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Der Orient · 1845-01-29 · 5 (29.1.1845) · p. Spalte 77-78

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
5 (29.1.1845)
Date
1845-01-29
Page
Spalte 77-78 (sequence 7)
Language
German
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n Kritiken. Kurze Anzeigen. 78 Sein oder Nichtsein bedeuten 1 (jmjJ — )'»; P° f so wie die Partikel den Akkusativ. Wir gehen zu §. 14 über, welcher von Fehlern wimmelt. 1) „Das Pronomen-Demonstrativum ni verliert in der Mischnasprache die biblische Eigenthümlichkeit mit dem Nomen einen Artikel zu haben". Diese Behauptung kann nicht oberflächlicher sein; denn nicht durchgängig ist dies der Fallz das Demonstrativ findet sich eben so oft mit dem Artikel n?n pyDH (nmro u.) ,-rn pil cup (htj v.) pibrin n« Tpn nin ’ncn n» nin vn.) nn nnsi »in idiji o» (nnnco VJ.). Bei einer weniger oberflächlichen Betrachtung dürste sich eine sehr feine Distinktion zwischen nT mit oder ohne Artikel Herausstellen. — 2) „Jener" heißt in der Mischna nbn statt nibn" dieses will soviel sagen, daß nb,"! immer einem Nomen adjungirt vorkommt, anstatt des Biblischen mbri3 allein das ist eben falsch, denn nbn steht immer absolut zwischen einem Demonstrativ und Personale schwebend, oft dem Kin oder entgegengesetzt. mDN^ HD niQN ib now Nim ib ‘id'n nbm nm ^b(bn hjd vn,), entsprechend dem lateinischen iile. Lergl. (nrii# VI. nißm in. ninpiv. fViV0 nbm yton \n -p nniD nxp *jb J^DUD WKW DJlp IDIN ('nu Ul ). — Vielleicht muß das Maskulinum ribn, das Femininum nbn vokalisirt werden. — 3) Aus dem angeführten Satze des Verf. geht auch, hervor, daß das entfernt hinweisende nibn, oder die kürzere Form ftn in der Mischna gar nicht vorkäme, was ebenfalls nichts weniger als richtig ist. Es findet sich oft als Gegensatz zu nrn: ibn nnsn pN$mn n«i po:mn nN hnh (nnna. VI.) ibn DlpDb TObn (idiä.). — 4) Eine noch viel bedeutendere und augenfällige Oberflächlichkeeit vecräth das das. Ausgesprochene: „DieAkkusativpartikel nN mit einem Suffix vor einem Nomen, gilt so viel als das Pron. Demonst., wenn es unbestimmt gebraucht wird, wo wir.es mit dieser, jener, geben, der Hebräex aber durch k\nnn, NVin ausdrückt", tot voees tot errores! Zuerst bedeutet nN mit dem Suffix in diesem Falle nicht jener, sondern derselbe, klon;, und dazu braucht man nur die vom Verfasser benutzten Ci täte genau anzusehen, z. B. die Stelle (\sVI.), tid\n mm ib jnu dn b:m pD»n iniNDi mm nniND ib nnN pco in mn^unt) (mmns xiu.) pn^id pN Pn^id pNn-nniND buN myb. nniN b&y mm pniDNi -pyn (crTlJ v.). Diese Stellen durch „jener" zu übersetzen, wäre höchst lächerlich, und würde einen verkehrten Sinn geben. Auch bedeutet ja im Hebräischen ^mn und js^nn, nicht jener und jene, eine entfernte und unbestimmte Determination, sondern gerade eine recht bestimmte. (Vergl« Ewald Lehrb. der hebr. Spr. 304, a und Ps. 146, 4) 1'MI^ 111» »1,1.1 Ol'2 1N!21»i> 2V' 1111 »LN, und wenn der Samaritaner solche Stellen durch rv> wiedergiebt und die Stelle Genesis 26, 12, NVin pfcO pn^»^ jnffl nmh rüceo N$m übersetzt n^)->N nrra und Nnty nmo, so hat er den richtigen Sinn erfaßt, „in demselben Lande . P 9 und demselben Jahre". Auch der Syrer hat f/\j in diesem Sinne als „selbst" und mit Suffixen „derselbe" für das hebräische und j.mo$,A.o oiAj£> muß überseht werden „zur selben Zelt". In §♦ 15 wird der Makel, den der Vers, im §. 12 in der Mischnasprache gefunden, daß sie Mangel an schöpferischer Kraft, an lebendiger Anschauung verrathe, dadurch motivirt, daß das Passiv der Jntensivform nicht mehr organisch durch Vokalumwandlung, sondern mechanisch durch Vorsehung der Sylbe nJ gebildet wird". Hier dürste der Ort sein, des Verf. irrige Ansichten von der organischen Bildung einer Sprache zu widerlegen. Die Regelmäßigkeit der Formbildung bedingen keinesweges mit dem Vers, eine Abnahme der schöpferischen Kraft, sonst müßten die modernen Sprachen, deren Neubildungen immer eine paradigmatische Regularität vor Augen haben, mechanische'Sprachen genannt werden. . Sie ist vielmehr ein Beweis für eine höhere intellektuelle Entwickelung, und jede Sprache, sobald deren Trägern das Sprachbewußtsein aufgegangen ist, und die Wörter nicht mehr als vereinzelte Atome dastehen, sondern durch die Werstandesthätigkeit in Gruppen vertheilt werden, formirt jede neue Wortschöpfung, jede Erweiterung und Bereicherung nach bestimmten regelmäßigen Typen. Jede ausgebildete Sprache bildet daher in ihrem Verlauft, sobald sie zu Abstraktionen fortschreitet, auch neben alten, unregelmäßigen Formen, neue fest paradigmatisirte Formen. Weit entfernt also, der Mischna ihre Abstraktionsbildungen und Regelmäßigkeit als Mangel an innerer Kräftigkeit anzurechnen, sollte man es als Moment der Entwickelung geltend wachen. — Was mm die Pualform betrifft, welche der Vers, in der Mischna vermißt und durch das b^DDl ersetzt ist, abgesehen davon, daß sie auch eine der seltensten Formen im Bibelhebräisch ist, so würde deren Ersatz, das Nitpael dieselben Erscheinungen darbieten, wie die griechische und lateinische Sprache, welche ihre Tempora und Passiva zum großen Theil ebenfalls durch Augmente und Endungen, also durch mechanische Ansätze, bilden. — (Fortsetzung folgt.) Kurze Anzeigen. 9) Predigt-Skizzen. Beiträge zu einer künftigen Homiletik. Von Dr. Eduard Kley. Erster Band. Das erste Buch Mosis. Grünberg und Leipzig, 1844. 8. Levyson. Seitdem man in Israel augefangen, daß Wort Gottes in reiner und verständlicher Sprache zu lehren, ist Manches anders und besser gewordenfreilich sind wir in vielen Hinsichten vom Ziele noch sehr entfernt , aber es durchwehet das Judenthum ein frisches Leben, ein kräftiger Hauch, es hat sich ein Meinungskampf gebildet, der mit zu vieler Lebhaftigkeit geführt wird, als daß man nicht eines guten Ausganges

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