Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 9 (26.2.1845)
- Date
- 1845-02-26
- Page
- Seite 69 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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69 slde'nten von dem Ergebnisse der geschienenen Wahl in Kenntniß gesetzt, wornach 136 Wahlstimmen in den Zetteln enthalten waren , welche für obengenannte vier ehrwürdige Kandidaten folgendermaaßen ausgefallen: Für den ehrwürdigen Dr. Adler 121 - - - - Hirschfeld 13 - - - - Hirsch 2 - - - - Auerbach — 136 Es waren die Stimmen für die ehrwürdigen Doktoren Adler, Hirschfeld ltnb Hirsch von folgenden stinungebenden Gemeinden nach folgender Weise abgegeben: Adler. Hirschfeld. Hirsch. London: Große Synagoge, Dukes-place 50 - Neue Syn. St. Helens 25 - Hambro',Fenchurchstrcet 20 - Western, St. Albans'- place . . .— - Maiden laue ... 3 Liverpool, Seelstreet . . 8 - Hardmanstreet . . 2 Manchester ..... 4 Edinburgh.— Dublin ..— Plymouth . . . . . 2 Portsmouth , . . . — Brighton .1 Chatam Cheltenham .... 1 Falmouth.1 Alt-Glasgow . . . . — Neu-Glasgow .... — Ipswich ..... 1 Jersey.. 1 Southampton . . . .1 Penzance ..... — Swansen .1 121 13 2 Wie konnte sich aber nun Hr. E. C. vercinlaßt sehen, aufs Geradewohl hin zu meinen: die Angabe der O.P.A.Z. soll, und zwar aus parteiischen Beweggründen, falsch sein? —- Est-ce ainst qu’on fait Phis Loire? L. H. Löw en stein. Leipzig, 16. Febr. Der Tod hat heute wieder eine Scheidewand zwischen Juden und Christen niedergerissen. Herr Eduard Holländer, Schriftsetzer aus Dessau und Mitglied der TeubnerffchenOfficin, verschied nach einer schmerzvollen Krankheit und wurde heute zu Grabe bestattet. Der Verstorbene hatte sich durch kollegialischen Sinn und ein zuvorkommendes Betragen viele Herzen gewonnen. Bei dem Leichenzuge blickte durch den Trauerflor eine freundliche Sonne für die Inden in Leipzig. Denn hinter den deutschen undpolnischen Juden, welche dem Zuge folgten, sah man fünf Hundert Christen in sichtlicher Rührung einhergehen. Die geachtete Korporation der Buchdrucker hatte sich nämlich dem Leichenzuge angeschlossen. Diese Mischung von Juden und Christen machte so viel Aussehen, daß die Vorübergehenden, ob dieser ^Bereinigung erstaunt, stehen blieben. Am Friedhofe feierte der Fortschritt seinen Glanzpunkt. Die feierlichen Töne eines schönen deutschen Chorals wurden zum ersten Mal auf der jüdischen Stätte des ewigen Friedens gehört, und ein Setzer der Brockhauö'fchen Officin rührte alle Anwesenden, durch eine ausgezeichnete Rede, zu Thrinen. Für die arme Mutter, die ihr letztes Kind zu Grabe begleitete, wollten die ehrenwerthen Christen eine Kollekte veranstalten, die aber — aus unbekannten Gründen — zmückgewiefen wurde. Wer an diesem Leichenzuge Theil nahm, mußte sich überzeugen, daß unsere Zeit mit Riefenschritten vorwärts eilt und daß Leipzig der Heerd einer nimmer verlöschenden Aufklärung ist. —, Wir statten der vorurtheitSfreieu und wahrhaft aufgeklärten Korporativ!: der Buchdrucker unfern aufrichtigen Dank für diese gesinnungsvolle Demonstratiön ab, zumal es noch keinem Leipziger Juden in den Sinn gekommen, ein Wort des Dankes im hiesigen Tageblatte zu äußern. Dieser Lcichenzug hat eine solche gute Wirkung auf die Bewohner Leipzigs hervorgebracht, daß eine öffentliche Darlegung der Erkenntlichkeit an der Zeit gcwefe:: wäre. Friede dem Schriftsetzer E. Holländer l Hannover, 11. Febr. Der Landrabbiner Dr. N. M. Adler hat die nachgesuchte Entlassung in den nachfolgenden Ausdrücken enthalten: ,,Wir sind ermächtigt, dem Herrn Landrabbiner Dr. Adler die nachgesuchte Dienstentlassung auf Johannis d. I. zu ertheilen. Wir sind beauftragt, dem Herrn die besondere Zufriedenheit des k. Ministerii des Innern mit seiner ausgezeichneten Dienstführung zu bezeugen. Wie sehr wir es beklagen, den Herrn seiner hiesigen Wirksinukeit entrückt z:: sehen, so ist es uns doch erfreulich, daß dessen musterhafte und stets rühmwürdige hiesige Dienstführung durch Berufung zum Amte eines Oberrabbiners der Israeliten in Großbritannien die Anerkennung gefunden, welcher der Herr in langjähriger Ausübung seines schwierigen und mühevollen Dienstes sich stets würdig belvicsen hat. Die Anlage des Berichts vom 16. d. M. folgt hierneben. Hannover, den 31. Januar 1845. Königs. hannoversche Landdrostei, von Drachenhaufen". Mecklenburg-Schwerin, 1. Febr. Wie aus frühem Mittheilungen in diesen Blättern den Lesern schon bekannt, hat der diesseitige Landes-Rabbiner jedes Jahr die Hälfte seiner Gemeinden zu besuchen und über Kultus- und Schul- Verhältnisse wie auch über den moralisch-religiösen Zustand der Gemeinden einen ausfühlichen Bericht der Regierung ab-