die Konjugation des Wörtchens ,,betrügen", welches Sie in Ihrer Beleuchtung anführen, so hübsch anzuwenden gelernt! — Wir haben auch von Ihnen gehört Herr Hartmann, und zwar in der Leipziger 2tllg. Zeitung Nr. 280 ff. von 1842. — Sehm Sie Herr Missionär, da wurde der Vorhang weggezogen, da erblickte man, wer dahinter ist, und wer sollte Sie nicht danach zu würdigen wissen! — Herr Missionär, „das Verwerfliche, der Mißbrauch, das Verbrechen", die Sie in Ihrer Beleuchtung rügen wollen, müssen doch nicht so groß, die That nicht so schwarz und verdammungswerthsein, als man es überhaupt aus Ihrem fabelhaften Belfern hätte folgern sollen, denn die ganze Strafe, die Sie darüber verhängen, besteht buchstäblich darin, „daß uns eben dies Ihr Wort fortgenommen wird". — Auch nennen Sie all unser Lernen und Verstehen nur „Sündlem".