Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 9 (26.2.1845)
- Date
- 1845-02-26
- Page
- Spalte 137-138 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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137 Studien. Übersetzungen poetischer Stücke. 4. Anfertigung eines Siegels mit der Umschrift: Die Versammlung der Rabbiner Deutschlands. (Ob dieser Beschluß nachher wieder zurückgenommen, geht nicht klar aus den Protokollen hervor.) Wir haben schon uns dahin erklärt, daß unter den „Beschlüssen^ Nr. 4 uns als der bedeutendste erscheint, Nr. 1 und vielleicht auch 2 bedürfen einer Revision, .Nr. 3 geht in einem größern Antrag unter, Nr. 5 scheint todtgeboren. — Die für die nächste Versammlung bestimmten Berathungen sind so umfassend und eingreifend, daß wir nur mit einiger Befangenheit auf die Lösung blicken. Die Erscheinung selbst ist nun ins Leben getreten, und wie gering oder wie groß auch ihre Arbeiten scheinen mögen, wir begrüßen sie mit freudiger Theilnahme und wünschen ihr das fröhlichste Gedeihen. Dazu ist erforderlich, daß sie ihre Aufgabe klar und deutlich erfasse, daß sie ihre Autorität nicht suche in ihrer bloßen Existenz — leicht möchten eben so viele Geistliche entgegengesetzter Tendenz sich auch vereinigen und Gutachten erlassen — sondern in dem Werth ihrer Arbeiten und in der Gründlichkeit ihrer Untersuchungen, daß sie nicht zurückweiche vor Wissenschaft und Forschung. Wir zweifeln nicht, daß erneute Werathung der Statuten die Grenzen schärfer und bestimmter ziehen wird, so daß in ihnen kein Schwanken der Ansichten eine Stütze finde, daß Verläumdung und Böswilligkeit in ihnen nicht den Anhaltspunkt erhalte, um ihre nächtlichen Gebilde mit dem Anschein der Wahrheit in die Welt zu senden. Die Versammlung wird, in dem Jahre bis zum Zusammentritt einer neuen die Muße finden, mit Ruhe und Unparteilichkeit ihr eigenes Werk zu prüfen, und dazu haben wir das Unsrige beitragen wollen, indem wir die Ergebnisse mit der Fackel der Kritik zu beleuchten versuchten. Möge das Licht, das dann in einer langen Reihe von Jahren von ähnlichen Zusammenkünften ausgeht, sich nach allen Theilen der Erde verbreiten und die segensreichsten Früchte für Israel tragen! Uederfetzunger» poetischer Stücke. KÜ12' IS WN . Das Lob der Frauen. Sprüche 31. Wem nur ein biederes Weib beschiedm, Des Kauf ist mehr als Perlen werth; Vertrauend bleibt sein Herz in Frieden, Im Haus'wird kein Gewinn entbehrt. — Sie thut ihm gütlich und den Seinen, So lange sie hienieden lebt; Sie forscht nach Wolle, späh't nach Leinen, Die sie mit eignen Händen webt. — Wie Kaufmanns Schiff aus fernen Landen, Wird Segen von ihr zugebracht; Wenn Alles noch in Schlafes Banden , Ist früh sie schon für's Haus bedacht. Nur Ackerland wünscht sie zum Leben, Doch fallt auch Weinberg ihr zum Loos; Die Thätigkeit bleibt stets ihr Streben, Nie legt sie trag' die Hand in Schooß. — Und merkt den Werth sie des Gewerbes .erlischt auch Nachts die Leuchte nicht; Der Rocken hat für sie nichts Herbes, Das Spinnen ist ihr süße Pflicht. Bei Spenden übt sie kein Gepränge, Dem Dürst'gen beut sie zart die Hand; Sie fürchtet nie des Winters Strenge, Im Haus' gebricht's nicht an Gewand. — Doch selbst in diesem edlen -Schalten, Schafft Byssus, Purpur sie nach Stand; Denn rühmlich sitzt im Rath der Alten, Ihr Mann geehrt im ganzen.Land. -- Und.mehrt sie noch des Hauses Segen, Webt Schleier, Gürtel zum Verkauf, Und sieht der Zukunft froh entgegen, Denn flecklos ist ihr Lebenslauf. Nur weise Reden stets im Munde, Ertheilt mit Sanftmuth sie Gebot; Sie wacht im Haus zu jeder Stunde, Und Faulheit ißt bei ihr kein Brot. — Jetzt sprechen sich die Dankgesühle, Der Kinder und des Garten aus; „Wohl giebt's der wackern Frauen viele, „Doch Du ragst über sie hinaus. -- „Vergänglich ist der Schönheits Zierde, „Nur frommes Weib ist lobenswerth; „Drum gönnt ihr die verdiente Würde, „Vor Allen werde sie geehrt." von Salomo Jbrr-G ebirol. 1. Verscheuch die Klagen, O! Seele mein; Warum verzagen, Bei Erdenpein; Da Grabes Schlummer, Bald Ruh' dir giebt, Und all dein Kummer, In nichts zerstiebt. Auf Gott dich stützen, Scheu vor dem Tod. Nur dies kann nützen, Wenn einst in Noth Du'dort am Thron, Erscheinst zum Lohn. — 2. Warum erbeben? Im Pilgerthal; Sich ganz ergeben, Der Seelen- Qual? *) Den Seelen - Tod. 138