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Der Orient · 1845-02-05 · 6 (5.2.1845) · p. Spalte 87-88

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
6 (5.2.1845)
Date
1845-02-05
Page
Spalte 87-88 (sequence 4)
Language
German
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87 88 Kritiken. Geiger's Lehrbuch zur Mischna. die Hauptspeise zum Nachtische, und von diesem Gebrauch mag das Wort die weitere Bedeutung „übersetzen" angenommen und in die Schwestersprachen übergegangen sein. — Wie der Verf. das Verbum o:nD — nid^t jutfen sondern' zappeln, denn das Zucken der Muskeln kommt auch nach dem Tode des Thieres vor — vom griechischen Adverbium itsgct-, ringsum, ableitet, ist unbegreiflich. Es ist offenbar ein Denominativ von dem Worte DDDDN (D^D, XVir XXX.) Mühlenrumpf, Mühlentrichter, welcher durch das Getriebe, in eine zitternde, zappelnde Bewegung gesetzt wird, auch französisch tiemle; davon vDDtz, zittern, zappeln. §. 16. Beginnt ebenfalls mit einer Ungenauigkeit. Das Futurum, so wird angegeben, wird nicht selten durch Tny umschrieben. Aus den wenigen Stellen, wo -pny üorfommt, ist aber das schlechtsinnige Futurum keinesweges zu entnehmen, sondern es'liegt auch zugleich eine Sicherheit und völlige Gewißheit des Geschehens darin, der Grundbedeutung von IN), entsprechend. Verzl. PN pb ‘TnynnN (matt VI.) 1 wbtt/ “DD “iHD^ “itlN “in 1'ny VI. Middot 11- Nedarim in, Ukzm Ende.) Zn allen diesen Stellen ist der Unterschied vom bloßen Futurum klar und deutlich. Nicht minder falsch ist die Behauptung, daß das Präteritum durch nvi mit dem Particip umschrieben wird, es drückt vielmehr in dieser Fassung die Dauer der Thätigkeit, das Frequentativum aus. Belege dafür anzuführen ist überflüssig, doch mag ein Citat hier eine Stelle finden pn D'DlUn HDD DiTJQD poiy ivr Q'bwnpw hwdin -6ya b (DnDa 1')/ wo der Sinn offenbar ist, je nach dem Stande der Einziehenden (mit den Erstlingssrüchten) pfle gten ihnen Viele entgegen zu gehen , und alle Handwerker in Jerusalem pflegten vor ihnen aufzustehen. — Zn demselben §. Nr. 4 hat der Vers, bei der Behandlung der Negation wo das Allergewöhnlichste und Nahliegende breit besprochen wird, ein sehr merkwürdiges Moment unerwähnt gelassen. Die Partikel wirst nämlich vor einem Worte mit beginnendem N ihr ] ab, nniD DDK W (NDL/ V.) b)2\ DHN (ni03v V.) und so ->dr (Ausnahme vor d“IN (WEH V.), welches, verglichen mit der Ansetzung des griechischen v scpslnvötLnov vor Vokalen zur Vermeidung des Hiatus, wohl merkwürdig genug ist, indem hier ein Hiatus gleichsam hervorgerufen wird. — lbid. 6 wir mit Recht auf den eigenthümlichen Gebrauch des weiblichen Plurals von part. pass, „zur Bezeichnung von Personen, die ein bestimmtes Geschäft haben oder im Besitze emer Sache sind", aufmersam gemacht, wie N1DN1 Keltertreter, Feldmesser, mmp^ Käufer, tuiON Mether, Unmündige, 'wozu ^loch (NdrQ VII I.) und jerus. zur St. (Nachleser?) gehört. rwwi Drescher und nDNä Graupemüller (ptD 11). Der Verf. hat auch verwaiste (?) -Kinder hierzu gerechnet und hält die Etymologie für sehr dunkel. Wäre der Verf. aber nicht an einer Stelle stehen geblieben, sondern hätte, was von einem Grammatiker zu erwarten ist, in dem ganzen Gebiete dieser Literatur sich heimisch gemacht, so würde er schwerlichmöijö für ei ne Pualform gehalten haben, während es ein griechisches Wort ist. Der jerusalemische Talmud hat nämlich an allen Stellen die Leseart (pDVTy VII, p. 22) oder rrtDV’DN (f2 iwyü IV. p. ll'püy V. p. 24) und dieses Alefprosthetikum hätte ihn aufmerksam machen können, daß es schwerlich hebräischen Ursprungs sein kann. rflD)-D tft nichts Anderes als ncadss mit verhärtetem 8 zu O wie in ^p^D^ für KfX7tna8onia und hebräischer Pluralendung. Dafürerklärt es auch der jerusal. Talmud (pcovl a. a. O.) 11 v n) v 1 > O n unzweideutig, was dem Verf. mindestens aus der sekundären Quelle des Aruch Artikel ^5hätte bekannt sein müssen. Auffallend ist allerdings diese Erscheinung, aber doch nicht so ganz ohne Analogie, wie der Vers, meint. Schon im Biblischen wird -pyn nnpD (Ezechiel IX, 1) von männlichen Personen gebraucht. Als theilweise Analoga dürften noch die arabischen Plurales Fracti mit weiblicher Endung für männ- 0, -5 liche Personen angeführt werden: die Richter, Brüder, die Zmame, welche ursprünglich abstrakte Kollektivformen waren, im Verlaufe konkrete Bedeutungen angenommen Habens — lbid. 7 bei bei Erwähnung des Infinitiv durste nicht das Gesetz übergangen werden, wonach bei negativen Verben und Vordersätzen, ungleich dem Biblischen, der Znsirn zum b. noch das annimmt. TlfW N*? ) d^d piab; Nmirfe pian ^yru (“ran II.) ■pabo ))/jdj 5 yipnta. payo pxj naj^Di ynte pjNVbQ. §. 19. Bei Erwähnung der neuen Nominalformm vermißt man ungern die Ausbildung der Paelformen, für nomina aAvntium, wodurch das Neuhebräische einen seltenen Reichthum sich erworben hat. Von dieser Form, welche im Biblischen, nur in wenigen Stämmen vorkommt, hat die Mischnafprache den weitesten Gebrauch gemacht; sie bildet Zisternengräber von *TD, *T12 Oelpresser, IN, Goldarbeiter, Glaser von HOOT, DJH Heuschreckenjäger, Eselsreiber, jrö Flachsarbeiter, Theerbrenner, Kalkbrenner , NM Schmied, HDV Barbier, Lastträger, Mahner von N^, AM Färber, ]Sp Schiffer, 12^' Schwimmer, sogar von griechischen Stämmen SSaber. t>on ßalvsvco^ — Eben so wenig durste eine ganze Reihe neuer Nomina die mit rvQ konstruirt sind, welches als Behälter genommen wird, nach dem Biblischen 'ND (Iefl 111.) übergangen werden. Die Mischnaspräche ist an solchen Zusammensetzungen noch viel reicher als das Syrische, sie bildet NQ Handschuh, o^rin rPD Köcher, bup Vertiefung und auch mit griechischen Nomina: bpi# rv’D Aermel, von Ellenbogen, N'2 Flaschenbehälter. §. 21 wird mit vieler Oberflächlichkeit die Behauptung ausgestellt, „der statas constructus wird in der Mischna gewöhnlich durch das Suffix mit umschrieben". Nein, gerade gewöhnlich und vorherrschend ist nicht diese

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