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Der Orient · 1845-02-12 · 7 (12.2.1845) · p. Spalte 99-100

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
7 (12.2.1845)
Date
1845-02-12
Page
Spalte 99-100 (sequence 2)
Language
German
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m Segen aus r v-je* nKIW TON — Wneft 49, 25), und noch deutlicher und kräftiger das ganze Volk Israel in seinem Lriumphgesange am wothen Meere, wenn es sagt: ^2N PbN — Ax nj — (Ex. 15, 2) y. Sobald aber die gesummte Nation durch diesen Ausspruch den GoLt, den bti/ den Gott LH r er Väter, mit dem ihrigen identisicirt, ist die Charakteristik^) des Gottes um ein Moment reicher geworden, indem dieser nun auch noch und zwar vorzüglich als der Gott Israel's zu fassen ist, wie Er sich auch in der That dem Volke am Sinai schon als yn ankündigt, und von da an in allen wichtl'gern Momenten als '1 erscheint 7). Bei der bloßen, wenn auch speciellern Charakteristik Gottes durste die Offenbarung jedoch nicht stehen bleiben, wenn sie für die BeLheiLigten fruchtbringend sein sollte z ein trocknes Wissen von Gottes Wesen ohne Kenntniß seines Willens^) und der Mittel, diesem Genüge leisten zu können, — konnte die Kluft zwischen Gott und Menschen nicht ausfüllen. Die Offenbarung mußte daher, um ihre Aufgabe vollkommen zu Lösen, Letztern in ein Verhältniß zu Ersterm bringen, das heißt, sie mußte seine Persönlichkeit von diesem selbst anerkennen lassen. Und war dies in Bezug auf den Staubgebornen, Sterblichen, seinem Schöpfer gegenüber unmöglich 9), — so mußte von Jenem als vergänglichen Menschen abstrahirt, und er nur als Kind Gottes, als deffen Ebenbild, als u n st e r b l ich e s Wesen gefaßt werden. Diese das Wesen der Religion, des Verhältnisses zwischen Gott und Menschen, bedingende Anerkennung ist aber auf's klarste ausgesprochen in den Worten: „Ihr seid Kinder des Ewigen eueres Gottes". Deut. 14, 1. — Hiermit ist die Ebenbürtigkeit des Menschen in Bezug aus das Himmelreich ausgesprochen, ist 'seine höhere Würde zu ihrer Geltung gebracht vo), Nun erst konnte ihm zugemuthet werden, bei dem Hinscheiden einer geliebten Person gefaßt zu bleiben (id. ib. 2), — nun erst durfte die Mahnung an seine Bestimmung, nämlich heilig zu sein, auf ihn segensvoll einwirken, denn nun mußte ihm jener inhaltsschwere Zuruf klar geworden sein: . 5) ]’Ni Kirr rj« '2 ' nny int ne$? — Deut. 32, 39. — 6) Die 9ictmen Gottes im Hebräischen find nicht blos äußerliche Attribute. — 7) Es darf wohl kaum erinnert werden Maß in der Stelle Genes. 33, 20, unter . nur Iako b selbst gemeint ist. —-- 8) Bergt unsere Abhandl. über Sp.'s theol.-pol. Tr. rc. Nr. 35, Col. 546. 9) Bergt. Hiob 41, 2. — - Zlpn & D ♦ 'Ql DDS M pb 'Dl bs'K'*? p. 16, 9. 10. . Vergl. uns. Abhandl. über die Vorstell, der alten Hebe, von der Unsterblichkeit der menschlichen Seele rc. Nr. 8.' Col. 1t3,ff. Nr. 26. C. 404 ff. 100 .„Ihr sollt heilig sein, D e n n I ch b i n h e i l i g \h Lev. 30, 2. — Zur Realisirung dieser Aufforderung war jedoch die Anerkennung der Berechtigung des Menschen in Bezug auf das Jen seit nicht hinreichend, in sofern die fragliche Realisirung ja die sfeits vor sich gehen muß. Da aber dem sterblichen Individuum als solchem Gott gegenüber einmal keine Geltung werden kann, so mußte es, um auch himieden zur Geltung zu kommen, in die Gesammtheit aufgelöst werden, die, auch diesseits unsterblich, zu Gott wohl in ein Verhältniß treten kann. Mit der Anerkennung der Gesammtheit als berechtigt von Seiten Gottes, mit dem Bündniß also, das Gott mit Israel als Nation einging, war demnach die Brücke von der Erde zum Himmel, von dem Staubgebornen zu Gott, vom Vergänglichen zum Ewigen gebaut. Das Ausscheiden des Individuums aus der Gesammtheit ist demzufolge ein Aufgeben seiner selbst, eine Entäußerung seiner Berechtigung, — da das Individuum als solches hienieden weder Geltung habe n, noch diese für das Ienseit e r st r e b e n kann *x). Damit aber nicht die Brücke für das Ziel, das Mittel für den Zweck angesehen werde, — mußte dafür gesorgt werden, daß die Nation selbst als solche sich nicht für absolut berechtigt halte. Dies ward durch die Einsetzung des großen Versöhnungsrages vollkommen erzielt. Indem hierdurch das Volk in seiner Gesammtheit als der Entfündigung und Versöhnung bedürftig erklärt wurde, war es klar ausgesprochen, daß die Anerkennung seiner Berechtigung von Seiten Gottes nur eine relative, daß seine Geltung diesem gegenüber nur eine bedingte sei'-"). Wie nun an dasIndividuum einer- 1!) Bei der Erneuerung des Wundes, die Moses vor seinem Ende mitden Israeliten vornimmt, — wird der Zweck des Bundes, noch einmal mit klaren Worten angegebcn, liämlich! cyb; *6 cvn ims* opn Mb (Deut. 29, 12), also immer wieder die Totalität, um die es sich handelt, — und zwar nicht blos die momentane, sondern: 'Dl Mt> rkN-V ' 'Dl HD KW "IBW fiN (ib. 11). 14). Und so wird auch ganz folgerecht dem von Her Totalität sich Isolirenden (nDN1? 'Dl DpD uvn H3D 'pi nm&SO D 'ib. N). 17 und 18) gedroht: t> nfe 'n rDN“’ (B. 19). In sofern aber die Bitte um Vergebung voraussetzt, möchte es schwer zu begreifen sein, warum der Gott der.Gnade und der Barmherzigkeit dem um Vergebung Flehenden nicht vergeben, sollte. Allein hier ist nur von einem in seiner Isolirung Verharrenden die Rede, und einem Solchen kann'strotz alles -Flehens nicht geholfen werden: ttMN Vf>NO ihfrOpI.'H: TN *3,: und zwar eben darum, daß er.".als Individuum dasteht wmy* b pTi d mb'mm nipn: .ev ifoitit sich von der Gesammtheit, nun, bxyw ninb 'n bnam (il>. 20). — 12) Dieses erhabene Institut innerhalb des Iudenthums ist ein Stein des Anstoßes'für die Hegel'sche Religionsphilosophie/ Diese ' hat sich nämlich in den Kopf gesetzt, den Entwickelungsgang des Gortesbewußtsems innerhalb des Men- Studien. Messiaslehre dev Bibel

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