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Der Orient · 1845-02-05 · Heft 6 (5.2.1845) · p. Seite 43

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 6 (5.2.1845)
Date
1845-02-05
Page
Seite 43 (sequence 5)
Language
German
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43 men sind) sondern darum, daß der größte und beliebteste Theil der Melodien ans den: alten' Gesangbuche in das nene übergegangen stnd, so frage ich zum Schluffe: Ist davon in den beiden Schriften Erwähnung geschehen, oder sind sie, wie ich klagte, -mit Stillschweigen übergangen und unter fremder Bezeichnung (denn eigne Melodie ist keine Bezeichnung) geächtet? Antwort: es findet sich über die Melodien nicht eineSylbe. Ich könnte getrost mit den 3 Herren, ja mit dem guten Herrn Schwenke obenein, ein Examen über den Ursprung dieser Melodien anstellen, und so viele Fragen, so viele Schnitzer gleich jenem in der Vorrede berichtigten, würden in den Antworten sich ergeben. Und nun, nachdem diese 4 Punkte aufs Nene als Wahrheit feststehen, so ist mein Zweck völlig erreicht, wenn die, für welche ich berichtigt habe, dieses in ihre Notizen aufnehmen, und hoffe nun auch von dem Hauptverbrechen, der Jugend diese Vorrede Ln die Hand gegeben zu haben, vor Gott und Welt mich gereinigt zu sehen. Seit wann, ihr Volks- und Jugendlehrer, ist es vor Gott und Welt Verbrechen, der unS anvertrauten Jugend die Wahrheit zu verschweigen und im Wahne sie zu lassen? Wird der Jugend nicht schon genug Falsches und Unlauteres auf religiösem Gebiete untergeschoben? Die Jugend, die ich im Auge habe, soll vielmehr dazu herangebildet werden, recht früh schon das Wahre von dem Falschenden Schein von dem Sein zu unterscheiden; und habe ich die Vorrede geradezu für die Jugend auch nicht geschrieben, (man kann wohl froh sein, wenn sie nur den Text liest und beherzigt) so wäre es wahrlich ein ungehoffter Gewinn außerdem, wenn sie bei )em zweimaligen Gebete täglich znm Erkennen der Wahreit und für den Wahlspruch : , ,J e d e m das Seine!" sch heiligerr wollte. Sprechet ihr Achtung, ja Autorität bi dem Volke oder der Jugend an, so seid wahr und grecht, und wollet es nicht blos scheinen; begehet keine Jrthümer, oder bekennet euch dazu, wenn sie euch nachgeriesen werden. Bemänteln und Beschönigen, aufAnder; die Schuld wälzen, ist aber der Jugend Fehler, soll nich des Mannes Fehler sein, der der Jugend in der Wacheit und Gerechtigkeit wie m allen: Guter: vorangehe: soll. Wohl den: Vater wie dem Lehrer, der vor seiner Kindern die Wahrheit zu verschweigen, zu verhüllen nht nöthig hat , der nicht zn fürchten hat, in des Kinde; Augen zu verlieren, wenn selbst ein Fehl an ihm erkann würde. Gehet hin und thuet desgleichen, wenn — ihrkönnet; setzet die Nachrede, die ja nur für Erwachsen, geschrieben ist, als Vorrede zur nächsten 2. Auflage dccTempetgesangbuches, den Erwachsenen zur Erkenutnißder Wahrheit und zur Heiligung der Gesinnung und wirlind in diesen: Falle, wie sonst in jedem andern mit einaver quitt, bis auf den Dank, den ich derNachrede schule für der: Dienst, den sie dern Büchlein geleistet, inder Je der Saumseligkeit des Verlegers voreilend, sein Erscheinen öffentlich anzeigte und die Vorrede auch zur Kenntniß derer brachte, welche die neue Auflage eines so alten Buches in der Regel sich nicht anzuschaffen Pflegen. - Dr. Kley. Breslau f 10. Jan. Ir: einer der letzter: Nummern des vorjährigen ,,Orient" ist von hier aus eine etwas zu warme Vertheidigung der israelitischer: Gutsbesitzer in Oberschlesien mitgetheilt worden. Wenn ich als Christ gegen diese Vertheidigung in Ihrem Blatte auftrete, wenn ich hier sagen muß, daß der Gütervcrkauf an spekulationsreiche Inder: ein wahres Unglück Oberschtesiens ist, daß die israelitischen Persönlichkeiten, welche bis jetzt Rittergüter an sich gekauft, nicht eine Ehre des Liberalismus ur:d der Toleranz, sondern eine Scharrde des Pateiotisnms geworden, so Werder: Sie mich gewiß deshalb nicht für weniger liberal oder für einen besessener: Majoritäts- oder Adelfreund halten, sobald ich die Gründe meiner Meinung angebe. Ich glaube, wie Ihr Korrespondent, daß der Israelit Schlesiens eben so gut als der Christ zum Güterkaufe berechtigt ist, ich glaube wie er, daß die Dismembratior: großer Güterbesitzungen, wenn sie auch den Adel herunterbringe!:, wenn nicht gar verruchten , zur Förderung des allgemeinen Wohlstandes heilsam ist, ja ich wünsche, daß eine völlige ungetheilte Ernancipatior: bald jede Spur des Unterschiedes verwischen möge; aber dennoch rr:uß ich die Güterkaufe vor: Juden in Schlesien aus zweiGründen als eilte Kalamität betrachte;:. Zuerst nämlich ist aller Güterkauf vor: Seiten der Juden bis jetzt nichts weiter als eine unedle Spekulation gewesen, um theils das Gut gehörig auszubeuten oder mit wucherndem Gewinr: wieder zu veräußern. Daher kommt es auch, daß die großen und reichen Forsten, die Zierde Oberschlesiens, bei jüdischen Käufen: als die ersten Opfer fallen, um dadurch wenigstens sogleich ein Drittel der Kaufsumme hcranszuschlagen. Diese Güter-Wucherer sind eben so unempfindlich gegen einen Holzmauget in der Zukunft, als sie in der Gegenwart alles was Getdeswerth gern losschtagen, um nur zu der Kaufsumme zu kornrner:; kein Funker: von Liebe zurr: vaterländischen Boder:, für heimisches Interesse, keine Spur von jener edlen Selbstbeherrschung, die doch schon jeder Bürger haben muß, wo das Gesetz es nicht linutict. Frankreich hat seine trefflicher: Forftgesetze, Oesterreich, Sachsen u. s. w. haben genau begrenzte Vorschriften zur Erhaltung der Forste; Preußen hat seine Waldungen dem Billigkeitsgefühle seiner Gutsbesitzer überlassen, und der israelitische Gutsbesitzer thut, was das Gesetz nicht verwehrt. ES ist in dieser Beziehung über die jüdischen Gutsbesitzer nur eine Stimme, nämlich die des verdammenden Urtheils, und es ist in der Thal empörend, daß noch kein Jude ein Gut gekauft hat, wo er nicht gleich die Waldung verschachert. Sie werden es mir erlassen, Namen zu nennen; ich will un: so weniger persönlich fein, als ich diesen 6 *

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