Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 9 (26.2.1845)
- Date
- 1845-02-26
- Page
- Spalte 139-140 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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189 Breslau. Studien. Kurze Notizen und Miscellen 140 Der Geist entweicht, Der Leid erbleicht; Du - geh'st zu Grabe, Und nimmst von hier Von deiner Habe, Nichts hin mit dir«. Dem Vogel gleich, Eilst du rn's Reich Vor Gottes Thron, Zum Thaten- Lohn. — v 3. ■ ■ . . Was kann auf Erden- — So kurzer Bahn — Auf ihr dir werden, Wo Glück nur Wahn? Da trüg'risch Heit, .. Hinschießt wie Pfeil; Wo eitler Segen Sich nicht erhält, Und dein Vermögen An Andre fällt?; Was frommt dein Geld In jener Welt, ' Wenn du am Thron, Erscheinst zum Lohn?; 4. Wir sind die Reben, ' Siechricht der Tod, Der unser-Leben . Hier stets bedroht. — Mit reu'gem Sinn, Zu Gott kehr' hin, Weil lang die Wege, Und kurz die. Zeit, Zur Seeleupflege Im Erdenleid. — Für zeitliche Noth, > Reicht trock'nes Brot$ Doch Gottes Thron, Heischt -viel zum Lohn. — 5. Drum beb' und zage, Der Taube.gleich; Denk an die Tage Im Himmelreich, Und ruf' - zu Gott., Dem ew'gen Hort. — Auf dunk'lem Pfade, . Ergeuß' dein Herz, Erfleh' dir Gnaden Im Seelen - Schmerz; . Dann führt in's Land, Dich Engelshand, Wo du am Thron - Empfängst den Lohn. — - - - M. Pappenheim. Kurze Notkzeu und Miseelleu. Name von Saadja'sWater.DerarabischeGeschichtsschreiber M a such i, der Zeitgenosse des jüdischen Philosophen, nennt Saabja: -pyo, Said Ibn Jakub (6e' 8ue)', einest, ur.). Man ' erstaunt über diese Angabe um so mehr, als man doch nicht Masudi eine solche Unwissenheit zumuthen kann. Und doch ist' gewiß, daß S.'s Vater Josef geheißen. Allein diese Schwierigkeit laßt sich Leicht heben, wenn wir annehmen, daß Josef, der Vater S.'s, als Kunje Abu Jakub gehabt, wie immer die, welche den Namen Josef führen. Aus DipyV 'QN fonnte leicht im Arabischen pN werden, und wobei dann nachher der eigentliche Name Iusuf weggefallen ist. Die dritte religions - philosophische Schrift Siradja's. Einer der Schriften Saadja's, deren Titel sich uns nur erhalten, hieß y\\n^\ rJNTD Dieses Buch erwähnt Äbulfarag" Mohammed ben Jshak schlechtweg unter dem Namen y'ßOt^N* sntd und zwar immer zur Seite des S.'schen Kommentars zum Buche Iezr'ra (üe 8uez'!. 1. I. p. 357) und in den Handschriften des letzteren in der Bodleyana (coä, Poe. 256) sieht man auch, daß dieses Werk damit verbunden war. Durch das misverstandene'"'lyÖb^'N sind die wunderlichsten Vermuthungen über diese Schrift ausgesprochen worden; der'Eine hielt sie für eine talmudische (Dukes), der Andere für eine gegen die Karäer polemisirende Schrift (Munk), aber Beide sind im Irrthum. Die biblischen Gesetze theilt Saadja' in zwei Klaffen, die eine nennt er tilst, arabisch fi^pV d. h. Vernunftgesetze, welche unsere Vernunft als gut an sich einsieht (Ent. 113.) z. B. die über Mord, Unzucht, Raub, Betrug u. s. w.; die zweite belegt er mit' dem Namen nisE, arabisch fwobti JPKntöft*/ d. h. solche Gesetze, die unsere Vernunft nicht als gut an sich erkennen ckann, und wir sie blos als O'pflz annehmen, z. B. dielSpeisegesetze, die Bestimmung der Fest- und Fasttage. Im 3. Abschnitte seines Emunot hat S. diese zwei Klassen genau erörtert und er bestrebt sich bei einigen der zweiten Klasse das Rationelle , auszusuchen.^Bei dieser Gelegenheit sagt ,er: wenn man nach dieser gegebenen Weise die meisten der niSJO durchforscht, so werden sich -rationelle Zwecke und Gründe Herausstellen. Uebrigens erstrecken sich alle iftyß nisörv auch bei Malm uni, nur auf. diese zweite Klaffe, wie überhaupt diese als die offenbarten Gesetze angesehen werden, da namentlich unter yüw"Öaabj.a fcte Offenbarung überhaupt versteht (Em. 111, c. 8). Nun ist es erklärlich, wie er unter biblische Gesetze nur verstehen konnte , und, die oben erwähnte Schrift ^y ^yOO^ yw’lfc^tt enthielt nichts Anderes, als die weitere Ausführung' des im Emunot begonnenen, ' nämlich' religionsphilosophische tMQN bvyll, und das, weder mit Talmud noch mit Kara'ern etwas zu thunhat, da yo&y. bei ihm nur vom schriftlichen Gesetze gesagt wird. Er kann aber diese seine