Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 6 (5.2.1845)
- Date
- 1845-02-05
- Page
- Seite 47 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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47 Korrespondenz „von *£>cr mährischen Grenze" S. 405, mich aufgefordert, offen zu erklären, was er mir von Hrn. Hirsch geschrieben, und welche Schritte ich nach Nikolsburg darauf gethan hätte. Ich überschickte Hrn. Dr. F. die Abschriften »reiner Briefe nach Nikolsbrrrg in extenso, uns auch die resp. Antwort des dortigen Vorstandes, wodurch er sich genugsam überzeugen mußte, daß ich nach Nickolsbnrg, in seinem Namen, keine andern Worte geschrieben habe, als diejenigen, die wirklich in dem Briefe des Hrn. Dr. F. vom 31. Juli 1844, worin er nur frmndschaftliche Vorwürfe machte, daß ich NachrheiligeS über Hrn. Hirsch geschrieben haben sollte, zu lesen sind, und die also lauten: „Hirsch ist unstreitig ein Ehrenmann, ein Charakter riD^y pNO yboi, an dein cs unserer Zeit noth thnt. Ein solcher Mann sollte nicht angetastet werden; sind auch seiue Ansichten schroff, so verdient er eben wegen seiner Biederkeit, da er in unserer feinen und unglatten Zeit nicht anstehet, mit seiner Ueberzeugnug hervor zu treten, und sich nicht schämt als orthodox zu erscheinen, Achtung. Ein solcher Mann scheint mir, ohne daß ich weiter über sein Wissen urtheilen will, in Mähren an seiner Stelle. Ein Mann, der sich ganz der Jugend hingiebt, und ihr Liebe und Begeisterung für den väterlichen Glauben beibringt, ein Mann, der Wissen genug hat und Redlichkeit, das Gute für seine ®cmeu:be zu wollen, und es auszuführen, wie uran allgemein vor: ihm vernimmt — dessen Anstellung wäre für Mähren gewiß heilsam". Dieses ist der Auszug, derr ich als Worte des Hrn. Dr. F. nach Nikolsburg geschrieben habe. Warum ich es gethan, und was ich damit bezweckte, mag ich nicht angeben, weil ich mich nicht selbst loben will. Hr. Dr. Frankel ist durch die Mittheilung särnmtlicher Briese, die zwischen mir und dem Nikolsburgcr Vorstand gewechselt worden, von meiner Absicht und Handlungsweise überzeugt, und einem Andern bin ich nicht Rechenschaft schuldig über derr guten oder schlechten Gebrauch, den ich rrrit den Worten des Hrn. Dr. Fr. rnachte. Doch betreffs des Eingangs erwähnter: Korrespondenz-Artikels in Nr. 50 des Israeliten S. 405, fühle ich rnich wohl verpflichtet offen zrr erklären, daß in dieser Hälfte desselben (derr Schlrrß werde ich wahrscheinlich nie zu leserr bekommen) enthalten sind: 3, sage drei erwiesene Lügen. a) Unwahr ist, daß Hr. Dr. Frarrkel rrrir je geschrieben oder versichert hätte, daß Hr. Hirsch gar nicht so schroff sei, als er in seinen Schriften erscheine, und daß er arrch seirre schriftlichen Arrsichterr bereits geändert, und noch ärrdern werde. Arrch habe ich weder dieses noch etwas dergleichen, weder in meinem eigener: Namen, noch irr dem Namen eines Andern, nach Nikolsbrrrg geschrieben. 1)) Unwahr ist, daß Hr. Dr. Frankel mir geschrieben, daß er sich über die talnrudischen Kenntnisse des Hrn. Hirsch nicht aussprechen wolle. Es war in denr ganzen Briese des Hrn. Dr. F. an rnich, von den tatrnudischen Kenntnissen des Hrn. Hirsch keine Rede; umgekehrt, aus dem oben angeführten Auszuge entnomnren rrnd mitgetheilt dem Nikolsburger Vorstand aus dem Briefe des Hrn. Dr. F. heißt eö: „Hr. Hirsch hat Wissen genug rr." Was-ich über die talnrudischen Kenntnisse des Hrn. Hirsch dem Vorstand zu N. geschrieben, habeich einzig und klar in me irrem'Namen gethan. e) Unwahr ist, daß der Brief des Hrn. Hirsch, indem er seine Zeugnisse zurück gefordert, um in London mit konkurriren zu Tonnen, eine Apathie gegen ihn in ganz Diahren hervorgebracht hat. Die Konkurrenz für London war mit dem 15. Ab geschlossen; Hr. Hirsch rnrrßte daher seiue Zeugnisse nothwendig vor dieser Periode zrlrück verlangt Haber:; und ich erhielt einen Brief von dem Vorstand zu Nikolsburg (den ich im Orig. Hrn. Dr. Frankel vorlegte) vorn 31. Arrgust v. I. (also Mitte Elrrl), worirr noch deutlich die Absicht ausgesprochen wird, Hrn. Hirsch als Landrabbiner aufzurrehrrren. Ueberhaupt bin auch ich cm Bewohner Mährens, und ureine Gerneinde ist nicht unbedeutend in dieser Provirrz, und mir ist gänzlich unbekannt, daß sich die Gesirrnungen für oder gegen Hrn. Hirsch geändert hätten. Ferner Eine m u t h m a ß l i ch e Lüge. Daß Nikolsbmg einen lang genährten Groll gegen mich in: Busen trägt, will ich weder eingestehcrr noch absprechen; aber daß diese Gemeinde bei der ganzen Sache nrrr meine Demüthigung beabsichtigt haben soll, ist sehr unwahrscheinlich. Welche Gemeinde wird sich einen untauglichen Rabbiner aufnehmen, um einer auswärts wohnenden Person dadurch zu trotzen? Das wäre noch etwas stärker als einen Menschen in die Irre führen, wobei man doch selbst mit in die Irre gehen müßte. Ueberhaupt wollte Nikolsburg früher einer: gewissen Dr. Wahr mann und dann wieder einen gewissen Hrn. Nascher aufnehmen, bei welchen Wahlen es gewiß nicht die Absicht Haber: konrrte, nrich zu derrrüthigen, da ich rrrit diesen Herren nie irr Berührung kam. Ferner Eine U rr r i ch t i g k e i t. Ich habe wohl bei den betreffenden Behörden auf nrarrche Misbräuche nrrd Witlkürlichkeiten hingcwiserr, die dem Einen Landrabbirrer folgen könnten, und es als ersprießlich angegeben, ein Landrabbinen-Kolleg iu in zrr bilden; aber nicht in einer besondern Eirrga b e, sondern ich bin von der Behörde aufgefordert worden, ein Gutachter: über dieser: Gegerrstand abzugeben. Und endlich Anmaaßungen und unzählige Jrrsolenzerr. Ich zähle mich nicht zu den Verehrern des Herrn Hirsch, aber -Ausdrücke wie „Tollhäuslerifche Verschrobenheit, Gespreitzte Ignoranz, Pfaffenhnnde, Rafsirrirter Jesuit, Hirnverbrannt," rr. dgl. auf die Person des