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Der Orient · 1845-12-19 · Heft 8 (19.12.1845) · p. Seite 60

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 8 (19.12.1845)
Date
1845-12-19
Page
Seite 60 (sequence 7)
Language
German
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60 Überschrift: „Gersons Leben undWirken^^veröffentlicht, der mit dem Vorzüge der Autheuticität (die.Jugendgeschichte Gersons wird hier treu nach Familienbriefen dargestellt) den einer musterhaften Form vereinigt und wirklich eine lebensvolle Schilderung des Vielbeweinten liefert, für deren Aufnahme auch ein den fpeciell jüdischen Interessen gewidmetes Blatt.Raum zu gewinnen suchen sollte. Bemerkenswerth ist, was Herr Dr. Unna über die Anerkennung, die Gerson's Energie bei achtbaren Bürgern während der Maitage 1842 fand, erzählt. Daß noch im Anfänge unseres Jahrhunderts ein Jude ungehindert in Norwegen (das freilich damals noch dänisch war) reisen konnte, lehrt das Beispiel Gerson's, der zu jener Zeit u. A. Dronthcim besuchte. — In einer der nächsten Nummern des Orient hoffe ich auf das Kapitel von der Einwanderung der ersten Juden in Hamburg zurückzukommen. Auskunft darüber giebteine kleine Schrift ^des Dr. Sutor und in neuerer Zeit der berühmte Historiker, Archivar Dr. Lappenberg (Bd. I. der Zeitschrift des Vereins für Hamb. Geschichte), zu dessen Mittheilungen Dr. Reils (ebendaselbst Bd. ,11? Heft 1) einen Nachtrag geliefert hat. Auch in dermeklenb. Chronik, welche die traurige Geschichte von dem Opfertode der Juden auf dem Judenberge bei Sternberg erzählt (Sabbathblatt 1844) kommt bereits ein „Israel ulit Hamborg“ unter den verbrannten Juden vor. — In den Neuen Lübeckischen Blättern Nr. 4 (vom 26. Januar) 1845 findet sich in einer Zusammenstellung der vorjährigen Rath- und Bürgerschlüsse Folgendes: Rath- und Bürgerschluß vom 27. November (1844): bewilligt fernere Beihilfe von jährlichen 450 Sch. (180 Thlr. Pr. .Cour.) für Unterhaltung der israelitischen Schule in Moisling. — Zum Schluß noch einige literarhistorische und bibliographische Notizen in bunter Reihe. — Der Konsul der vereinigten Staate:: Nordamerika's ü: Tunis, Major Hodgson gedenkt in seinen Notes on North Africa, tlie Saliara and Sudan auch der überall in Algier und Marokko vorhandenen in dem letztem Kaiserreiche auf -J- Million Köpfe geschätzten jüdischen Bevölkerung. Die Numidier und die Berbern, nicht aber die Araber, gewähren ihnen sichern Schutz; jeder Jude steht dort zu einem Sidi (Patron) in einem Ctienteuverhältnisse. Von J. F. Bled de Braine’s cours syntlietique, analytique et pralique de la langue Arabe (28 Liefst ä 40 Centimes) find bereits 10 Lieferungen vollendet. — Dr. A. A. Wolff's Lehrbuch der iörael. Religion ist 1844 ins Schwedische übersetzt worden. Die beim Trauergottesdienste (für. Kart XIV. Johann) in der Synagoge zu Stockholm am 8. Mai 1844 vom Rabbiner Setigmann gehaltene deutsche Predigt ist dort gedruckt worden. —- Die illustrirte Zeitung bringt in ihrer letzten Januar- und in ihrer ersten Febmarnummer 1845 zwei Artikel über den neuen Israel. Tempel in Hamburg mit 2 bildliche!: Darstellungen.. In der letztgenannten Nummer befindet sich auch eine Skizze der Versammlung deutscher Orientätisten in Dresden von 1844. — In der Allg. Pr. Zeitung vom 28. Januar referirt.P. (Prof. Preüß?) über den sechsten Band von Moses Mendelssohns gesammelten Schriften der Brockhausschen Ausgabe. — Das Journal des Debats vom 28. Januar meldet mit einigen Uebertreib:n:gen aus Karge vom 16. Januar den an: Sonnabend vorher (?) erfolgten Tod des. dortigen Rabbiners Landsberg. Wer demnach eine Anwartschaft auf einen Nekrolog im Journal des Debats haben will, werde bei Zeiten gleichviel wo, Rabbiner. Ist das nicht alles Mögliche: im Leben Mitglied der alljährlichen Räbbinerversammlungen, nach dem Tode vom Journal des Debats betrauert werden zu können? -- E. C. Rcrndegg- 15. Decbr. 1844. (Verspätet.) (Der B eschluß der 1. Rabbinerd ersammlung über die Ehen zwischen Juden und Christen, in seiner wahren Gestalt.) Die Bemerkungen der geehrten Herren Kirchheiru in Nr. 42, und Dr. Beer in Nr. 45 des LB. v. I. veranlassen mich, aus einer zum Druck vorbereiteten Broschüre, vorläufig hier folgen.Auszug mitzutheileu. Unter der Rubrik: „Ueber Theilnahme an der Rab b i n e r-V ersa m m lun g^ sage ich unter Andern:: ,,Kaum war die R.-V. beendigt, als man in alten öffentlichen Blättern*) die nicht ohne Spott gegebene Mittheilung las, daß das Resultat der Berathungen die Erlaubnis der Ehen zwischen Juden und Christen sei! Es ist leicht begreiflich , daß dadurch bei den meisten Israeliten, und selbst bei viele:: Christen, ein gewisses Mistraum in den Ernst und die Besonnenheit der ersten R.-V. angeregt wurde; man wollte nicht begreifen, wie ei,: solcher Ausspruch, der so mächtig in die Interessen des Judenthmris und des Christenthnms, so tief in die Ruhe und das Glück der Familien eingreift, so schnell gefaßt werden konnte, und zwar zu einer Zeit, da er noch so wenig praktisch ist, und die R.-V. von gar keinem Anlaß dazu bewogen war. Diese misbilligcnde Stimmung war allzugerecht. Welches aber ist das Faktum, um'das es sich hier handelt? — Der erste Antrag der Kommission: „Ehen zwischen Juden und Christen, Ehen zwischen Monotheisten überhaupt sind nicht verböte n — wurde, nachdem S ch o t t, Heide nh ei m, Philipp so:: / Herzfeld, S. Adler, Kahn und abermals Schott dagegen gesprochen, nach Seite 73 d. Pr. durch die Majorität verworfen!!" „Hierauf wurde zjvar Dr. Phil.'s Antrag in folgender Fassung: „Die Ehe eines Juden mit .*) Unter dm politischen Blattern hat die 25. Kasseler I» (Beilagen z. Rr. 171 und 192) die gediegensten Berichte über die R.-V. geliefert. D> E.

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