Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1845-02-19 · 8 (19.2.1845) · p. Spalte 121-122

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
8 (19.2.1845)
Date
1845-02-19
Page
Spalte 121-122 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/8555529-9897698-9897707--3914-3531064
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

131 Studien. Spinoza und Maimuni über Autorität und Erklärung der Bibel. 132 Mataronla luego alli, Yalos que han ccm ella halLado. El rey, que su^io su muerte , Triste estaba y muy cuitado. No sabia que se hiciese; Que el amor demasiado Que tenia a la Judia Lo ha de seso enagenado. . .... Er begnügte sich mit einer Jüdin, in sie war er verliebt. — Femiosa (Schöne) war ihr Name, es ziemt ihr der erwähnte Name; der König vergaß der Königin, mit jener hat er sich zurückgezogen. — Sieben Jahre waren sie verbunden, denn sie hatten sich nicht getrennt; und so sehr liebte sie der König, daß er sein Reich vergessen hatte. — Seiner selbst erinnert er sich nicht; die Seinen sind überein gekommen, ihn wahrnehmen zu lassen die Handlung, so häßlich und böse. — Sie beschließen, jene zu tobten, um ihren Herrn wkedererhalten zu sehen; denn sie halten ihn für verloren, und ihnen wird es gut angerechnet werden. — Sie waren wo sich befand der König mit der Jüdin in deren Behausung; die Einen sprechen mit ihm, die Anderen waren eingetreten, Wo die Jüdin sich befand aus einer werthvollen Estrade. Sie tLdten sie dort sogleich sammt denen, so sie bei ihr gefunden. — Der König, der ihren Lod erfuhr, stand traurig und sehr bekümmert. Er wußte nicht, was er thun; denn die maaßlose Liebe Die er für die Jüdin hegte, hatte ihn außer sich gebracht Hetzer Autorität und Erklärung der Bibel. Eine vielleicht zeitgemäße Erörterung, mit Rücksicht auf Spinoza und Maimonides. (Schluß.) Kehren wir zu den Sätzen zurück, deren buchstäblichen Sinn wir für den richtigen angenommen haben, so müssen wir dies auch da noch gelten lassen, wo dieserSinn gegen objektive Wahrheit verstößt, und wir werden also, vermöge der Wahrscheinlichkeit, annehmen müssen, die Bibel verstoße gegen objektive Wahrheit und dieser Wahrscheinlichkeit zufolge die Bibel verwerfen müssen. Nun hat aber Maimonides im Isten Theil des Moue Nebuchim 23. Abschnitt gezeigt, daß wir in der That gegen ein Urtheil, auf höchster Wahrscheinlichkeit gegründet, sehr mistrauisch zu sein Ursache haben. Erstens müßte man von seiner hohen Intelligenz und gründlichen Bildung und dann von seinem guten Charakter und unparteiischen Liehe zur Wahrheit vollkommen überzeugt sein, ehe man sich zutrcmen darf, einem Urtheil, auf höchster Wahrscheinlichkeit gestützt, beizupflichten; denn da im Bereiche der Wahrscheinlichkeit das Urtheil viel schwieriger als im Bereiche der Wahrheit ist, besonders da, wo man das Verhältm'ß der Wahrscheinlichkeiten zu einander zu berechnen hat, so würden Viele das für Wahrscheinlichkeit erklären wollen, was ihren Neigungen am meisten zusagt. Sollten wir also dennoch die Bibel, der Wahrscheinlichkeit zufolge, verwerfen wollen, so ist gar nicht abzusehen, wie man aus der Vernunft eine gewisse Norm, wornach sich Alle zu richten haben, festsetzen kann; denn da so Vieles sich aus objektive Weise nicht begründen läßt, so würden wir zur höchsten Wahrscheinlichkeit, wobei die Ansichten so sehr verschieden sein können, unsere Zuflucht nehmen müssen. Hierzu kommt noch, daß dadurch, daß Viele das für wahrscheinlich halten werden, was ihren Neigungen am besten zusagt, und das gewöhnliche Volk, welches sich aus solche Untersuchungen gar nicht einlassen kann, sich ganz seinen Begierden und Leidenschaften überlassen würde, das Fundament der Moral und Sittlichkeit völlig untergraben wäre. — Aber nicht nur vom praktischen Standpunkte aus müssen wir die Bibel anerkennen, sondern es beruht in der Lhat aus einem Jrthum und ist ganz der Deruunst zuwider, wenn wir die Bibel, der Wahrscheinlichkeit zufolge, verwerfen zu müssen glauben. Dies wollen wir aus folgender Betrachtung nachzuweisen suchen. Das Resultat der Vernunft ist Wahrheit. Sie regiert das Falsche und stellt ein einziges Element als das wahre heraus. Die Waffe, welcher sie sich bedient, um diesem Resultate bei uns Anerkennung zu verschaffen, ist ihre unwiderstehliche Macht. Sie rhut nämlich ihre Gründe so überzeugend dar, daß selbst der allerhartnäckigste Zweifler, so sehr er sich dagegen auch sträuben mag, sich dennoch nicht erwehren kann ihr beizustimmen, und läßt ihm also nicht den geringsten Raum für irgend einen Zweifel zu. Uebt sie aber ihr Recht nur vermöge ihrer Macht, so wird sie da, wo ihre Macht nicht ausreicht, nicht von Einfluß sein können, und wir werden also in Dingen, wo ihre Gründe nicht so überzeugend sind, daß sie nicht den geringsten Raum für irgend einen Zweifel, daß es anders sein könnte, zulassm, ihrem Ilrtheile nicht beistkmmen dürfen. Wenn wir aber dennoch einem Urtheile, der auf Wahrscheinlichkeit beruht, beipflichten, so geschieht dies nicht aus Vernunft, sondern gerade aus Mangel an denselben. Denn das Resultat der Vernunft ist Wahrheit und schließt also als solche alle Wahrscheinlichkeit aus. Nur

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.