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Der Orient · 1845-02-19 · 8 (19.2.1845) · p. Spalte 119-120

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
8 (19.2.1845)
Date
1845-02-19
Page
Spalte 119-120 (sequence 4)
Language
German
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119 Studien. Literarische Analekten. 120 Vorbereitung und Berichterstattung für die nächste Versammlung ernannte. Hierüber ist die Natur dev Sache noch weniger zu bemerken, da die Versammlung selbst das Gesprochene nicht als Resultat) sondern als Material ansieht, und nur wo Principielles sich geltend macht, erlauben wir uns wenige Worte. Ein kombinirter Antrag der Herren Jolowicz und Holdheim betrifft eine Revision der Ehegesetze, wofür bei der Wichtigkeit des Gegenstandes eine Kommission von drei Männern nicht genügend erachtet wird, sondern fünf gewählt worden. Der Vorschlag, auch solche Gelehrte hmzuzuziehen, die keine Mitglieder der Versammlung sind, findet keinen Anklang. Der Vortrag des Kirchenraths Maier betrifft die. Liturgie, über welche er sechs vorbereitende Fragen der Versammlung vorlegt und sie an eine Kommission zur Begutachtung und Berichterstattung im künftigen Jahre zu überweisen bittet. Die Fragen sind folgende: 1. Ob und in. wie weit die hebräische Sprache bei dem Gottesdienste notwendig, und wenn auch nicht nothwendig, doch vorerst noch rathsam erscheint unter den israelitischen Gemeinden des deutschen Vaterlandes? % In wie weit das Dogma des Messias und was mit demselben im Zusammenhänge stehr, berücksichtigt werden muffe? 3. Ob die Wiederholung der achtzehn Benediktionen nothwendig sei und die Muffafim beibehalten werden müssen? 4. 2Cuf welche Weise das Vorleftn aus der Tora und das Aufrufen zur Tora eingerichtet werde, daß dieses weniger störend sei und die gemeinschaftliche Andacht und Erbauung befördere? 5. Auf welche das Blasen auf dem Schofar und das Erheben des Lulab ansprechender, das ästhetische Gefühl weniger beleidigend eingerichtet werden kann? 6. Ob die Orgel in den Synagogen als zulässig erscheine? Eine sehr beachtenswerthe Diskussion schließt sich an diese Fragen, worin besonders drei Gegenstände die Redner beschäftigen: 1. Steht der Versammlung das Recht zu, Veränderungen in der Liturgie zu beschließen? 2. Giebt es ein bestimmtes Glaubensbekenntnis;, von welchem aus derartige Veränderungen unternommen werden können? 3. In welcher Sprache soll gebetet werden? — Der erste Punkt scheint etwas leicht behandelt zu sein; Holdheim setzt die Autoritär der Versammlung in das Bewußtsein der Zeit; die Männer der großen Synagoge haben Anerkennung gefunden, weil sie Zeitgemäßes gesprochen; die heurigen Rabbinen finden sie ebenfalls, wenn sie Zeitgemäßes aussprechen. Aehnlich S. Adler. „Der freie Wille des Volkes hat die Talmudisten anerkannt, der freie Wille des Volks wird auch uns anerkennen". Wenn aber das Zeitbewußtsein gespalten ist, wenn der freie Wille des Volkes sie nicht anerkennt? Die Redner gehen hier von der mchtausgesprochemn Voraussetzung aus, das Resultat ihrer Arbeiten werde ein so tüchtiges, über alle Angriffe erhabenes sein, daß es sich die Anerkennung erzwingen werde. (Beschluß folgt.) Literarische Analesten. Alfons' MI. Liebe zur Jüdin Fermosn *), in einer altspmiischcn Romanze besungen. Von A. Ink. In dem „Romancero Castellano“ (Leipzig, 1844. 8. Brockhaus), herausgegebm von Don Antonio Alcala-Galiano, findet sich — Tomo primero, 289; Romances historicos, Nr. 296 — eine Romanze, welche die Liebe des Königs Alfons VIII. zur schönen Jüdin Fermosa und den Tod der Letztern besingt. Ich hebe die unfern Gegenstand betreffenden Strophen heraus, und lasse dann die Uebersetzung folgen. * * * Pagöse de una JJudia, Deila estaba enamorado; Fermosa habia por nombre, Cuadrale el nombre liamado; Olvido el rey a la reina, Con aquella se lia encörrado. Siete anos estaban juntos, Q,ue no se habian apartado; Y tanto la amaba el rey Que a su reino habia olvidado. De si mismo.no se acuerda; Los suyos lian accordado De poner recaudo en ello En fecho tan feo y malo* Accuerdan de la matar, Por ver su senor eobrado; Porque lo tienen perdido, Y les sera bien contado. Fueron donde estaba el rey Con la Juch'a en su cabo; Los unos habian con el, Los otros habian entradio Donde la Judia estaba Sobre un muy rico estrado. *) Neuspanisch: Hermosa (formosa) „Schöne". Nach derselben Lautverwandlung ließe sich pvj mit dem persischen kombiniren.

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