Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 9 (26.2.1845)
- Date
- 1845-02-26
- Page
- Spalte 141-142 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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141 ' Kritiken. Die Franks. Gutachtensammlung über die Beschneidung. 143 Neligionsphilosophie ergänzende Schrift erst nach dem,Emunot geschrieben haben, da er in der erwähnten Stelle auf dasselbe sich nicht beruft, wo doch eine sehr paffende Gelegenheit dazu war. Es scheint auch, daß er durch die Untersuchung im ^Emunot auf dieses Thema geführt wurde. Aus diesem Umstande ist es auch erklärlich, warum im Morgenlande diese mit dem philosophischen Komm, zu Jezira eitirt wird. Als ein späteres Produkt ist es erklärlich,, daß es nicht nach Spanien gekommen und Bediraschi in seinem Sendschreiben nur des philosophischen Komm, zu Lezira und Emunot gedenkt, obgleich es möglich ist, daß er es nicht als philosophisches Produkt angesehen. Die Ordnung der philosophischen Schriften ist also: 1) ‘iDD*? TO, 2) :nÜTDN 7D rfiyn, 3) m^on 'djjd *©d. Die arabischen Namen der Kararten und Nabbaniten. Makrisi giebt den Karäern den Namen Wenu- Mikra ^ber außerdem gedenkt er ihrer auch unter dem Namen el-Ischmaije, mit welcher Benennung sich die Historiker geplagt (von de Saey dis auf Dukes). Nach unserer Erklärung des und die Saadja selbst giebt, ist diese Benennung klar; sie bedeutet nichts weiter als die an die Gesetze des Pentateuch Glaubenden, oder den offenbarten Gesetzen (im Gegensatz zu den lalmudischen) Folgenden. Mögen bewanderte TaLmudisten Nachweisen, ob nicht der Ausdruck im Talmud auch von der Schrift gesagt wird, wie doch rtap so gebraucht wird. — Zum Unterschiede von diesen benennen die arabischen Schriftsteller die Rabbaniten neben Benu-Mschna auch pn^D^N, was eben entschieden von xnyDW kommt. Saadja's Kenntniß von Eldad« ha-Danr. Es ist bekannt, daß Saadja in den uns bekannt gewordenen Schriften nicht dieses berühmten Reisenden gedenkt, aber dennoch scheint die Relation desselben von den ihm bekannt gewesen zu sein. In seinen Scholien zu Ps. 90, zu ni^Db gedenkt er der ni£>D \3D, welche Sage doch wohl wahrscheinlich durch die Eldad'sche Relation bekannt geworden ist. Möglich aber auch, daß diese Sage schon früher verbreitet war und ich glaube, dass schon irgendwo in einem Midrasch daraus hingewiesen wird. Vielleicht gefällt es irgend einem der Leser hierüber Aufschluß zu geben. - Saadja und Kaliv. In der königlichen Bibliothek zu München (eodd. lu‘br. 9tr. 39) findet sich eine hebräische Uebersetzung des S.'schen Kommentars zum Buche Jezira, woraus Dukes (Beitr. ll. S. 14) eine Stelle mitgetheil, wo Saadja sich auf ein Pijut des Elasar Ha-Kalir beruft. Ist aber das Cikat richtig, so fragt sich, wie wäre dies mit Kalir's Zeitalter (nach Rapaport 970 n. Chr.) in Einklang zu bringen , da jener Kommentar schön v o r 933 : geschrieben war, und S. schon 942 gestorben? Möge Hr. Rapaport uns gefällig über diese Divergenz belehren, und möge Hr. Munk uns wissen lassen, . ob diese. Stelle sich auch im arabischen Original findet. Saadja's Geburtsort. Jüdische und arabische Schriftsteller nennen S.'s Geburtsort dpd Fajjum in Oberegypte n; die jüdischen Skribenten geben 2V2 auch durch das biblische O1NO wieder. Nach allen Forschungen über das biblische DK1E3 (st Winer, R.W.), soll dies aber in Unteregypten gelegen haben. War die. Tradition richtig, daß Pitom Fajjum sei, so ist 1) die Frage, worauf gründet sich, diese und wo hat sie ihren Anfangspunkt genommen, da an eine Buchstaben-Verwechselung in ^Xi doch nur zuletzt gedacht werden kann; 2) wie wäre solches mit den Forschungen über auszugleichen. Saadja war übrigens immer glücklich in der Uebersetzung der Eigennamen der Städte'und Flüsse seines Vaterlands und die Tradition , der er hierin gefolgt, hat sich nach den neuesten Forschungen immer als wahr bestätigt. Wenn er cmsJE:^ru durch WLdi el - Ari'sch, 7irw durch el - Nil, durch Tunis, jrp durch Memphis, DJD durch el-Behneffa, onnD durch Unteregypten wieder giebt, so hat sich das als richtig bewährt und gezeigt, daß S. weit entfernt von aller Willkür war, was übrigens nur der widerspruchslustige Ibn-Esra ihm aufbürden konnte. Die Nolle des Hundes in der Geographie, 3^3 als Spottname, darin sind Orientalen und Occidentalen sich gleich; sie haben sich gegenseitig nichts vorzuwerfen. Dennwenn Abulfeda (Ehr. 474) sogar den griechischen Kaiser Dr^tf, den römischen Hund, nennt, so haben die Abendländer aus Chan, Khan ein Canis gemacht, und Farisol nennt den großen Khan, den Kaiser der Tataren, <e. 9), und die Tatarei Die Republikaner sollten diesen Styl acceptiren. Die religiöse Geltung der WeschueidMig.^ . Kritik der in Frankfurt am Main in vorigem Jahre erschienenen Gutachtensammlung der Rabbinen. Vorn Standpunkte des Rechts beurtheilt. .Von. S. SiWiud, Rabbiner in Weilsburg. (Fortsetzung.) Bei der Beantwortung der von dem Frankfurter Rabbinate ausgestellten Frage handelt, es sich um die Erledigung der folgenden drei Punkte: 1) Die Wichtigkeit oder Unwichtigkeit des Beschneidungsritus; 2) die zu verhängende Strafe für dessen Unterlassung und 3) die Nachweisung der Person oder Behörde, welche die Besugniß hat, diese Strafe zu verhangen. Die Quellen, aus denen diese drei Punkte zu erledigen, sind und können keine andere sein als die Schrift und die mündliche Lehre.